10.04.2026 von SWYRL/Natascha Wittmann
Beim Umgang mit dem deutschen "Erbe" aus der Geschichte waren sich Markus Lanz und AfD-Mann Markus Frohnmaier uneinig. Weil der Politiker Nachfragen des Moderators aber nur vage entgegnete, war die Geduld von Lanz bald am Ende.
Auf dem Weltmarkt haben China, Russland und die USA herausragende Bedeutung. Neben der wirtschaftlichen einflussreichen Stellung eint die drei Länder auch eine zunehmend autokratische Ausrichtung mit einem starken Machthaber an der Spitze. Eine politische Verständigung wird dadurch mehr und mehr erschwert. AfD-Politiker Markus Frohnmaier zeigte sich bei "Markus Lanz" trotzdem überzeugt: "Wir sind in der Lage, mit allen zu sprechen. Und das ist etwas, was unsere Außenpolitik auszeichnet, weil sie von Deutschland her denkt."
Lanz hielt ihm dagegen eine frühere Formulierung vor, die er im Rahmen eines Gala-Dinners der "jungen Republikaner" in New York getätigt haben soll: "Dafür sagen Sie Sätze wie (...) 'Die Tage, an denen wir uns für unser Erbe entschuldigt haben, sind vorbei'. Was meinen Sie damit?" Frohnmaier antwortete mit ernstem Blick: "Es ist ja mittlerweile so, dass man (...) sich dafür rechtfertigen muss, wenn man einen positiven Bezug zum eigenen Land hat." Lanz konterte aufgebracht: "Das ist doch Quatsch, Herr Frohnmaier!"
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AfD-Politiker bei Lanz: "Ich möchte mich nicht dafür schämen müssen, Deutscher zu sein"
Der ZDF-Mann fragte nach: "Welches Erbe meinen Sie?" Frohnmaier blieb vage: "Ich finde, Deutschland ist ein großartiges Land mit einer großartigen Historie und Geschichte." Zugleich gebe es "leider auch einen negativen Teil der deutschen Geschichte und ich finde es richtig, dass wir so offen damit umgehen." Gleichwohl betonte er: "Ich möchte mich nicht dafür schämen müssen, Deutscher zu sein."
Der Vermutung von Journalist Frederik Schindler, es gehe "offensichtlich um den Nationalsozialismus", widersprach Frohnmaier mit einem deutlichen "Nein". Angesichts der erneuten Nachfrage von Lanz, welches "Erbe" gemeint sei, geriet Frohnmaier ins Schwimmen: "Beispielsweise müssen sich alte weiße Männer dafür entschuldigen, dass sie alt sind und weiße Männer sind." Lanz wurde daraufhin sichtlich ungeduldig und drängte weiter: "Welches Erbe meinen Sie genau?" Frohnmaier versuchte es erneut: "Diese Extreme, die wir erleben von der internationalen Linken, die finde ich beispielsweise völlig überzogen und damit kann ich nichts anfangen." Lanz tat das jedoch als "Kulturkampf-Quatsch" ab.
Bei Frage nach Kriegsverbrechen im Iran wird AfD-Mann schwammig
Wenn es derweil um den Krieg im Iran geht, wirkt die AfD so zerstritten wie lange nicht: Ein Teil der Partei sucht weiterhin die Nähe zur "Make America Great Again"-Bewegung (MAGA), während die Fraktionsspitze um Tino Chrupalla und Alice Weidel auf Abstand drängt. AfD-Politiker Markus Frohnmaier zeigte sich vorsichtig, als es um den Krieg im Iran ging. Als er die Militärschläge der USA jedoch als äußerst präzise beschrieb, widersprach der ZDF-Moderator deutlich und erinnerte an die Zerstörung einer iranischen Mädchenschule.
Frohnmaier wich nicht zurück, sondern konterte genervt: "Ich habe so den Eindruck, dass manchmal ein Stück weit verniedlicht wird, (...) wie dieses Regime in den letzten Jahren auch Nachbarländer attackiert hat." Lanz stellte sofort klar: "Ich verniedliche hier gar nichts!" Der AfD-Mann blieb nüchtern: "Gut, dann sind wir uns da ja einig an der Stelle." Doch Lanz schob nach: "Wir sind uns da nicht einig, wenn es um die Legende der vermeintlich präzisen Angriffe geht!" Er hakte nach: "Waren das Kriegsverbrechen?" Markus Frohnmaier antwortete ausweichend: "Wenn Sie zivile Infrastruktur zerstören, dann handelt es sich um Kriegsverbrechen."
SPD-Mann trifft hartes Trump-Urteil: "Er hat sich verkalkuliert und verzockt"
Lanz schien mit der Antwort des AfD-Politikers nicht zufrieden zu sein. Er hakte nach: "Waren das dann Kriegsverbrechen?" Frohnmaier sagte vorsichtig: "Wenn Sie das auf der russischen Seite so qualifizieren, dann auch auf der anderen. Da muss man schon konsequent sein." SPD-Politiker Adis Ahmetovic ging deutlich weiter: "Es wurden Brücken zerstört. Es wurde eine Mädchenschule zerstört. (...) Das sind nichts anderes als Kriegsverbrechen!" Ahmetovic vermutete, Frohnmaier würde das Wort Kriegsverbrechen nicht offen verwenden, "weil es natürlich den engen Draht zur MAGA-Bewegung gibt. (...) Man würde sich quasi einen engen Freund kaputt machen".
Frohnmaier entgegnete kopfschüttelnd: "Partnerschaft zeichnet sich dadurch aus, dass Partner nicht immer einer Meinung in der Bewertung eines Sachverhalts sein müssen." Adis Ahmetovic blieb jedoch bei seiner scharfen Kritik und erklärte: "Dieser Krieg war, ist und bleibt falsch. Donald Trump hat sich verkalkuliert und verzockt. Das sehen wir jetzt sehr deutlich. (...) Er hat nichts hinbekommen außer der gesamten Weltwirtschaft zu schaden." Seine Forderung an Berlin? "Ich möchte, dass die Bundesregierung sehr deutlich sagt, dass es ein illegaler Krieg ist."



