Tombstone - Fr. 09.12. - 3sat: 22.25 Uhr

Der kurze Traum vom Westen

06.12.2022 von SWYRL/Kai-Oliver Derks

Das Western-Genre wird im Kino nur noch selten bedient. In den 90er-Jahren war das noch anders. 3sat zeigt mit "Tombstone" einen echte Klassiker von damals.

Nach den oscargekürten Western "Der mit dem Wolf tanzt" (1990) und "Erbarmungslos" (1992) schien das ewig totgesagte Genre Anfang der 90er-Jahre zu neuem Leben erwacht zu sein. 1993 wurde folglich die Produktion für zwei Filme über den wohl bekanntesten Helden der Western-Geschichte aufgenommen: Wyatt Earp. Obwohl mit "Tombstone" (mit Kurt Russell, nun bei bei 3sat) und "Wyatt Earp" (mit Kevin Costner) zwei starke und dabei komplett unterschiedliche Filmversionen produziert wurden, setzte sich der Boom an der Kasse nicht fort. Bis heute hat sich das kaum geändert. Western werden, mangels Erfolgschancen an den Kinokassen, nur noch selten produziert.

George P. Cosmatos inszenierte 1993 "Tombstone" als klassischen harten Western, der zugleich Züge eines Dramas trägt. Erzählt wird von Wyatt Earp, der sich mit seinen Brüdern (Sam Elliott und Bill Paxton) 1879 in Tombstone niederlässt, um dort ein neues Leben als Geschäftsmann zu beginnen.

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Mit ganzer Leidenschaft

Doch die Stadt wird von einer Bande Outlaws terrorisiert, und die Schießkünste des ehemaligen Marshalls von Dodge City sind gefragt. Ihm zur Seite steht der lungenkranke Doc Holliday (Val Kilmer). Gemeinsam lässt man sich auf den legendären Gunfight am "OK Corral" ein, den Earp bekanntlich überlebte. Er starb erst 1929 im hohen Alter von 81 Jahren und trug durch einige Erzählungen noch selbst mit zu seiner Glorifizierung bei.

Mehr Charakterstudie als Heldenepos ist "Tombstone", den Cosmatos weitaus schneller und genreuntypischer inszenierte, als es später der geduldig in Szene gesetzte "Wyatt Earp" war. Der Regisseur konnte sich mit Russell und Kilmer auf zwei hervorragende Hauptdarsteller verlassen, die sich leidenschaftlich um eine neue Interpretation des bekannten Themas bemühten und ihre Figuren als innerlich gebrochene Helden zeigten. Schließlich hatten sich bis zu "Tombstone" schon an die 20 Duos in ihren Rollen versucht.

Kurt Russell, heute 71 Jahre, wählt seine Rollen in Hollywood inzwischen sehr genau aus. Nach großen Erfolgen wie "Guardians of the Galaxy 2 (2017)", "Once Upon a Time in Hollywood" (2019) und zwei Auftritten als Santa Claus in den "Christmas Chronicles" bei Netflix kümmert er sich derzeit vor allem um sein eigenes Weingut. Kürzlich aufgekommene Gerüchte, er spiele ein drittes Mal seiner Paraderolle als Snake Plissken ("Die Klapperschlange"), bestätigten sich wenig überraschend nicht.

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