09.04.2026 von SWYRL
Ein gewagter Film, der schon ganz unterschiedliche Reaktionen hervorrief: "Der Magier im Kreml" befasst sich mit dem Aufstieg von Wladimir Putin ab den späten 80er-Jahren. Der Russland-Präsident wird von Jude Law verkörpert.
Filme über bedeutende Persönlichkeiten der Zeitgeschichte sind seit einigen Jahren schwer angesagt, vor allem im Westen. Die Figurenwahl in diesem speziellen Fall darf man aber durchaus als sehr heikel ansehen: "Der Magier im Kreml", eine internationale Koproduktion mit Beteiligung von unter anderem Canal+ und Disney+, richtet den Blick bis weit in den Osten und dort vor allem in die "dunklen Korridore der Macht". Es geht um den Aufstieg von Wladimir Putin.
Der Titel des Films von Regisseur und Autor Olivier Assayas (Co-Autor: Emmanuel Carrère) ist etwas irritierend, manche würden vielleicht auch sagen: irreführend. "Der Magier im Kreml" bezieht sich nicht etwa auf Putin selbst, sondern auf einen gewissen Wadim Baranow. Dieser Baranow, eine Art "neuer Rasputin", ist streng genommen eine Erfindung des Schriftstellers Giuliano da Empoli, auf dessen gleichnamigem Bestseller der Thriller "Der Magier im Kreml" basiert. Baranow ist allerdings in vielen Punkten angelehnt an den real existierenden Wladislaw Surkow, der über mehrere Jahre als Putins Chefberater fungierte.
Den Rahmen bildet ein Gespräch zwischen Baranow und einem US-Journalisten, in dem auf Putins Aufstieg zurückgeblickt wird, vor allem aber auch auf die Rolle seines "Zauberers" im Hintergrund. Im Fokus steht dabei vor allem die Zeit vom Zusammenbruch der UdSSR Ende der 80er-Jahre bis zur Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014. Zweifellos bemerkenswert ist neben dem Inhalt selbst auch die Besetzung dieses Films. Paul Dano spielt Wadim Baranow, und Jude Law schlüpft, äußerlich stark verändert, in die Rolle von Wladimir Putin. Des Weiteren sind auch Alicia Vikander und Jeffrey Wright an dem Projekt beteiligt.
"Der Magier im Kreml" feierte im Sommer 2025 bei den Filmfestspielen von Venedig Premiere und lief dort auch im Hauptwettbewerb um den Goldenen Löwen. Die Reaktionen fielen insgesamt aber sehr gemischt aus. Die Leistung von Paul Dano, als Schauspieler zuletzt so harsch herabgewürdigt durch Quentin Tarantino, fand einige Anerkennung, ebenso wie die allgemeine Auseinandersetzung mit den Mechanismen der Macht. Der Blick auf Russland-Präsident Putin war vielen Kommentatoren allerdings nicht kritisch genug. Aus unterschiedlichen politischen Lagern wurde auch "Propaganda"-Kritik laut.

