"Grill den Henssler - Sommer-Special"

"Grill den Henssler": Vibrator-Talk bringt Laura Wontorra aus dem Konzept

08.08.2022 von SWYRL/Jürgen Winzer

Reisevibratoren, fäkale Erkenntnisse, Lachsalven und Juxraketen - beim zweiten Sommer-Special von "Grill den Henssler" (VOX) rückte das Grillen teilweise in den Hintergrund. Und trotzdem, oder gerade deshalb, ging es heißer her denn je. Vor allem zwischen den Juroren.

Fans von "Grill den Henssler" warten ja seit Jahren drauf: Dass "Calli" Calmund mal der Kragen platzt und er dem ewig nörglerischen Kollegen Christian Rach mal an denselben geht. Diesmal war's soweit: Calli schnappte sich den "Juror mit der kratzigen Unterhose" und ging ihm an die Gurgel. Naja, fast. Genaugenommen malträtierte er ihn nicht, sondern tupfte ihm nur liebevoll die Lachtränen weg. Lachtränen? Richtig gelesen. Das zweite Sommer-Special geriet teilweise völlig aus der Bahn und deshalb zu einer der unterhaltsamsten Grillschlachten aller Zeiten.

Wer war schuld? Laura Wontorra. Die sorgte früh mit einer ganz unschuldigen Frage dafür, dass die Stimmung erstmals ins leicht Frivole rutschte. "Jakobsmuscheln und Riesengarnele küssen doch den Grill nur ganz kurz, oder? Was machen wir denn dann mit den ganzen 23 Minuten?" Henssler eröffnete das zweideutige Verbalgefecht nit einem Verweise auf seine beliebte Online-Rezepte-Rubrik: "Naja, 'Hensslers schnelle Nummer' ist ja ein dehnbarerer Begriff."

Dass die Zoten danach teilweise Überhand nahmen, lag dann vor allem an Evelyn Weigert, Hensslers Kontrahentin bei der Muschel-Vorspeise, deren Buch und den Fragen, die Wontorra danach stellte.

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Gibt's bald "Reisevibratoren à la Henssler"?

Zur Erklärung. Evelyn Weigert, in drei Dessert-Einsätzen von Henssler bisher ungeschlagen, hat mit "Peace, Bitches!" einen Bestseller geschrieben. Darin wollte sie, sagte sie, auch "Tabus brechen". Welche denn, wollten Wontorra und Henssler und Paul Panzer und das Publikum wissen. Und so wurde man dann erhellt, dass der weibliche Stuhlgang in Zeiten der Periode gerne mal flüssiger wird. "Und wenn du so was schreibst, landest du einen Bestseller? Ich versteh die Welt nicht mehr", kommentierte Henssler baff.

Aber Weigert schrieb auch über Reisevibratoren. Wo denn da der Unterschied zu normalen sei, wollte Wontorra, die Unschuldige, wissen. "Die benutzt man halt im Zug", streute der reisekundige Uwe Ochsenknecht ein. Während sich Wontorra plötzlich fremdschämte ("Bei so Themen werd ich immer rot. Meine Eltern gucken doch zu."), lief Weigert zur Superform auf. Man könne ja "Reisevibratoren à la Henssler" konzipieren - "für die schnelle Nummer".

Sieg in der Vorspeise! Henssler bleibt Auftritt als "Steffanie" erspart

Kaum war halbwegs Ruhe eingekehrt, schaukelte sich die Jury hoch. Dass Christian Rach Weigerts Jakobsmuschel-Vorspeise förmlich sezierte und herabwertete, machte nicht nur Weigert sauer. Während sie fluchte wie ein Bierkutscher ("Ich kotz im Strahl, ey!"), versprach Calli Calmund, dem Miesepeter-Kollegen die "kratzige Unterhiose" auszuziehen. Und gab, zum Trotz und aus Überzeugung zweimal die Bestnote.

Weil Mirja Boes den roten Teller (Henssler) besser bewertete ("Ich fühl mich so mediterran - ich bin ja ein mediterraner Typ gefangen im Körper eines Weißbrötchens."), gewann der "Koch-King" die Vorspeise. Sein erster Sieg im Duell gegen Weigert ersparte ihm einen skurrilen Auftritt. Für den Fall der Niederlage gegen Weigert hatte versprochen, nächste Woche in deren Kleid zu grillen.

Feueralarm am Grill: Panzer fackelt seine Pommes ab

Im Hauptgericht forderte Comedian Paul Panzer in seinem vierten GdH-Einsatz zum panzer'schen Familienrezept "Currywurst im Kupferrohr mit gegrillten Pommes und Schmorzwiebeln" heraus. Wontorra hatte Bedenken: "Ich hab schlecht geschlafen, weil bei dir immer was passiert." Da trog die Vorahnung nicht. Anfangs hochkonzentriert - sehr zur Freude des als Kochcoach debütierenden Sternekochs Björn Swanson - wollte Panzer gegen Ende der Grillzeit seinen Pommes ein bisschen mehr Feuer unterm Hintern machen - und fackelte sie zu schwarzen Briketts ab.

Dass da wenig zu retten war, merkte man schon, als sich die Juroren setzten. Rach und Boes kicherten schon. Rach: "Da hab ich mir die kratzige Unterhose ausgezogen, und dann serviert man mir so was." "Juror Gnadenlos" gab sein Bestes, irgendwas Positives zu finden ("Ich hab Angst vor Calli!"), aber da war wenig. 2 Punkte für die Panzer-Briketts ("Blau hat versagt!"), Hensslers Werk war mit 5 nur wenig besser. Aber der Hammer kam erst noch ...

Reiner Calmund geht Christian Rach an den Kragen

Denn Calli spachtelte unverdrossen und verblüffte dann mit einem Einstieg "Dat is nit besser zu machen" und einem 9:5-Voting. Rach fiel beinahe vom Stuhl, begann zu lachen und kam aus dem Kichern nicht mehr raus. Je mehr Calli sich über den gackernden Rach echauffierte ("Jahaaa, da sitzt der Herr Sternekoch in seinem Schicki-Micki-Tempel im VIP-Bereich und kann keine Currywurst!"), desto mehr bebte Rach im Lachflash.

"Lachsalven und Juxraketen", konstatierte Boes korrekterweise, denn Rach rollten mittlerweile die Tränen über die Wangen. Als Calli das wiederum sah, legte er Hand an und ging dem Jury-Kollegen an den Kragen - um ihm mit der Serviette die Tränen abzutupfen ("Du musst doch nit weinen."). Mirja Boies ("Rot war optisch besser, aber leider musste man auch das essen") vergab 5:4 Punkte für Henssler, der den Gang 19:11 gewann. Mühsam kehrte Ruhe ein.

Erdrutschsieg für Steffen Henssler: 97:82

Danach war die Luft raus. Henssler führte uneinholbar, und Uwe Ochsenknecht bruzzelte die Nachspeise auf verlorenem Posten. Am Ende hatte Henssler drei Gänge und zwei Küchen-Zwischenspiele gewonnen und siegte erdrutschartig 97:82. An das Ergebnis wird man sich wohl nicht lange erinnern, an den Tag, als sich Christian Rach beinahe totgelacht und Laura Wontorra vibrationsmäßig fast sprachlos wurde, aber sehr wohl.

Sensationeller Unterhaltungssonntag. Weitermachen. Und nächste Woche grillt Henssler im Trikot des FC Magdeburg!

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