Zensur bei Berliner Filmfest?

Hollywood-Stars üben in offenem Brief scharfe Kritik an Berlinale: "Wir sind bestürzt!"

18.02.2026 von SWYRL

Aktuell findet in Berlin die Berlinale statt. Auch viele internationale Stars sind bei dem Filmfestival vor Ort - doch nun regt sich bei einigen der Unmut. In einem offenen Brief üben 81 Filmschaffende scharfe Kritik an der Veranstaltung. Und werfen den Verantwortlichen Zensur vor.

Die Berlinale ist in vollem Gange. Doch das Filmfestival wird von einer immer weiter anschwellenden politischen Diskussion überschattet. Nun haben sich 81 aktuelle und frühere Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Festivals in einem offenen Brief an die Veranstalter gewandt - und scharfe Kritik geübt.

Der Hintergrund: Die Filmschaffenden werfen dem Festival "Schweigen" zum Konflikt in Gaza vor und "Zensur" von Künstlerinnen und Künstlern, die sich dazu geäußert haben. Der Brief liegt dem Magazin "Variety" vor, das daraus zitiert. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören unter anderem Schauspielerin Tilda Swinton und Schauspieler Javier Bardem. Auch einige Regisseure wie Mike Leigh, Lukas Dhont, Nan Goldin haben sich dem Schreiben angeschlossen. Sie erklären, dass sie "von den Institutionen unserer Branche erwarten, dass sie sich weigern, sich an der schrecklichen Gewalt zu beteiligen, die weiterhin gegen die Palästinenser ausgeübt wird".

Schon bei der Eröffnungspressekonferenz der Berlinale war es politisch geworden. Dort hatten Aussagen des Jurypräsidenten Wim Wenders für Unmut gesorgt. Auf die Nachfrage nach dem Nahostkonflikt antwortete Wenders: "Wir sollten uns aus der Politik heraushalten" und erklärte, Filmemachen sei "das Gegengewicht zu Politik".

Abonniere unseren Newsletter und wir versprechen, deine Mailadresse nur dafür zu verwenden.

Abonniere doch jetzt unseren Newsletter
Mit Anklicken des Anmeldebuttons willige ich ein, dass mir die teleschau GmbH den von mir ausgewählten Newsletter per E-Mail zusenden darf. Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und kann den Newsletter jederzeit kostenlos abbestellen.

Berlinale-Chefin Tricia Tuttle äußert sich zu Vorwürfen

Die Schriftstellerin Arundhati Roy sagte daraufhin ihren Berlinale-Besuch ab. Und auch in dem offenen Brief wurden die Aussagen des Regisseurs scharf kritisiert. Dort heißt es, man widerspreche seinen Äußerungen "vehement": "Man kann das eine nicht vom anderen trennen."

In dem Schreiben werde laut "Variety" zudem darauf hingewiesen, dass die Berlinale sich in der Vergangenheit bereits zu den "Gräueltaten" gegenüber Menschen im Iran und in der Ukraine klar positioniert habe. "Wir fordern die Berlinale auf, ihrer moralischen Pflicht nachzukommen und sich klar gegen den Völkermord, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Kriegsverbrechen Israels gegenüber den Palästinensern auszusprechen", heißt es weiter.

Berlinale-Chefin Tricia Tuttle hatte sich bereits am Wochenende hinter Wim Wenders und die anderen Künstlerinnen und Künstler gestellt. In einem Statement erklärte sie: "Wir glauben nicht, dass es unter den hier vertretenen Filmschaffenden jemanden gibt, dem gleichgültig wäre, was in dieser Welt geschieht - jemanden, der die Rechte, das Leben oder das immense Leid der Menschen in Gaza und im Westjordanland, in der Demokratischen Republik Kongo, im Sudan, im Iran, in der Ukraine, in Minneapolis und an einer erschreckend großen Zahl weiterer Orte nicht ernst nähme."

Das könnte dir auch gefallen


Trending auf SWYRL