26.03.2026 von SWYRL
"Rental Family", "Spongebob Schwammkopf: Piraten Ahoi!" und "Sorry, Baby": Das sind die DVDs und Blu-rays der Woche.
Die Weltbevölkerung wächst und wächst, gleichzeitig wird Vereinsamung zu einem immer größeren Problem. Wie lässt sich dem Jeder-für-sich-Trend entgegenwirken? In Japan hat man dafür schon vor einigen Jahren eine sehr pragmatische Lösung gefunden: Dort gibt es Agenturen, die "Familienmitglieder" für jeden Anlass vermieten. Eine auf den ersten Blick skurrile Angelegenheit, die Werner Herzog bereits 2019 in seinem Drama "Family Romance, LLC" aufgriff. Mit dem Film landete er in der Vorauswahl für die Golden Globes (Kategorie "Bester fremdsprachiger Film"). Ein paar Filmpreis-Nominierungen und einiges Kritikerlob erntete auch die amerikanisch-japanische Tragikomödie "Rental Family" von Regisseurin und Autorin Hikari (Co-Autor: Stephen Blahut), die nun ebenso wie der Animationsfilm "Spongebob Schwammkopf: Piraten Ahoi!" und die Tragikomödie "Sorry, Baby" auf DVD und Blu-ray erscheint.
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"Rental Family" (VÖ: 27. März)
Für die Hauptrolle in "Rental Family" wurde Brendan Fraser ("Die Mumie") besetzt, der 2022 mit "The Whale" ein großes Comeback feierte, inklusive Oscar als bester Hauptdarsteller. Auch in "Rental Family" spielt er wieder eine sehr spezielle Figur, die lange in Erinnerung bleibt: Philip Vandarpleog ist ein mehr oder weniger gescheiterter US-Schauspieler, der inzwischen in Tokio lebt und sich dort regelmäßig als "Familienmitglied" mieten lässt. Philips Aufträge führen ihn in zu den unterschiedlichsten Klientinnen und Klienten. Zum Beispiel zu einem zurückgezogenen Videospiel-Fan, der einen Kumpel zum Zocken braucht, und zu einer alleinerziehenden Mutter, für die Philip den Familienvater spielen soll, um für ihre Tochter die Chancen für die Aufnahme auf einer elitären Privatschule zu erhöhen. So taucht Philip tief ein in die Leben wildfremder Menschen, und dabei wird aus manchem Engagement eine Rolle mit echter Bedeutung.
Preis DVD: circa 15 Euro
JP/US, 2025, Regie: Hikari, Laufzeit: 106 Minuten
"Spongebob Schwammkopf: Piraten Ahoi!" (VÖ: 85 Minuten)
Schon erstaunlich, welch gewaltiges Medien- und Merchandise-Franchise aus der 1999 erstmals ausgestrahlten Nickelodeon-Zeichentrickserie "SpongeBob Schwammkopf" entstanden ist. Zu eben diesem Popkulturphänomen gehören auch mehrere Kinofilme. Mit "SpongeBob Schwammkopf: Piraten Ahoi!" kehrt der oft übermäßig optimistische, in der Unterwasserstadt Bikini Bottom lebende Titelheld, ein gelber Meeresschwamm, zurück. Dabei kann er sich über einen neuen Meilenstein freuen. Endlich ist SpongeBob (im Deutschen wie immer markant gesprochen von Santiago Ziesmer) so groß, dass er im Freizeitpark Achterbahn fahren darf. Kurz vor dem wilden Ritt mit seinem besten Freund Patrick (Fritz Rott) macht er aus Angst aber einen Rückzieher. Nur zu gerne würde SpongeBob sich einen Scheibe von seinem Chef Mr. Krabs (Axel Lutter) abschneiden, der seinen Mut schon in jungen Jahren als Pirat unter dem Geisterkapitän Fliegender Holländer (Hans-Georg Panczak) unter Beweis gestellt hat. Aus Versehen öffnen SpongeBob und Patrick schließlich ein magisches Portal zur Unterwelt und geraten in den Bann des verfluchten Seeräubers. Mr. Krabs bricht derweil mit Begleitung auf, um das Gespann zu retten.
Preis DVD: circa 15 Euro
US, 2025, Regie: Derek Drymon, Laufzeit: 85 Minuten
"Sorry, Baby" (VÖ: 27. März)
Kann man die Erfahrung eines sexuellen Übergriffs mit den Mitteln der Komik fassen? Diese Frage steht über "Sorry, Baby", dem Regiedebüt von Eva Victor. Die Antwort lautet: Man kann! Zumindest dann, wenn man die Sache so klug und differenziert angeht wie in diesem Fall. In fünf Kapiteln, die nicht chronologisch angeordnet sind und mehrere Jahre umspannen, erzählt die Tragikomödie von der jungen Literaturprofessorin Agnes (Eva Victor selbst). Während ihrer Doktorzeit an einem Provinzcollege im Nordosten der USA wird sie von ihrem Betreuer Preston Decker (Louis Cancelmi) sexuell attackiert. Auch wenn sie anschließend nicht komplett den Halt verliert, hinterlässt das Erlebnis deutliche Spuren. Manchmal reichen schon wenige Worte oder kurze Erinnerungen aus, um eine Panikattacke auszulösen. "Sorry, Baby" drängt die Figur des Täters fast gänzlich an den Rand und konzentriert sich stattdessen auf die "Reise" der Protagonistin. Das Trauma des Übergriffs wird keineswegs verharmlost. Eva Victor verpasst ihrer Geschichte durch absurde Humoreinlagen aber eine ungeahnte Leichtigkeit. Die Welt kann ein grausamer Ort sein. Und doch lässt es sich in ihr mit empathischen Menschen an der Seite aushalten - diese Botschaft möchte der Independent-Film vermitteln.
Preis DVD: circa 15 Euro
US, 2025, Regie: Eva Victor, Laufzeit: 104 Minuten



