"heute-show"

Die "heute-show" warnt Grüne vor FDP: "Lasst euch doch nicht so über den Tisch ziehen!"

23.10.2021 von SWYRL/Jürgen Winzer

Kaum gibt es konkrete Koalitionsverhandlungen, da zänkelt es auch schon zwischen den "Ampelmusen". Aber vielleicht liegt's daran, mutmaßte die "heute-show" (ZDF), dass die Partnerwahl begrenzt war. "Das kennt jeder aus der Disco um 5 Uhr früh: Reste-Koalieren nennt man das", witzelte Oliver Welke.

Immerhin, stellte "heute-show"-Moderator Oliver Welke fest: "Es geht voran." SPD, FDP und Grüne bastelten an der Ampel-Koalition. Frühe Funktionsstörungen machte Welke vor allem zwischen FDP und Grünen aus, wo schon "Büttel" aus den hinteren Parteireihen für ihre Spitzenleute das Ämtergeschacher aufnähmen. Dabei liege, so Welke, die FDP in Führung.

Welke bezeichnete die Lindner-Partei als klaren Sieger der Sondierungsgespräche, weil sie ihre Wünsche durchgebracht hätte: kein Tempolimit, keine Steuererhöhungen, kein Konzept für die soziale Abfederung des CO2-Preises. Welkes Frage: "Waren die Grünen besoffen, als sie das unterschrieben haben?" Seine Mahnung: "Lasst euch doch nicht so über den Tisch ziehen - und mit so einem komischen neuen Klimaministerium abspeisen." Seine Folgerung: "Lindner, der gewiefte Hund, will Finanzminister werden, weil das der Schlüssel zur Kasse ist, das ist die wahre Macht."

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Weg mit dem Bundesadler - her mit dem Hähnchen!

Gelobt wurde die Erkenntnis aller Koalierenden, dass es in Deutschland Investitionen brauche - mindestens 50 Milliarden Euro pro Jahr für Digitalisierung, Bildung und Klimaschutz. "Es müssen nur noch unbedeutende Details geklärt werden", meinte Welke, "wie zum Beispiel: Wo kommt das Geld her?"

Zwei Möglichkeiten, die Einführung von staatlich geschützten Investitionsgesellschaften und die Abschaffung der Dieselsubventionen habe die FDP bereits abgelehnt. Den Appell deren stellvertretenden Bundesvorsitzenden, Wolfgang Kubicki ("Da ist Kreativität gefragt."), setzte Gernot Hassknecht um, der die nötigen 50 Milliarden in 158 Sekunden ideenreich zusammenkratzte. So könnten alleine 50 Milliarden generiert werden, wenn jeder Bundesbürger 30 Mal im Jahr Blut spendete. "Jede Spende bringt 20 Euro!" Und es wären am Ende ja auch "nur 15 Liter Blut" ...

Sehr charmant auch die Idee, Sponsoring im Reichstag zu erlauben ("Statt Bundesadler ein Wiesenhof-Hähnchen!"). Auch persönliche Opfer müssten in Betracht gezogen werden: "Der Habeck könnte Jeff Bezos heiraten - und sich sofort wieder scheiden lassen." Und auf keinen Ehevertrag hoffen.

"heute-Show"-Appell: Kiffen für Deutschland!

Vielleicht sind solche Ideen gar nicht nötig, vielleicht kommt die Lösung aus sich selbst. Denn bei einem Thema, so Welke, seien alle drei Ampel-Parteien geradezu gechillt: "Die Anzeichen verdichten sich", scherzte Welke, dass Cannabis legalisiert werden soll. Und das, so ergaben Schätzungen, könne für 20.000 neue Jobs und jährliche Steuereinnahmen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro sorgen. Die FDP, so Welke, träume sogar schon vom "Gras made in Germany" als Export-Schlager. Zusätzliches Plus: Wenn man überall Gras anbaue, kämen endlich "die blühenden Landschaften, die Kohl damals versprochen hat",

Zum "Kiffen für Deutschland" rief Welke auf, denn nur "wenn wir fleißig Tüten bauen, kommt die Ampel auf ihre 50 Milliarden." Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass Cannabis vor allem für Jüngere schädlich sein könne. Welke: "Auch wenn unser Lieblingsgift Alkohol in jeder Hinsicht schädlicher ist: Cannabis darf nicht verharmlost werden." Wichtig sei, dass der Staat "das Grasgeschäft" komplett kontrolliere, vom Anbau bis zum Vertrieb. Die FDP (!) hatte ja die Idee, Letzteren über die Apotheken abzuwickeln. Matthias Matschke schult derzeit fürs Gesundheitsministerium Apotheker zu Dealern um. "Nach drei Wochen Crashkurs gibt's von der IHK den Meisterbrief 'Rauschgifthändler'", freute er sich.

Studenten, die Vergessenen der Corona-Krise

Cannabis zu legalisieren, so Welke an die Grünen und die FDP gerichtet, sei ein guter Weg "Danke zu sagen an all die Jungen, die euch gewählt haben". Zumal die Jungen in Corona-Zeiten von der Politik ohnehin im Stich gelassen worden seien. Die Studierenden bezeichnete Welke als die "vergessene Bevölkerungsgruppe in der Corona-Krise". "Es gibt Erstsemester, die haben noch keinen anderen Studenten in echt getroffen." Die Politik habe sich ihnen und ihren Sorgen gegenüber ignorant gezeigt und auch die Maßnahmen von Bildungsministerin Anja Karliczek - laut Welke "die Andreas Scheuer der Bildungspolitik" - wären sinn- und fruchtlos geblieben.

Vielleicht kann die neue Regierung was richten. Welke forderte: "Reformiert das olle BaFög!" Im Jahr seines 50. Geburtstags werde es nur noch elf Prozent der Studierenden zugeführt und habe auch vom Bundesverwaltunsggericht attestiert bekommen, dass die Sätze viel zu niedrig seien.

Warum weiß keiner, wie viele Menschen geimpft sind?

Viel höher als zuletzt seien lediglich wieder die Coronazahlen. Und die Impfquote, die nämlich vom RKI aufgrund von Umfragen um fünf Prozent nach oben korrigiert worden war - allerdings mit dem Zusatz, dass das möglicherweise auch nicht stimme, wie Welke grinsend mitteilte. Dietmar Wischmeyer machte sich auch Gedanken darum, dass Gesundheitsminister Jens Spahn die vagen Zahlen zum Anlass nahm, die deutsche Impfkampagne als noch besser als ohnehin gedacht zu loben. Wischmeyer wollte nicht so recht auf die fünf Prozent vertrauen. "Ich vertraue lieber darauf, dass Spahn zu 100 Prozent bald nicht mehr Minister ist."

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