"Wer stiehlt mir die Show?"

Klaas ist jetzt in Jokos Super-Show - vielleicht war das keine so gute Idee

12.02.2024 von SWYRL/Jens Szameit

Joko Winterscheidt kann's auch ohne Klaas Heufer-Umlauf - das hat er mit "Wer stiehlt mir die Show?" eindrücklich bewiesen. In Staffel 7 trifft das eingespielte Duo jedoch auch hier aufeinander. Ganz geheuer scheint es in der Auftaktsendung beiden nicht zu sein.

Der ProSieben-Hit "Wer stiehlt mir die Show?" beweist seit 2021 Verschiedenes. Zum einen: Deutsches Unterhaltungsfernsehen kann witzig und kreativ sein, ohne dass dafür das Konzept aus dem Ausland adaptiert werden muss. Und zum zweiten: Die Symbiose Joko & Klaas lässt sich punktuell erfolgreich auflösen - zumindest, wenn die Idee so zündend ist wie bei dieser mit dem Grimme-Preis dekorierten Quizshow-Rakete.

Sechs Staffeln lang verteidigte Joko Winterscheidt die von ihm erdachte Show verbissen und nicht selten erfolgreich gegen Herausforderer wie Thomas Gottschalk, Anke Engelke, Bastian Pastewka und Matthias Schweighöfer. In Jokos knallbuntem Geniestreich waren alle und alles erlaubt - nur Klaas Heufer-Umlauf sah man höchstens als Überraschungsgast. Jetzt aber kommt zusammen, was in der ProSieben-Logik fraglos zusammengehört: Klaas feiert Premiere bei WSMDS. Fast bekommt man beim Staffelauftakt aber den Eindruck, dass es den Beteiligten selbst nicht ganz geheuer ist.

Abonniere doch jetzt unseren Newsletter.

Abonniere doch jetzt unseren Newsletter
Mit Anklicken des Anmeldebuttons willige ich ein, dass mir die teleschau GmbH den von mir ausgewählten Newsletter per E-Mail zusenden darf. Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und kann den Newsletter jederzeit kostenlos abbestellen.

"Hör auf! Das ist so absurd, dass du da sitzt."

"Spannend, in so was mal zu sein", karikiert Klaas seine Rolle als Joko-Gast. Der Antipode ist von der Rollenverteilung ebenso irritiert: "Hör auf! Das ist so absurd, dass du da sitzt." Natürlich werden noch viele neckische Insider-Gags im Laufe des Show-Abends ausgetauscht. Was lustig ist, aber auch routiniert und WSMDS viel von seinem anarchischen Überraschungsmoment nimmt. Aus dem Blick gerät dabei leicht, dass die neue Staffel auch auf den weiteren Quiz-Stühlen sehr prominent besetzt ist.

Sarah Connor wurde, wenn man es richtig versteht, telefonisch eingeladen, allerdings nicht von Show-Erfinder Winterscheidt, sondern von Heufer-Umlauf. Lena Meyer-Landrut will ihren "Wikipedia-Eintrag auffüllen", tut sich in den meisten Kategorien aber schwer ("Ich hab' original nix verstanden"). Noch erfolgloser schneidet die Wildcard-Kandidatin der ersten Folge ab. Freya, 27, macht ihren Master in Personalpsychologie, ist "Fan" der griechischen Mythologie - und von Reality TV! Theoretisch beste Voraussetzungen für diese Show. Praktisch scheidet die junge Hamburgerin aber als Erste aus.

Lena Meyer-Landrut heißt jetzt Günther

Am Produktionsteam scheitert die Sendung indes nicht. Das hat das Prinzip Quizshow einmal mehr nach allen Regeln der absurden Kunst auf links gedreht. Klaas handelt sich beim Punkte-Zocken einen Nachäffer namens Stefan ein ("Wie eine Persönlichkeitsstörung mit Smoking"), Lena bekommt einen Kaktus-Buzzer, "Günther" als neuen Vornamen, aber aus ihrer Sicht zu wenig Zusatzpunkte aus Jokos Briefumschlag. "Das ist Schiebung. Das macht gar keinen Sinn." Damit hat sie das Konzept der Show nicht schlecht umrissen.

Nach der dritten "Gerinnstufe", wie sich Joko herrlich vieldeutig verspricht, kommt es, wie es kommen muss. Auch Sarah Connor ist ausgeschieden. Finalspiel-Moderatorin Katrin Bauerfeind lässt eine gewisse Enttäuschung erkennen: "Seid ihr euch sicher, dass es schon in der ersten Folge zum Showdown kommen soll?" In Winterscheidts perfekter Western-Dramaturgie kommt die Duellszene mit Kollege Heufer-Umlauf ebenfalls zu früh: "Es ist ein bisschen, wie wenn dir deine Freunde die neue Freundin vorstellen und eine Woche später rufen sie an: 'Wir heiraten!'"

"Früher war alles einfacher, als wir uns mit Kettcars überfahren haben"

Geheiratet wird dann nicht. Dafür versuchen beide Kontrahenten ihr Wissen voneinander aus 15 Jahren wilder Show-Ehe zum Vorteil zu nutzen. Klaas Heufer-Umlauf gelingt das nur unzureichend. Zwar ahnt er, dass sein Gegenüber bei "Männerthemen" wie der Bezeichnung "Schuko" (steht für "Schutzkontakt") sehr sicher ist, weiß aber selbst einfach zu wenig. Am Ende nicht einmal die Hauptstadt von Neuseeland (Wellington, nicht Auckland), obwohl er dort schon selbst gelandet sei.

Joko Winterscheidt verteidigt letztlich sehr souverän die Moderation seiner Sendung, die kommenden Sonntag (18. Februar, 20.15 Uhr, ProSieben) mit der zweiten von sechs neuen Folgen weitergeht. Klaas Heufer-Umlauf gewinnt immerhin eine ebenso nachvollziehbare wie melancholische Erkenntnis: "Früher war alles einfacher, als wir uns mit Kettcars überfahren haben."

Das könnte dir auch gefallen


Trending auf SWYRL