02.03.2026 von SWYRL/Petra Esselmann
Schlapp und unkonzentriert im Homeoffice? Vielleicht kann schon ein bisschen mehr Sauerstoff in der Bude Abhilfe leisten! Warum Sie sonst noch mehrmals täglich lüften sollten und was Sie außerdem fürs Raumklima tun können.
Regelmäßiges Lüften beugt Schimmel vor und verbessert das Raumklima. Feuchtigkeit kann durch geöffnete Fenster entweichen und sammelt sich nicht in den Räumen. Zudem befördern geöffnete Fenster Krankheitserreger hinaus. Unabhängig von der Jahreszeit sollten mindestens drei- bis viermal am Tag die Fenster so weit wie möglich geöffnet werden. Mit den folgenden Tipps lüften sie richtig.
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Luftiges Feel-Good-Ambiente
Ein aufgeräumtes Regal und aufgeschüttelte Sofakissen machen noch keine behagliche Atmosphäre im Zimmer. Es gibt auch noch einen entscheidenden Faktor, den man zwar nicht sehen, aber doch direkt wahrnehmen kann: die Luft im Raum. Deren Qualität lässt sich durch mehrere Maßnahmen beeinflussen.
Das Beste, das Sie fürs Raumklima unternehmen können, ist Frischluftzufuhr. Tatsächlich kann man auch bei so einfachen Routinen wie "Fenster auf, Fenster zu" Fehler machen. Als Orientierung für richtiges Lüften gibt das Umweltbundesamt (UBA) an: Feuchtigkeit und Schadstoffe sollten möglichst direkt dort, wo sie entstehen, und möglichst gleich dann, wenn sie entstehen, durch Lüften getilgt werden.
Darüber hinaus werden durch regelmäßiges Lüften, wie spätestens seit Corona bekannt, auch Krankheitserreger in der Luft durchs Fenster hinausgeschickt. Das CO₂ (Kohlendioxid), das wir ausatmen, wird gegen frischen Sauerstoff ausgetauscht.
Stoßlüften und Querlüften
Wie lüftet man nun "richtig"? Indem die Fenster so weit wie möglich geöffnet werden, idealerweise zur gleichen Zeit in verschiedenen Räumen. Auf diese Weise wird für Durchzug gesorgt. "Querlüften" lautet das Stichwort, ein anderes "Stoßlüften": ein kurzer, aber intensiver Luftaustausch, insbesondere im Winter. Fünf bis zehn Minuten reichen aus, die Prozedur sollte aber drei- bis viermal am Tag wiederholt werden.
Ein Fenster nur zu kippen, dafür aber über einen längeren Zeitraum, ist keine zweckdienliche Alternative zum Stoßlüften. Denn so kann kein effektiver Luftaustausch stattfinden, wertvolle Heizungswärme dagegen geht auf diese Weise zuverlässig verloren. Grundsätzlich gilt: Während des Lüftens sollten Heizkörper abgestellt werden, um Energie nicht sinnlos zu verschwenden.
Feuchtigkeit vermeiden
Zu viel Feuchtigkeit im Haus kann nicht nur der Bausubstanz gefährlich werden, sondern auch die Bewohner krank machen. Denn sobald sie sich an Wänden und anderen Oberflächen anlegt, bietet sich dort ein Nährboden für Schimmel. Beschlagene Fenster sind zu vermeiden und auf jeden Fall ein Alarmsignal, diese möglichst schnell zu öffnen.
Wie entsteht überhaupt so viel Feuchtigkeit in Innenräumen? Die Bewohner verursachen sie. Eine vierköpfige Familie reichert die Luft täglich mit sechs bis zwölf Litern Wasser an, so die Verbraucherzentrale. Wenn besonders viel Feuchtigkeit innerhalb einer kurzen Zeitspanne anfällt, spricht das Umweltbundesamt von "Feuchtespitzen": Am deutlichsten macht sich das nach einer Dusche angesichts beschlagener Duschwände, Fliesen oder Spiegel bemerkbar. Dieses ganze Wasser sollte zügig abgewischt werden. Gegen die Feuchtigkeit in der Luft hilft: gründlich lüften. Dabei gelten im Bad eigene Regeln.
Bei der Belüftung des Badezimmers ist Querlüften eher nicht angeraten. Hier sollte die Tür geschlossen bleiben, um die Feuchtigkeit nicht in der Wohnung zu verteilen. Gibt es kein Fenster im Bad, das man aufmachen kann, sollte der Raum über eine funktionierende Lüftungsanlage verfügen.
