18.01.2026 von SWYRL
Der Düsseldorfer Antiquitätenhändler Markus Wildhagen prägt "Bares für Rares" mit ruhiger Art und sicherem Blick für das Besondere. Was viele nicht wissen: Die Raritäten des 59-Jährigen waren schon in einigen Kino-Hits zu sehen.
Zwei Jahre lang ließ Markus Wildhagen die Anfragen der ZDF-Sendung unbeantwortet. 2017 schließlich ließ sich der Düsseldorfer Antiquitäten- und Kunsthändler überreden, Teil von "Bares für Rares" zu werden. Seitdem prägt er die Sendung, die montags bis freitags um 15.05 Uhr im Zweiten läuft, mit ruhiger Präsenz und einem ausgeprägten Gespür für außergewöhnliche Objekte.
"Wir haben alle nur ein Leben, und in diesem Leben sollten wir uns auch Freude machen." Mit diesem Satz umreißt Wildhagen seine Haltung zum Sammeln und Handeln. Schon als Jugendlicher zog es ihn zu Dingen, die aus der Reihe fielen.
"Schon mit 14 war es mir wichtig, Dinge zu haben, die nicht jeder hat", erklärte er 2017 dem Düsseldorfer Online-Portal "The Dorf". Auf Flohmärkten und in kleinen Läden suchte er früh nach Gegenständen, die andere längst abgeschrieben hatten. Ob diese im Alltag nützlich waren, spielte keine Rolle. In einem Interview mit der "Westdeutschen Zeitung" aus dem Jahr 2012 erinnerte er sich: "Zuerst habe ich Bibeln gesammelt, obwohl ich nicht besonders religiös bin. Dann waren es Brillen, obwohl ich keine Brille trage, und später Zigarrenpapier, obwohl ich nicht rauche."
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Die "'Geiz ist Geil'-Mentalität" ist Markus Wildhagen ein Graus
Angetrieben wird Wildhagen vom Reiz des Außergewöhnlichen. Luxus ist für ihn kein Maßstab. "Das kann was für einen Euro sein." Was ihn dagegen abstößt, ist das "Ertrinken in Mittelmäßigkeit", wie er gegenüber "The Dorf" betonte. Die von ihm zitierte "'Geiz ist geil'-Mentalität" bezeichnete er als Katastrophe. Seine Leidenschaft für besondere Dinge führt Wildhagen auf seinen Großvater zurück, der als Architekt arbeitete und ihm den Blick für Formen und Materialien vermittelte. Die Eltern standen dem Thema sachlicher gegenüber.
Nach dem Realschulabschluss wählte der gebürtige Düsseldorfer zunächst einen bodenständigen Weg. Er absolvierte eine Ausbildung zum Industriekaufmann und erlernte anschließend den Beruf des Einzelhandelskaufmanns. Von 1988 bis 1993 arbeitete er als kaufmännischer Sachbearbeiter beim Kölner Papiergroßhändler "Schneidersöhne".
Der Wunsch nach Selbstständigkeit begleitete ihn dennoch dauerhaft. Seine damalige Freundin ermutigte ihn zu diesem Schritt, die Familie reagierte zurückhaltend. "Als ich meinen Job gekündigt habe, brach für meine Eltern eine Welt zusammen", sagte Wildhagen im Gespräch mit "The Dorf". Trotz aller Bedenken unterstützten die Eltern den Start finanziell, und 1993 eröffnete er "Wandel Antik".
Wildhagens "Wandel Antik" wird zum viel gefragten Filmfundus
Das erste Ladenlokal befand sich im Düsseldorfer Hafen, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen. Diese Lage erwies sich als Glücksfall, denn "Wandel Antik" entwickelte sich rasch zu einer gefragten Adresse für Requisiten. Deutsche und internationale Produktionen griffen auf den Fundus zurück.
Schreibmaschinen für "Der Untergang", Fahrräder für "Das Wunder von Bern" oder ein kompletter Frisiersalon für "Grand Budapest Hotel" stammen aus Wildhagens Bestand. Im Sortiment finden sich zudem ein großformatiger Scheinwerfer aus DDR-Produktion, der einst auf einem Marineschiff eingesetzt wurde, sowie präparierte Büffelköpfe. Wildhagen schätzt, im Laufe der Jahre rund 100 Lkw-Ladungen an Requisiten zusammengetragen zu haben.
Ein persönliches Lieblingsstück ist sein Schreibtisch, der vor etwa 100 Jahren ein Büro der brasilianischen Botschaft in Berlin ausstattete. Dieses Möbel wurde unter anderem für den Thriller "Bridge of Spies - Der Unterhändler" mit Tom Hanks aus dem Jahr 2015 angefragt. Neben dem Handel ist Wildhagen als Gestalter gefragt; er hat für Marken wie GANT und Tommy Hilfiger über Jahre hinweg Schaufensterdekorationen geliefert, Eventlocations konzipiert und Innenräume von Geschäften, Messeständen, Cafés und Restaurants gestaltet. Auch als Eventmanager kommt seine Erfahrung zum Einsatz.
Zwei Jahre lang lehnte er ab: Markus Wildhagen wollte nicht zu "Bares für Rares"
Dass er schließlich bei "Bares für Rares" einwilligte, war keine Selbstverständlichkeit. Zwei Jahre lang lehnte er ab, weil er um seine Privatsphäre fürchtete. Wildhagen ist seit 23 Jahren verheiratet und Vater eines Sohnes. Zu große Bekanntheit erschien ihm als Risiko für das Familienleben. Nach interner Absprache entschloss er sich 2017 dennoch zur Teilnahme. "Ich habe mich zum Glück doch noch umstimmen lassen", sagte er später. Nach acht Jahren in der ZDF-Sendung beschreibt er das Arbeiten am Set weiterhin als angenehm. Auch die Kolleginnen und Kollegen schätzen seine ruhige, besonnene Art.



