"Wild Republic" - Do. 26.05. - ARTE: 22.05 Uhr

"Herr der Fliegen" lässt grüßen

23.05.2022 von SWYRL/Franziska Wenzlick

Die achtteilige Serie "Wild Republic" ist ein mitreißendes Adventure-Drama made in Germany - und nichts für schwache Nerven.

"Strafe hat noch nie dazu geführt, dass Menschen sich bessern. Im Gegenteil: Sie führt zu mehr Gewalt." Dieser Auffassung ist der Psychologe und Autor Lars Sellien (Franz Hartwig). Er ist Leiter einer sogenannten erlebnispädagogischen Maßnahme, bei der jugendliche Straftäter auf einer achtwöchigen Alpen-Expedition Rücksicht und Gemeinschaftssinn erlernen sollen. Doch was passiert wirklich, wenn man eine Gruppe junger Krimineller gemeinsam in die Wildnis schickt?

Genau diese Frage stellt das Adventure-Drama "Wild Republic", eine Koproduktion der Telekom-Plattform MagentaTV und der öffentlich-rechtlichen Sender ARTE, WDR, SWR und ONE. Nach dem Streaming-Start vor einem Jahr ist die achtteilige Serie nun auch im Free-TV bei ARTE zu sehen.

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Eine Debatte über Schuld und Strafe

"Wild Republic"erzählt von Recht und (Un)gerechtigkeit, von Selbstjustiz und Solidarität. Im Zentrum der Handlung stehen junge Menschen wie Kim (Emma Drogunova) und Ron (Merlin Rose), deren Vergangenheit die Serie mittels Flashbacks ergründet. Im Hier und Jetzt eskaliert die Lage bereits in der ersten Folge, nachdem die Gruppe einen ihrer Betreuer tot auffindet - aller Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz.

Den Machern gelingt es, vor teils atemberaubender Kulisse eine Debatte über Schuld und Strafe auf zwei geschickt verwobenen Ebenen zu führen. Da ist zum einen, in der Außenwelt, der zunehmend verzweifelte Lars Sellien (Franz Hartwig), der vor den Trümmern seines Experiments stehend versucht, die Ermittlungen voranzutreiben und das drohende Unheil abzuwenden. Zum anderen sind da die geflüchteten Jugendlichen, die im Schutze einer Höhle kurzerhand ihre eigene Gemeinschaft samt zweifelhafter Hierarchie bilden.

Zwar ist eine zusehends angespannter und gefährlicher werdende Gruppendynamik als Handlungsbasis mit Sicherheit keine besonders originelle Idee. Doch "Wild Republic" schafft es, ein altbewährtes Prinzip auf ungewöhnlich mitreißende Art umzusetzen - nicht zuletzt dank einer äußerst gelungenen Besetzung.

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