Ein Wahnsinnstag - Fr. 27.05. - ARD: 20.15 Uhr

Geteiltes Leid ist ganze Freud

24.05.2022 von SWYRL/Hans Czerny

Mal ganz ohne Patchwork und bloß einfach getrennt geht es zu in der Familienkomödie "Ein Wahnsinnstag" zu Köln am Rhein. Der Schauplatz spielt mit, eine Grundschule bleibt wegen Bombenalarms geschlossen. In Not geraten dieserhalb ein angehender Fremdenführer und eine Schul-Köchin samt Kinderlein.

Die schaffen das! - Soviel wird gleich zu Anfang der ARD-Freitagskomödie "Ein Wahnsinnstag" klar, wenn klein Fritzchen zur Mutti sagt: "Mami, du bist die beste Köchin der Welt. Du kriegst doch den Job sowieso!" Frederike (Mina Tander), die alleinerziehende Mami, muss sich also keine Sorgen machen um die Zukunft. Genauso wenig wie Philipp (Ulrich Brandhoff), der unaufhaltsame Charmeur, der sowieso der Beste ist und gleich zu Frederike sagt: "Ich pass' total gern auf den Fritz auf, wenn du Miriam dann übernimmst!"

Als wären sie nicht schon gestresst genug, die Frederike und der Philipp mit ihren aufgeweckten Kinderlein, müssen sie auch noch - just als der Schulblock beim Bombenalarm zum Sperrbezirk erklärt wird - eigenwillige Jobprüfungen bestehen: Frederike will "Schulköchin" werden (soll's geben). Sie ist dann "Chefin von sich selbst", wie Fritzchen so trefflich bemerkt. Philipp wiederum ist eigentlich im Museum angestellt, möchte aber mit dem Fremdenführerjob ein "zweites Bein" sein eigen nennen.

Wohin aber während der Zeit der Prüfung mit den Kindern? Abwechslung bietet eine Lösung, während der Bomben- Hubschrauber am Himmel kreist. Während Frederike Philipp erst mal den Rücken freihält und der seiner Klientel Kölner Sehenswürdigkeiten nebst Tünnes-und-Schäl-Witzen nahebringen kann ("Köln liegt in Indien - wussten Sie's? - 'Toiletten am Ende des Ganges!"), klettert Miri besorgniserregend einem Papagei-Luftballon hinterher, holt sich Fritz ein blutiges Kinn beim Roller-Trick, was Miris Mutter "sexy" findet. Was das sein soll, wird Fritz später - oder auch gar nicht - erklärt.

Es sind diese kleinen Nummern, die sich hier wie an einer Perlenkette aneinanderreihen, nicht so sehr der große überwältigende Plot. Der wird ganz selbstsicher schon auf dem Filmposter verraten, wo sie eine neue Vorzeige-Familie bilden: die Frederike, der Philipp, die Kinder Fritz und Miri. Viel mehr als sonst haben in der sorgfältigen Regie von Katja Benrath zum Glück die Kinder das Sagen. Nicht auszudenken, hätte man die Alten mehr quatschen lassen - dann hätten sie womöglich mehr als ohnehin über die Ex-Partner vom Leder gezogen, oder sich einfach auch schon viel zu früh - und auch schon vor ihrer so trickreichen Wohnungssuche - geküsst.

Großes Lob also für William Vonnemann und Mia Grace Herold, die frechen Kleinen, die hier mal nicht ganz so perfekt die Schlauen mimen, als wären sie direkt in Hollywood gecastet. Aber auch der Kölner Klüngel bekommt, möglicherweise sogar unbeabsichtigt, ganz nebenbei das ihm gebührende Fett noch ab: Hockt doch beim finalen Kochtest auch schon wieder der Stadtführungsspitzel mit in der Kneipe, der undercover den probehalber auf Philipp angesetzten Touristen spielte. So sind sie, die Kölner - sie ändern sich nicht.

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