Es gibt noch einen Raum, bei dem die Tür während des Lüftens besser geschlossen bleibt: die Küche. Denn auch beim Kochen entsteht viel Feuchtigkeit. Ein guter Dunstabzug zieht einiges weg, trotzdem sollte auch hier mit geöffneten Fenstern nachgeholfen werden. Auf diese Weise lassen sich auch Küchengerüche direkt bei ihrer Entstehung beseitigen. Beim Braten entsteht außerdem Feinstaub. Dem kommt man ebenfalls durch großzügiges Öffnen der Fenster bei.
Lüften in Schlaf- und Wohnzimmer
Spezielle Belüftung ist im Schlafzimmer notwendig. Dort darf ausnahmsweise das Fenster die ganze Nacht lang gekippt sein (solange die Heizung währenddessen nicht auf Hochtouren eingestellt ist). Immerhin atmen wir in diesem Raum stundenlang Sauerstoff weg und blasen CO₂ und Feuchtigkeit in die Luft. Stört allerdings ein gekipptes Fenster, hilft auch Stoßlüften vor sowie nach dem Schlafen.
Der Wäscheständer im Wohnraum ist nicht nur ein ästhetisches Problem, die nasse Wäsche treibt auch den Feuchtigkeitsgehalt nach oben. Gibt es keine andere Möglichkeit, als die frisch gewaschenen Textilien in der Wohnung aufzuhängen, muss es abermals heißen: Fenster auf! Bei warmen Außentemperaturen nimmt der Luftaustausch übrigens mehr Zeit in Anspruch als bei kalten, nämlich bis zu einer halben Stunde.
Trockene Luft
Gerade im Winter kann es vorkommen, dass nicht zu viel Feuchtigkeit das Raumklima beeinträchtigt, sondern zu wenig. Trockene Heizungsluft kann sehr unangenehm sein und Augen oder Schleimhäute reizen. Wird die Wohnung mit Heizkörpern beheizt, kann eine mit Wasser gefüllte Schale darüber Abhilfe schaffen, andernfalls ein Luftbefeuchter.
Wer sich nicht nur auf die eigene Nase oder eine bestimmte Lüftungsroutine verlassen möchte, um für das perfekte Raumklima zu sorgen, kann sich die Werte von Feuchtigkeit und Temperatur in der Luft von einem entsprechenden Messgerät anzeigen lassen. Ideal sind laut Verbraucherzentrale 18 bis 22 Grad Celsius Raumtemperatur (16 bis 18 Grad im Schlafzimmer) und 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Auch der CO₂-Gehalt in der Luft lässt sich mit Geräten für den Hausgebrauch messen: "Parts per million" heißt die Einheit, abgekürzt ppm. Spätestens ab 1.000 ppm wird empfohlen zu lüften. Je höher die CO₂-Konzentration in der Luft, desto stärker kann unsere Konzentrationsfähigkeit nachlassen. Denn zu viel vom Kohlendioxid, das wir selbst ausatmen, macht müde. Das Gegenmittel ist frischer Sauerstoff, der durch ein offenes Fenster hereinströmt, während das CO₂ hinausgelüftet wird.
Gestank im Schrank?
Wenn trotz regelmäßigen Lüftens unliebsame Gerüche den olfaktorischen Eindruck in der Behausung stören, gibt es noch andere Mittel, um diese zu tilgen: Kaffeepulver, idealerweise frisch gemahlen, wirkt geruchsneutralisierend, wenn es offen in einem Schälchen aufgestellt wird.
In kleineren, quasi geschlossenen Einheiten wie einem Schrank oder einem Paar Schuhe kann eine Portion Salz oder Natron mit der Feuchtigkeit auch Gerüche aus der Umgebungsluft aufnehmen.
Sollen bestimmte Duftnoten nicht aus der Luft herausgefiltert werden, sondern diese anreichern, können Lufterfrischer diesen Job übernehmen. Eine natürliche Do-it-youself-Variante ist eine selbst angerührte Mischung, deren Aroma sich mittels Bambusstäbchen oder Schaschlikspießen im Raum verteilt: Man verwendet dazu als Basis ein Öl ohne Eigengeruch (zum Beispiel Sonnenblumenöl) und einige Tropfen eines ätherischen Öls.
Zum Beduften eines Raumes eignen sich auch Blumen wie Lilien, Rosen oder Hyazinthen. Manche Grünpflanzen können sogar noch mehr tun fürs innere Klima: Sie wirken nicht nur als Sauerstofflieferanten, sondern auch als Schadstofffilter für die Luft. Grünlilie, Einblatt oder Efeutute beispielsweise können unerwünschte Stoffe wie Formaldehyd oder Kohlenmonoxid aufnehmen und abbauen.
Regelmäßiges Lüften kann aber auch ein Meer von Zimmerpflanzen nicht ersetzen, im Gegenteil: Je mehr Pflanzen, desto mehr Feuchtigkeit kann entstehen. Die optimale Maßnahme fürs Raumklima bleibt daher: Fenster öffnen.


