"Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?"

Während Ronzheimer Doku über Jugendkriminalität dreht, kommt es plötzlich zur Schlägerei

03.03.2026 von SWYRL/Gianluca Reucher

In der zweiten neuen Folge der SAT.1-Reihe "Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?" geht es um das Thema Jugendkriminalität. Dabei wird Journalist Paul Ronzheimer selbst Zeuge einer Schlägerei und trifft auch auf eine Jugendgang, die mit ihren Gewalttaten prahlt.

Spaß an Gewalt, kein Respekt vor der Polizei, Messer und andere Waffen fast immer dabei. Das scheint heutzutage auf erschreckend viele Jugendliche und sogar Kinder zuzutreffen. Wird die Hemmschwelle wirklich immer niedriger? Dieser Frage ist Paul Ronzheimer in der zweiten neuen Folge seiner Reihe "Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?" sechs Monate lang nachgegangen. Was der stellvertretende Chefredakteur der "Bild" dabei erfährt, lässt einen teils fassungslos zurück.

"Bei fast jedem vierten Gewaltdelikt sind Kinder und Jugendliche tatverdächtig", zitiert Paul Ronzheimer in seiner Reportage eine besorgniserregende Statistik. In Gelsenkirchen begleitet er die sogenannte "Soko Jugend", die darauf spezialisiert ist, potenzielle Jugendkriminelle schneller zu stellen. Der Journalist schließt sich einer Großkontrolle an. Schon nach nur einem Tag wird er feststellen, wie notwendig diese in Deutschland einmalige Spezialeinheit tatsächlich ist.

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"Du weißt ja nicht, was passiert in dem Moment"

Als Paul Ronzheimer von einem Polizisten gerade erzählt bekommt, wie entspannt die heutigen Kontrollen bislang verlaufen sind, werden sie plötzlich von einem Kollegen unterbrochen. "Schlägerei vor dem Musiktheater", heißt es. In der Reportage ist zu sehen, wie die ganze Einheit an den Ort des Geschehens sprintet. "Runter! Leg dich hin", ruft eine Einsatzkraft. Ein Messer und Drogen werden bei der Durchsuchung der Beteiligten gefunden.

"Das kommt dann so zwischendurch", sagt ein Polizist zu Paul Ronzheimer, der sich der Gefahr bewusst ist: "Du weißt ja nicht, was passiert in dem Moment, wenn alle losrennen. Hätte ja auch ein Waffeneinsatz sein können." Er erkennt: "Man sieht, wie wichtig es ist, dass Polizisten schnell da sind." Womöglich auch durch dieses schnelle Eingreifen wurde glücklicherweise niemand verletzt.

Später am selben Tag wird die Einheit erneut alarmiert. Ein Tatverdächtiger eines versuchten Tötungsdelikts vom Vortag wird gesucht - der Mann habe zwei Personen schwer mit einem Messer verletzt. Als er in seiner Wohnung festgenommen werden sollte, konnte er aus dem Fenster fliehen. Es wird vermutet, dass sich der womöglich bewaffnete Verdächtige noch in der Umgebung aufhält. Die Suchmaßnahmen der Einsatzkräfte werden, wenn nötig, die ganze Nacht andauern.

Jugendgang berichtet von heftigen Gewalttaten: "Hat Spaß gemacht, ich würde es wieder machen"

In Hamburg-Jenfeld trifft Paul Ronzheimer auch auf eine Jugendgang, die erstaunlich offen über ihre Verbrechen auspackt. "Wir hängen rum und randalieren", sagt die Gruppe - einfach aus Spaß. Als der Reporter fragt, ob die Jugendlichen Messer dabei haben, antwortet ihm einer offensichtlich scherzhaft: "Ein kleines Messer." Dann zieht er ein echtes Schwert aus seiner Jacke.

"Ein alevitisches Schwert", wie er klarstellt. Das habe er aus dem Iran bestellt und fast jeden Tag dabei. Dass dies illegal ist, interessiert ihn dabei nicht. Er ist gerade einmal 16 Jahre alt. Ein anderer erklärt: "Wir sind zu jedem korrekt. Aber wenn jemand falsch kommt, dann ..."

Was das bedeuten kann, berichtet ein weiteres Mitglied der Gang: Er habe zwei Jungs mit einem "freshen E-Scooter" gesehen, ihnen das Gefährt geklaut und sein Messer gezeigt. "Wenn die mir weiter hinterherlaufen, steige ich ab und steche die ab", habe er ihnen dann signalisiert. Deswegen habe er bald einen Gerichtstermin.

Damit ist er nicht alleine in der Gruppe. Einer sei mit einer Machete auf Menschen losgegangen, wie er erzählt. Die Verletzungen seien "sehr schwer" gewesen. Fünf Jahre könne er dafür kriegen. Seine trockene Reaktion: "Dann sind es halt fünf Jahre." Die Jugendgang ist sich einig: "Wenn es sich lohnt, dann sind wir auch alle bereit, ins Gefängnis zu gehen."

Stolz seien sie auf ihre Taten zwar nicht, würden diese aber nur wegen der Strafen bereuen. Ein Jugendlicher fügt schamlos an: "Es hat Spaß gemacht. Ich würde es wieder machen." Nach dem Gespräch ist Paul Ronzheimer entsetzt: "Das macht echt fassungslos."

Die komplette Reportage, die SAT.1 am Dienstagabend ausgestrahlt hat, ist bei Joyn zu sehen.

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