"Der Hundeprofi - Rütters Team"

Halterin hat Angst vorm eigenen Hund - Martin Rütter: "Pepper meint es ernst!"

01.10.2022 von SWYRL

Die junge Border-Collie-Hündin Pepper knurrt und droht, wenn jemand ihrem Futter zu nahe kommt. Ihre Menschen fürchten sich schon vor ihr. Und Hund Nik ist total reizempfindlich: Er kläfft ohne Unterlass, wenn es an der Haustür klingelt. Frauchen Alina ist mit ihren Nerven am Ende.

Futter verteidigen und bellen, bis der Arzt kommt - zwei typische Hundeprobleme warten auf Martin Rütter in der aktuellen Folge von "Der Hundeprofi - Rütters Team" (samstags, 19.10 Uhr bei VOX). Die sechs Monate junge Border-Collie-Hündin Pepper will ihr Fressen mit niemandem teilen und verteidigt es mit Knurren. Frauchen Michaela darf sich dem Napf schon gar nicht mehr nähern. "Das Vertrauensverhältnis ist dadurch schon sehr zerbrochen. Wenn sie sich mal irgendwie hektisch bewegt, kriegt man schon ein bisschen Angst", sagt auch Tochter Luca. Für Martin Rütter ist klar: "Pepper meint es ernst. Das müssen wir zeitnah lösen."

Trainerin Ramona Houscht beginnt erst mal auf sicherem Terrain: im Garten. Pepper bekommt fürs Apportieren eines Balles richtig gutes Futter. "Es geht erst mal darum, dass Pepper lernt: Wenn du etwas abgibst, kriegst du etwas Besseres", erklärt Martin Rütter. Erst im zweiten Schritt geht es ans Eingemachte, also den Napf. Trainerin Ramona will mit einem Besenstil testen, wie weit Pepper gehen würde - was die Hündin jedoch wenig stört: "Das habe ich schon ganz anders erlebt", so Rütter, "es gibt futter-aggressive Hunde, die sofort in den Stiel beißen." Pepper reagiert jedoch eher verunsichert: "Du siehst richtig, wie es in dem Hund rattert: Was soll die Sch... jetzt hier?!", kommentiert der Hundeprofi die Bilder schmunzelnd.

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Martin Rütter: "Den Finger würde ich jetzt auch noch nicht reinstecken"

Auf keinen Fall sollte man selbst aggressiv gegen den Hund vorgehen, so sein Rat: "Das Falscheste, was man jetzt machen könnte, ist die gute, alte Methode: Da musst du dich durchsetzen - totaler Blödsinn! Der Hund soll ja die Lernerfahrung machen: Ein Mensch beim Fressen ist ein Vorteil für dich, nicht Konkurrenz." Darum wirft Tochter Luca aus einer Entfernung Leckerchen in den Napf - während Pepper noch frisst. Ramona klärt die beiden Frauen auf: "Futteraggression ist normales hündisches Verhalten, sie müssen erst lernen, dass nichts passiert, wenn man ihnen beim Fressen nahe kommt."

Als weitere Maßnahme bekommt Pepper einen neuen Napf. "Der Austausch ist jetzt nicht der Schlüssel zum Erfolg, aber ein kleines Zahnrädchen ist es schon", sagt Martin Rütter. Nachdem Luca fleißig trainiert hat, kann im zweiten Schritt auch Mutter Michaela beim Leckerchen-Weitwurf mit machen. "Ich hatte jetzt keine Angst, als ich den leeren Napf weggenommen habe", freut sie sich nach einigen Wochen konsequenten Trainings. Pepper duldet es nun entspannt, dass sich Frauchen beim Fressen nähert. Martin Rütter mahnt dennoch zur Vorsicht: "Den Finger würde ich jetzt auch noch nicht reinstecken, aber der Dampf ist raus, man kann sich wieder nähern."

Nik hat überhaupt keine Geduld

Windhund-Mix Nik hat eine andere, nervtötende Macke: Sobald es klingelt, stürmt er zur Tür und kläfft wild herum. "Der Klassiker aller Klassiker. Bei neun von zehn Hausbesuchen ist erst mal Achterbahn im Flur", weiß Martin Rütter. Doch Frauchen Alina sorgt sich um ihre zweijährige Tochter Mia, die durch die Dauerbellerei aufgeschreckt ist. Zudem klaut ihr der quirlige Nik auch gern mal das Kinderspielzeug aus der Hand.

Martin Rütter erkennt sofort: "Das Grundproblem ist, dass Nik alles kontrollieren möchte und Alina lässt ihn". Bei so einem reizempfänglichen Hund sei das Wichtigste, Ruhe reinzubringen. Trainerin Melle Hofmann merkt bei ihrem ersten Besuch ebenfalls, dass das Problem unbeabsichtigt auch von Frauchen Alina gefördert wird: "Ihr seid euch ja relativ ähnlich. Du hast auch richtig Dampf im Kessel. Also wird die Aufgabe auch für dich sein: runterkommen."

Trainerin nach zwölf Wochen begeistert: "Eins Plus mit Sternchen"

Als Hausaufgabe soll die Decke für Nik zum Lieblingsort konditioniert werden. Das Lümmeln auf dem Sofa ist zunächst gestrichen. Martin Rütter: "Der hat einfach nicht gelernt, geduldig zu sein." Helfen soll eine Hausleine, mit der Alina Nik kommentarlos auf seine Decke bringt, wenn er mal wieder ein Kläffkonzert anstimmt. Mit einem Haken an der Wand kann sie Nik dort anfangs auch anleinen. "Die Grundidee ist, dass die Diskussion aufhört. Die Leute sagen 500 mal 'Decke!', aber der Hund kann gar nicht da rein gehen, weil er so aufgeregt ist." Zudem ändert Frauchen Alina den Klingelton.

Trainerin Melle staunt nicht schlecht, als sie nach zwölf Wochen wieder zu Besuch kommt: "Wie ich höre, höre ich mal einfach gar nichts!" Nik liegt tatsächlich still auf seiner Decke. Dafür gibt es ein dickes Lob von der Hundetrainerin: "Das ist eine Eins plus mit Sternchen!", freut sie sich. Auch im Garten ist der Hund nun viel geduldiger und hat gelernt, nicht sofort loszustürmen, wenn er ein Spielzeug sieht. Trotzdem dürfe sich Alina bei ihrem Energiebündel nicht ausruhen, mahnt Martin Rütter: "Es geht nicht darum, aus so einer Rakete einen Trödler machen, sondern darum, ihn ansprechbarer zu machen", erklärt der Hundeprofi.

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