11.02.2026 von SWYRL/Franziska Wenzlick
Bislang kam ChatGPT ohne Werbung aus. Nun integriert OpenAI erstmals Werbung in den KI-Chatbot - vorerst allerdings nur in den USA.
Jahrelang galt OpenAI-CEO Sam Altman als scharfer Kritiker von Werbung in KI-Bots. Nun scheint der Firmenmitbegründer seine Meinung geändert zu haben. "Heute beginnen wir in den USA mit dem Testen von Anzeigen in ChatGPT", kündigte das Unternehmen am Dienstag an.
ChatGPT werde "von Hunderten Millionen Menschen zum Lernen, für die Arbeit und für alltägliche Entscheidungen genutzt", heißt es auf der Webseite des Konzerns weiter. Das Aus der Werbefreiheit begründet das Unternehmen damit, dass "erhebliche Investitionen in die Infrastruktur" notwendig seien, um den ChatBot "schnell und zuverlässig" zu halten.
Von der Neuerung betroffen sind ausschließlich US-amerikanische Nutzer des Gratis-Modells und des kostengünstigsten Tarifs "Go". Wer für seinen ChatGPT-Tarif tiefer in die Tasche greift, kann das Programm weiterhin ohne Werbung nutzen. Für User der kostenlosen Version besteht zudem die Möglichkeit, die Anzeigen zu entfernen. Diese Option reduziere allerdings die Anzahl der täglich nutzbaren Chats.
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Konkurrenz stichelt gegen OpenAI
Wie OpenAI versichert, sollen Anzeigen immer als solche gekennzeichnet werden und keinen Einfluss auf die Antworten des Chatbots haben. Auch müssten Nutzerinnen und Nutzer nicht um den Datenschutz fürchten: Der Test ziele demnach nicht darauf ab, Chat-Inhalte an Werbetreibende weiterzugeben.
Sam Altman hatte die Einführung von Werbeanzeigen bislang als "letzten Ausweg" bezeichnet. Mit einem Werbespot beim Super Bowl hatte sich vor wenigen Tagen das Konkurrenzunternehmen Anthropic über OpenAIs Kurswechsel lustig gemacht: "Werbung hält Einzug in die KI", hieß es in dem Video. Dies gelte jedoch nicht für Anthropics Chatbot Claude. Sam Altman reagierte daraufhin pikiert - und bezeichnete die Kampagne des Rivalen in einem ausführlichen Beitrag auf X als lustig, aber "eindeutig unehrlich".


