11.03.2026 von SWYRL
Innerhalb von nur drei Monaten verlor Der Graf beide Eltern. Nun spricht der Unheilig-Sänger in einem Interview über den schmerzlichen Verlust und denkt an das letzte Gespräch mit seiner Mutter.
Erst letztes Jahr feierte Der Graf (56) nach neun Jahren Pause sein Bühnen-Comeback. Doch schon kurz nach Beginn der Tour mit seiner Band Unheilig erreichte ihn im Dezember eine schreckliche Nachricht: Sein Vater war plötzlich verstorben. "Die Situation war nicht einfach für mich. Ich habe versucht, das zu verarbeiten, indem ich unsere Konzerte weitergespielt habe", erzählte der Sänger nun in einem Interview mit "Bild". Wenig später kam der nächste Schicksalsschlag: "Als Anfang des Jahres die Nachricht kam, dass meine Mama nicht mehr lange leben wird, hat mir das den Boden unter den Füßen weggerissen."
Eigentlich hatte Der Graf geplant, nach der Tour für die Dreharbeiten der VOX-Show "Sing meinen Song" nach Südafrika zu fliegen. Er habe die Sendung jedoch zunächst abgesagt: "Ich dachte, ich kriege das emotional nicht hin. Ich habe mich dann zurückgezogen und für mich selbst entschieden, dass ich erst mal Ruhe brauche. Meine tolle Familie hat mich aufgefangen und mir das Gefühl gegeben, dass ich nicht alleine bin."
Die Produktion hinter "Sing meinen Song" hatte Verständnis für die Entscheidung des 56-Jährigen, was ihn wiederum dazu brachte, doch an der Show teilzunehmen: "Ich dachte, vielleicht hilft es mir ja." Eine gute Entscheidung, wie er heute weiß: "Ohne die Musik und diese Sendung hätte ich den Verlust meiner Eltern nicht so schnell verkraftet."
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"Wenn die Eltern gehen, bist du kein Sohn mehr, sondern ein Mann"
Doch der Graf hatte Angst, sich auch von seiner Mutter nicht richtig verabschieden zu können. "Das ging so schnell, damit hat keiner gerechnet", erzählte der 56-Jährige. "Also bin ich in der Woche vor dem Flug zu ihr gegangen, um mich bei ihr für alles zu bedanken und ihr Lebewohl zu sagen - im Gefühl, dass es vielleicht das letzte Mal ist", erinnerte er sich im Interview. Seine Mutter mahnte ihn: "Du sagst aber jetzt nicht ab, oder?"
Einen Tag vor seinem Abflug verstarb sie. "Ich war sehr traurig, aber ich dachte mir auch: Typisch Mama! Sie regelt immer noch die Dinge für mich. Es war befreiend, zu wissen, dass sie jetzt bei meinem Papa auf einer Wolke sitzt und es ihr gut geht", blickt der Graf zurück.
"Wenn die Eltern gehen, bist du kein Sohn mehr, sondern ein Mann", glaubt der Unheilig-Sänger. Trost findet er in der Liebe seiner Eltern: "Sie sind ein Leben lang zusammen gewesen. Ich fand es herzergreifend, dass sie sich bis zum Schluss jeden Tag gesagt haben, dass sie sich lieben, und sich Küsschen gegeben haben. Wie schön ist das, wenn man wie sie das Glück hatte, die wahre Liebe zu finden. Das ist der Trost, den ich mir selber gebe."


