"besseresser: Die Tricks im DB-Bordbistro"

TV-Koch Sebastian Lege zerlegt im ZDF das Bistro-Angebot der Bahn: "Eine Beleidigung"

17.02.2026 von SWYRL/Friederike Hilz

Essen im Bordbistro der Deutschen Bahn - taugt das? Sebastian Lege kocht in einer neuen Folge "besseresser" beliebte Gerichte von der DB-Karte nach und kommt dabei aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus.

Einst konnte man sich in den Speisewagen der Deutschen Bahn durch Drei-Gänge-Menüs oder durch üppiges Frühstück schlemmen. Doch diese Zeiten sind vorbei: Stattdessen erwarten Gäste im Bordrestaurant ihres wahrscheinlich verspäteten Zuges Gerichte, die vor allem eins sein sollen: lange haltbar und kostengünstig.

TV-Koch Sebastian Lege (47) zeigt in einer neuen Folge seines Formats "besseresser" im ZDF, mit welchen "Tricks" das Unternehmen Geld spart, und stellt fest: Zwar verspricht die Deutsche Bahn weiterhin "Genuss auf ganzer Strecke", doch eben der bleibt manchmal am Bahnsteig zurück.

So kommt die 7,90 Euro teure Tomatensuppe im Bordbistro etwa mit einem Tomatenanteil von nur 54 Prozent und dafür einer ganzen Menge Wasser daher. Insgesamt 21 Zutaten werden in der Suppe verarbeitet, darunter Orangensaftkonzentrat und Butterpilze, welche bei Lege in der Küche für ziemliche Verwirrung sorgen.

Durch modifizierte Stärke lässt sich das Gericht außerdem mehrfach erhitzen und wieder abkühlen, ohne dass sich die Konsistenz verändert. Dadurch könne man sich teure Tomaten sparen, erklärt Britta Schautz von der Verbraucherzentrale Berlin.

"Es muss schmecken. Und ich bin ganz ehrlich: Im Moment der Produktauswahl haben wir uns nicht den Wasseranteil angeguckt", sagt Alexander Thies, der Leiter des Bordservices der Deutschen Bahn. Den großen Preisunterschied - eine vergleichbare Tomatensuppe bekommt man im Supermarkt bereits ab 87 Cent - begründet er mit einem "allgemein" höheren Preispunkt, aber auch einer höheren Kaufbereitschaft auf Reisen.

Abonniere unseren Newsletter und wir versprechen, deine Mailadresse nur dafür zu verwenden.

Abonniere doch jetzt unseren Newsletter
Mit Anklicken des Anmeldebuttons willige ich ein, dass mir die teleschau GmbH den von mir ausgewählten Newsletter per E-Mail zusenden darf. Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und kann den Newsletter jederzeit kostenlos abbestellen.

Sebastian Lege kritisiert Bahn-Produkt: "Dieses Produkt darf nicht Falafel heißen"

Auch für ihre veganen Falafel-Wraps oder die Currywurst mit Pommes müssen Reisende in den Bordrestaurants der Deutschen Bahn deutlich mehr als für vergleichbare Produkte ausgeben. Dabei hat das, was im Zug auf den Teller kommt, manchmal wenig mit dem zu tun, was auf der Speisekarte steht, wie Lege feststellt. "Ich finde, dieses Produkt darf nicht Falafel heißen", erklärt der 47-Jährige in seiner Versuchsküche, während er die DB-Wraps nachkocht: "Das ist für echte Falafel eine Beleidigung."

Traditionell werden diese aus Kichererbsen, Gewürzen und Kräutern zubereitet. Die "Getreidebällchen", wie Lege sie nennt, der Deutschen Bahn bestehen aus elf Zutaten, darunter Paniermehl und Hartweizen. Der Koch findet das "frech" und auch bei der Sauce muss er den Kopf schütteln: In der Zutatenliste finden sich Dinge wie Brandweinessig, Mangopüree und modifizierte Stärke, denn auch hier wird hauptsächlich Wasser verarbeitet.

Bei der beliebten Currywurst sollten sich Reisende ebenfalls überlegen, ob sie die 10,90 Euro auf den Tisch legen wollen, findet Schautz. Schließlich bekäme man nur ein Mikrowellengericht. Die Grillstreifen an der Wurst täuschen möglicherweise darüber hinweg, doch die, zeigt Lege, werden bereits bei der Produktion aufgebrannt. Auch bei den Streuseln auf dem Kuchen wird getrickst: Die werden nicht aus teurer Butter, sondern mit Palmfett hergestellt. Für die leicht gelbliche Farbe sorgt der orangene Farbstoff aus Karotten.

DB-Mann erklärt: "Wir wollen Deutschlands bester Gastgeber sein"

Es sei positiv, dass die Deutsche Bahn ein solches gastronomisches Angebot habe, findet Schautz: "Aber ich darf mir jetzt keine kulinarischen Genüsse erwarten, auch wenn die Preise relativ hoch sind. Denn was ich bekomme, sind aufgewärmte Convenience-Produkte." Trotzdem, erklärt Thies: "Wir wollen Deutschlands bester Gastgeber sein." Er selbst gibt jedoch zu: "Natürlich wissen wir ganz viele Gründe, warum wir es eventuell nicht sind."

Dabei lohne sich der Service für die Deutsche Bahn wirtschaftlich gar nicht, gesteht er. 2024 lag das Unternehmen mit einem Umsatz von 128 Millionen Euro lediglich auf Platz 14 der Verkehrs- und Systemgastros. "Deswegen betrachten wir den Bordservice, das Restaurant, viel holistischer, als Teil einer Reise-Experience. Und natürlich wissen wir, was uns das kosten darf, damit das den Kunden zum Wiederkauf eines Tickets bewegt", sagt der DB-Manager im ZDF. Dennoch habe er Verständnis für Reisende, denen die Produkte zu teuer sind. Eine Preisminderung ist jedoch wohl nicht in Aussicht: "Bei uns, in diesem Ambiente, in dieser Mobilität, ist es unser Preispunkt."

"besseresser: Die Tricks im DB-Bordrestaurant" ist am Dienstag, 17. Februar, um 20.15 Uhr im ZDF und bereits jetzt in der Mediathek zu sehen.

Das könnte dir auch gefallen


Trending auf SWYRL