Bundestags- und Landtagswahlen am 26. September

Ein Ritual der Demokratie: So läuft der Wahlabend im TV

21.09.2021 von SWYRL/Eric Leimann

Am 26. September haben Sie die Wahl - nicht nur durch die Stimmabgabe bei der Wahl des neuen Bundestages in Berlin sowie - nur in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern - zu zwei neuen Landtagen. Auch auf der Fernbedienung buhlen verschiedene Sender um Ihre Gunst. Wer macht welches Angebot?

Traditionell begleiten ARD und ZDF Wahlabende am intensivsten. Inklusive regelmäßiger, mit großer Spannung erwarteter Hochrechnungen zum Ausgang des Urnengangs. 2021 haben auch Sender das politische Geschehen für sich und ihr Publikum entdeckt, die bisher einen Bogen um solche "Events" machten. Wie gehen sie an den großen Wahlabend des 26. Septembers 2021 heran? Wer berichtet ab wann - und in welchen Formaten? Wir geben einen Überblick.

Im Ersten gehen ab 17.15 Uhr Tina Hassel und Ingo Zamperoni mit "Bundestagswahl 2021" auf Sendung. Kurz nach 18 Uhr, wenn die Wahllokale geschlossen sind, dürfte die erste Prognose veröffentlicht werden. Dabei setzt die ARD auf das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap. Nach der "Tagesschau" um 20.15 Uhr folgt im Ersten die "Berliner Runde" (auch zeitgleich im ZDF) mit den Spitzenkandidaten der Parteien, moderiert von Rainald Becker und Peter Frey. Um 21.15 Uhr schaltet das Erste ein "Tagesthemen Extra" mit Caren Miosga zwischen, dem um 21.30 Uhr eine Ausgabe von "Anne Will" folgt - sicherlich eine der wichtigsten Ausgaben der vergangenen Monate. Die regulären "Tagesthemen" um 22.30 Uhr (an diesem Abend bis 23.10 Uhr) beschließen den Wahlabend im Ersten.

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Die Dritten und das ZDF

Auch in den Dritten Programm der ARD dominiert die Wahl den Abend des 26. Septembers. So zeigt beispielsweise das Bayerische Fernsehen ab 17.15 Uhr die Sendung "Prognosen und Hochrechnungen zur Wahl in Deutschland und exklusiv für Bayern". Bis 0.45 Uhr werden im BR-Dritten aus bayerischer und noch weiter regionalisiertem Blickwinkel die Ergebnisse des Tages analysiert, lediglich unterbrochen von "Tagesschau" (20.00 Uhr) und "Rundschau" (21.45 Uhr) sowie - vermutlich zum Durchschnaufen - der Sendung "Trachtler- und Musikantentreffen in der Oberpfalz" zwischen 20.15 Uhr und 21.15 Uhr.

Das ZDF beginnt seine Wahlstrecke mit dem Moderationsgespann Bettina Schausten und Matthias Fornoff bereits um 17 Uhr. Die Mainzer bauen auf Prognosen und Hochrechnungen der Forschungsgruppe Wahlen e.V. in Mannheim. Unterbrochen von der "heute"-Sendung um 19 Uhr läuft die Übertragung bis zum Beginn der "Berliner Runde" (20.15 bis 21.15 Uhr) und danach noch einmal bis 21.45 Uhr. Im Anschluss geht das "heute journal" auf Sendung, danach gibt es um 22.30 Uhr ein "Maybrit Illner spezial". Der Wahlabend im Zweiten endet um 23.30 Uhr.

Was machen die Privaten?

Dass auch Privatsender wie RTL, SAT.1 und ProSieben neuerdings stark auf Politik und relevante Gesellschaftsthemen setzen, ist spätestens seit der Corona-Krise ein deutlich wahrnehmbarer Trend. Am Wahlabend haben sich die Sender wie folgt aufgestellt: RTL und n-tv bieten eine zehnstündige Sonderstrecke an, die bereits um 12 Uhr mit "Neustart für Deutschland - der Wahltag" beginnt. Es moderieren Katja Burkard und Christopher Wittich live aus Berlin. Ab 17 Uhr richtet sich der Blick von Pinar Atalay und Peter Kloeppel zunehmend auf den Wahlausgang. In "Neustart für Deutschland - die Entscheidung" werden Hochrechnungen, Interviews und Hintergrundberichte präsentiert. Um 22.15 Uhr endet die Strecke bei RTL mit "Spiegel TV", doch auch hier dürfte bis 23 Uhr das Thema des Tages noch in irgendeiner Form verhandelt werden. Das ganze hat absolut die Dimension wie bei den öffentlich-rechtlichen Sendern.

SAT.1 hat sich hingegen dazu entschlossen, den großen Wahlabend etwas kleiner zu fahren - und ihn auf eine Stunde zu verdichten. Neben den regulären Nachrichtensendungen soll es beim Sender ab 17.55 Uhr erste Zahlen geben. SAT.1-Politikfachmann Heiko Paluschka bewertet die Hochrechnungen und Koalitionsmöglichkeiten bis 18.55 Uhr. Der Schwestersender ProSieben verzichtet abseits seiner kurzen Nachrichtensendung "News Time" (18.00 bis 18.10 Uhr) ganz auf eine aktuelle Wahlberichterstattung.

Wo gibt es sonst noch etwas zur Wahl?

Der öffentlich-rechtliche Sender Phoenix setzt auf die Karte des internationalen Blickwinkels auf die deutsche Wahl. Hier beginnt die Berichterstattung um 18 Uhr mit Hochrechnungen von ARD und ZDF sowie deren Bewertung. In der "Phoenix-Wahlrunde" um 19 Uhr analysieren Journalistinnen und Journalisten das Ergebnis. Nach der "Berliner Runde" (auch bei ARD und ZDF) läuft um 21.15 Uhr "Phoenix internationale Wahlrunde", in der Auslandskorrespondentinnen und ‑korrespondenten die Zahlen des Abends unter die Lupe nehmen. Um 22 Uhr folgt dann "Wahl 2021: Deutschland hat gewählt". Auch der private Nachrichtensender WELT (früher N24) berichtet im XXL-Modus von der Wahl - von 7 Uhr morgens bis 0 Uhr in der Nacht.

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