Talkshow-Moderator

Markus Lanz verteidigt seinen Fragestil: "Die Leute können das ab"

28.06.2022 von SWYRL

Für seine hartnäckigen Fragen muss ZDF-Talker Markus Lanz häufig Kritik einstecken. In einem Podcast erklärte der Moderator nun, weshalb er sein Konzept trotzdem nicht ändern wird - und verriet zudem, welche Gäste für die besten Einschaltquoten sorgen.

Er polarisiert wie kaum eine anderer deutscher TV-Talker: Dass Markus Lanz das ZDF-Unterhaltungsflaggschiff "Wetten, dass ..?" in schwerer See steuerte, scheint eine Ewigkeit her zu sein. Sein Name ist mittlerweile fest mit dem seiner eigenen Talkshow verbunden, in der er sich stets als besonders hartnäckig nachfragender Gastgeber zeigt.

Im Podcast "OMR" sprach der 53-Jährige nun darüber, weshalb er 2012 die Nachfolge von Thomas Gottschalk bei "Wetten, dass ..?" überhaupt übernommen habe: "Ich habe nie wirklich davon geträumt, eine Showtreppe runterzukommen und im Hintergrund tanzt das MDR-Fernsehballett", räumte der TV-Star ein, der zuvor von RTL zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk gewechselt war.

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Hat Markus Lanz sich zu "Wetten, dass ..?" 2012 breitschlagen lassen?

Die Nachfrage von Podcast-Host Philipp Westermeyer, ob er sich damals zur Moderation der ZDF-Prestigesendung habe "breitschlagen" lassen, bejahte Lanz lachend - die Formulierung könne man "genau so" stehenlassen. Nichtsdestotrotz sei er dankbar, dass der Sender in schwerer Zeit zu ihm gestanden habe. "Als damals das Ding nicht so richtig funktioniert hat, blieb das ZDF sehr klar an meiner Seite und das ist groß", erinnerte sich der gebürtige Südtiroler. "Wetten, dass ..?" war 2014 wegen sinkender Einschaltquoten und fast einhellig negativem Medienecho eingestellt worden. Seit vergangenem Jahr moderiert Thomas Gottschalk einmal jährlich eine Revival-Ausgabe.

Seine heutige Talkshow sei hingegen das ideale Format für ihn, bekräftigte Lanz im Podcast-Gespräch. "Das, was ich jetzt mache, ist das, was ich am allerliebsten mache. Ich bin wahnsinnig dankbar." Sein Job sei "bezahlte Selbstverwirklichung", stellte Lanz fest - auch, weil sich die Sendung mittlerweile seltener mit Boulevard-Themen beschäftige. "Damals, als Mario Barth bloß das Wort 'Handtasche' erwähnen musste und alle durchgedreht sind, hätte ich mit Sicherheit nicht so gut funktioniert", erkennt der ZDF-Talker eine Veränderung beim Zeitgeist. "Jetzt haben wir ganz andere Zeiten. Gute Zeiten, um Dinge zu erklären und kritische und harte Fragen zu stellen."

"Wir kriegen sehr genau mit, welche Gäste funktionieren"

Vorwürfe, er sei in seinem Fragestil zu hartnäckig, könne er deshalb nicht nachvollziehen. "Politische Diskussionen und auch Streit müssen doch möglich sein. Die Leute können das ab, das sind doch Profis", untermauerte Lanz. Seine Aufgabe sei es, "auf jede Antwort die richtige Frage zu finden". Aus diesem Grund verzichte er auch darauf, zu viel Zeit in den sozialen Medien zu verbringen. "Wenn ich anfange, das alles genau zu lesen und auch noch zu kommentieren, würde ich mich vermutlich irgendwann einschränken und kontrollieren", erklärte er. Für seinen Beruf sei es jedoch wichtig, "mit Anlauf in die Grütze zu springen".

Nur so könne er seinen prominenten Gästen Abend für Abend auf den Zahn fühlen. Dabei werde durch seine Redaktion auch geprüft, wer für hohe Einschaltquoten sorge. "Wir kriegen sehr genau mit, welche Gäste funktionieren", bestätgite Lanz auf Nachfrage. Besonders Markus Söder, Karl Lauterbach und Richard David Precht seien wahre Zuschauermagneten. Dabei, so stellte der Moderator klar, ginge es jedoch selten um die Personen selbst: "Die Leute interessieren sich nicht so sehr für die Persönlichkeiten, sondern mehr um die Funktion, die jemand erfüllt." Dies sei auch bei ihm selbst und anderen Moderationskolleginnen und -kollegen der Fall.

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