"Charles Manson: Aufstieg eines Monsters"

Charles Manson prahlte in Telefonaten aus dem Gefängnis: "Kann umbringen, wen ich will"

21.02.2026 von SWYRL/Friederike Hilz

Charles Manson ging als berüchtigter Krimineller und Drahtzieher brutaler Morde in die Geschichte der USA ein. In zahlreichen privaten Telefongesprächen beteuerte er immer wieder: Den Befehl zum Töten habe es nicht gegeben. Sky sendet die Aufnahmen erstmals in Deutschland.

Aufgerissene Augen, ein ungepflegter Bart und struppige Haare - auch beinahe neun Jahre nach seinem Tod sorgen Bilder von Charles Manson (†83) noch für Gänsehaut. Im August 1969 stiftete er nach Überzeugung der Justiz Mitglieder seiner "Manson-Familie" zu sieben brutalen Morden an, unter anderem an Hollywood-Star Sharon Tate (†26).

Doch in privaten Telefongesprächen mit seinem Freund John Michael Jones beteuerte er aus dem Gefängnis heraus immer wieder, nie den Befehl zum Töten gegeben zu haben. In "Charles Manson: Aufstieg eines Monsters" (2024) sind diese teils gruseligen, teils widersprüchlichen und teils überraschend menschlichen Aufnahmen zu hören. Sky bringt den Dreiteiler nun ins deutsche Fernsehen.

Eigentlich habe er nur ein Autogramm von Manson gewollt, erinnert sich Jones zu Beginn. Aus einem einzelnen Brief wurde jedoch schnell eine Art Freundschaft. Er hat sogar das Gesicht des Sektenführers auf seinem Arm tätowiert und sagt, wegen Manson habe er seit Jahren keine Drogen mehr genommen. Im Laufe der dreistündigen Doku wird man dabei den Eindruck nicht los, dass Jones auch Jahre nach dem Tod von Manson noch immer in dessen Fängen steckt.

Der Eindruck verfestigt sich, weil Manson selbst in den Aufnahmen davon spricht, dass sein Freund "ein guter Soldat" sei und dass er ihn deshalb "in der Tasche" habe. Ein ehemaliger Zellennachbar kann beim Anhören der Aufnahmen nur lachen: "Er manipuliert immer noch." Auch der Psychologe Dr. Tod Roy, der Manson einst evaluierte, ist vorsichtig: "Charlie ist in seinen Beziehungen zweckorientiert."

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Charles Manson: "Ich habe nie gesagt, dass ich unschuldig bin"

Ob Manson wirklich jemals, wie Jones es glaubt, sich ihm gegenüber öffnete, bleibt bis zum Ende offen. Denn der einst zur Todesstrafe verurteilte Mann springt in den Gesprächen zwischen der Rolle des Sektenführers, des traumatisierten Verbrechers oder des unwissenden Mannes hin und her. Von den Mordplänen seiner Anhänger will er einerseits nichts gewusst haben, andererseits sagt er jedoch Dinge wie: "Ich habe nie gesagt, dass ich unschuldig bin. Ich habe gesagt, ich habe keine Straftat begangen" oder "Ich kann umbringen, wen ich will und nie wegen Mordes verurteilt werden, weil du etwas aussprechen musst, um Teil eines Plans zu werden."

Inwieweit Manson für die Morde an Sharon Tate und ihrem ungeborenen Sohn, Jay Sebring, Abigail Folger, Wojciech Frykowski und Steve Parent, sowie am Ehepaar Leno und Rosemarie LaBianca verantwortlich war, wird im Verlauf der Doku zur Streitfrage. Jones und ein weiterer Freund, George Stimson, sprechen Manson beinahe von jeglicher Verantwortung frei.

Besonders der Version der Staatsanwaltschaft - Manson habe einen "Rassenkrieg" heraufbeschwören wollen und geheime Nachrichten im Beatles-Song "Helter Skelter" gehört - widersprechen sie vehement. "Die Öffentlichkeit wurde einer Gehirnwäsche unterzogen. Er wurde verurteilt, bevor ihm überhaupt der Prozess gemacht wurde", findet Stimson. Auch der Aussage von Charles "Tex" Watson (80), Manson habe ihm den Befehl zum Töten erteilt, schenken sie keinen Glauben.

Stattdessen sehen die beiden Freunde Mansons die Schuld bei "Tex", Susan Atkins (†61), Patricia Krenwinkel (78), Leslie van Houten (76) und Steve "Clem" Gorgan (74), die die Morde tatsächlich verübt hatten, sowie bei Linda Kasabian (†73), die die Gruppe zu den Tatorten gefahren hatte. Watson, der wie seine noch lebenden Komplizinnen weiter im Gefängnis sitzt, wollte auf Anfrage der Filmemacher zwar kein Interview geben, stellte aber klar: "Meine Geschichte ist von Anfang an dieselbe und wird es auch bleiben."

"Er hat sich selbst als Mörder belastet"

Zu was Manson fähig war, zeigen nicht nur seine eigenen Ausführungen in Jones' Aufnahmen, sondern auch die Erfahrungen ehemaliger Mitglieder der "Manson-Familie". Dianne Lake berichtet etwa, dass sie aus Angst um ihr eigenes Leben auch nach den Morden weiter in der "Familie" geblieben sei. Einmal habe er sie beinahe "totgeprügelt", erinnert sich Catherine Share. Und dennoch habe es nach der Verurteilung Jahre gedauert, gestehen die beiden Frauen, bis sie Manson aus ihrem Kopf verbannen konnten.

Wer die Wahrheit sagt und was diese überhaupt ist, das will auch diese Doku nicht final beantworten. Vielmehr gibt sie einen Einblick in den Kopf eines traumatisierten, brutalen und skrupellosen Mannes und lässt die Menschen sprechen, die ihn erlebten. Gregory Parent, der Bruder des ermordeten Steve Parent, ist sich beim Anhören des Materials sicher: "Er hat sich selbst als Mörder belastet."

Die ersten beiden Folgen von "Charles Manson: Aufstieg eines Monsters" sind bereits bei Sky Crime zu sehen. Die dritte wird am Donnerstag, 26. Februar, um 20.15 Uhr, gezeigt.

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