10.04.2026 von SWYRL
Comedy als Therapie: Michael Mittermeier und seine Frau mussten einst "extrem dunkle Zeiten" durchmachen. Wie ihm das Publikum half, das Trauma zu überwinden, erklärte der Komiker jetzt in einem Interview.
40 Jahre auf der Bühne: Michael Mittermeier kann auf eine beachtliche Karriere zurückblicken. Im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" beurteilte der Komiker seinen Werdegang durchaus selbstkritisch: "Heute weiß ich, dass ich mir ein paar Dinge hätte sparen können." Dank einer Therapie habe er jedoch einiges geändert und "die letzten sechs Jahre meine besten der vergangenen 30 Jahre" verbracht.
Außerdem betonte der 60-Jährige, sein Job auf der Bühne habe ihn "durch extrem dunkle Zeiten getragen". Explizit nannte er vier Totgeburten, die seine Frau und er hätten verkraften müssen. "An sehr schweren Tagen starrte ich nur auf die Wand, wusste nicht mehr weiter", erinnerte er sich im Interview an die extreme emotionale Belastung. Die Auftritte seien damals so etwas wie seine Medizin gewesen: "Die Energie der Menschen hat mir unglaublich geholfen. Die Bühne war für mich pure Verarbeitung." Körperlich habe Mittermeier damals aber wirklich gelitten.
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Michael Mittermeier teilt gegen Comedy-Kollegen aus: "Dann hast du den falschen Job"
Im Interview ließ Michael Mittermeier aber nicht nur seine bisherige Karriere rekapitulieren, sondern weitete seinen Blick auch auf sein Kollegenfeld in der Comedybranche. Hier wurde der 60-Jährige deutlich - und äußerte unmissverständliche Kritik. "Ich sage den Künstlern, die sich auf die Bühne stellen und sich beschweren, sie dürften nichts mehr sagen: 'Fahr nach Hause, heul' dich bei deiner Mama aus und werde Bäcker, aber in der Comedy hast du definitiv den falschen Job'", wunderte sich Mittermeier über die Klagen einiger Kolleginnen oder Kollegen über eine vermeintlich mangelnde Redefreiheit auf der Bühne.
Werde ein derartiger Vorwurf an ihn herangetragen, frage er stets nach einer "ominösen Liste der angeblich verbotenen Wörter". Darauf habe bisher noch keiner der Klagesteller eine Antwort parat gehabt, berichtete der Komiker. "Die meisten Menschen, die sich darüber aufregen, dass sie etwa das N-Wort nicht mehr benutzen sollen, haben es vorher nie gebraucht", unterlegte Mittermeier seine These mit einem Beispiel. "Aber jetzt, wo klar ist, dass es eine miese Beleidigung ist, wollen sie es unbedingt sagen."


