10.01.2026 von SWYRL/Eric Leimann
Zum zweiten Mal ist Andrea Sawatzki als Freiburger Anwältin Lou Caspari unterwegs. In "Die Verteidigerin - Der Fall Nicola" unterstützt sie einen alten Freund (Andreas Döhler), dessen Frau spurlos verschwunden ist. Die Suche nach Nicola entwickelt sich für die Angehörigen zur emotionalen Tortur.
Wer behauptet, die zu vielen Krimireihen im deutschen Fernsehen würden sich gleichen wie ein Ei dem anderen, hat vielleicht noch nicht Bekanntschaft mit der Freiburger Anwältin Lou Caspari gemacht. Die von Andrea Sawatzki gespielte Figur debütierte im Oktober 2025 mit "Die Verteidigerin - Der Fall Belling". Nun wird sie in "Die Verteidigerin - Der Fall Nicola" in einen neuen Fall hineingezogen. Ihr alter Freund Benno (Andreas Döhler) kontaktiert sie, weil seine Frau Nicola mit Familienhund Anton spurlos verschwunden ist. Benno und die halbwüchsige Tochter Jasmin (Mariella Aumann) glauben, dass Nicola morgens mit dem Hund im Wald war und danach - wie üblich - zur Arbeit weitergefahren sei. Dort ist sie jedoch niemals angekommen. Die Familie schaltet die Polizei ein, Kommissar Kröber (Henning Flüsloh) leitet die Ermittlungen.
Als die Suche nach der Vermissten keinen Erfolg bringt, wendet sich die Familie an die Öffentlichkeit. Tochter Jasmin und Freundin Selma (Anna Shirin Habedank) starten einen Aufruf zur Mithilfe über Social Media. So entwickelt sich die Suche nach Nicola zum Netzphänomen. Zahlreiche Hinweise werden an Familie und Polizei herangetragen - viele davon erweisen sich jedoch als unseriös. Von Fakebildern der Verschwundenen im Netz bis hin zu True Crime-Influencern und moralischen Besserwissern wird die ohnehin schon belastende Suche für die Familie vollends zur Tortur. Als mal wieder ein übergriffiger Post die Ermittlungen irritiert, fragt ein Familienmitglied, warum man so etwas macht? "Aufmerksamkeit, Geld", lautet die Antwort der Profi-Ermittler. "Manche pushen damit ihre Klickzahlen."
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Influencer-Wichtigtuer und die Abgründe von Social Media-Kampagnen
Aber warum geht ausgerechnet ein Fall wie der von Nicola viral? Auch darauf weiß das Drehbuch in Person des Ermittlers eine Antwort: "Ich habe zwei Dutzend offene Vermisstenfälle, für die interessiert sich niemand. Aber wenn eine hübsche weiße Frau im Wald verschwindet, geht die Fantasie los".
"Die Verteidigerin - Der Fall Nicola" funktioniert nicht nur als spannender und auf realistische Art und Weise wendungsreicher Kriminalfall. Die mitreißend erzählte und inszenierte Story führt uns in die Abgründe moderner Social Media-Kampagnen und Influencer-Wichtigtuer, denen Netzruhm wichtiger ist als Empathie und Verantwortung.
Geschrieben wurde "Die Verteidigerin - Der Fall Nicola" von Grimme-Preisträger Magnus Vattrodt ("Die Wannseekonferenz"), Regie führte Lars Gunnar Lotz ("Spreewaldkrimi: Die siebte Person"). Dass die kluge Reihe weitere Top-Kreative anzieht, zeigt sich am gerade abgedrehten dritten Film, den das Duo Erol Yesilkaya und Sebastian Marka verantwortet. Auch sie wurden für ihre besonderen, komplexen Thrillerstrukturen folgenden "Tatort"-Folgen mehrfach ausgezeichnet. 2019 erhielt das Duo den Grimme-Preis für den Berliner "Tatort: Meta". Der Arbeitstitel des dritten Falles mit Lou Caspari lautet: "Die Verteidigerin - Tötungsabsicht".



