10 Jahre Die Anstalt - Di. 13.02. - ZDF: 22.15 Uhr

Seit zehn Jahren Finger in alle Wunden: "Die Anstalt" feiert Jubiläum

11.02.2024 von SWYRL/Maximilian Haase

Seit zehn Jahren legen sie den Finger in die Wunden von Nation und Politik: "Die Anstalt" und ihre Macher Claus von Wagner und Max Uthoff feiern das Jubiläum der gesellschaftskritischen Satire- und Kabarettsendung im Zweiten ausgiebig.

Politisches Kabarett im Fernsehen war viele Jahre als langweilig, verstaubt und irrelevant verschrien. Wer am Puls der Zeit bleiben wollte, sendete Comedy für die Massen, ohne den Herrschenden wehzutun. Das änderte sich, als die hiesige und weltpolitische Lage in der letzten Dekade dank Krisen, Kriegen und Pandemie immer wieder aufs Neue zu eskalieren drohte. Neben den mannigfaltigen Polit-Talkshows brauchte es ein intellektuelles wie humorvolles Format, das die Ereignisse unterhaltsam, informativ und kritisch einornete. Das die politische TV-Satire zu modernisieren imstande war - und bräsiges Moralisieren genauso hinter sich ließ wie zynisches Nach-Unten-Treten. "Die Anstalt" im Zweiten kam und kommt diesem Anspruch oft sehr nahe. Vor zehn Jahren feierte die gesellschaftskritische Satire- und Kabarettsendung Premiere. Auch zum Jubiläum legen Claus von Wagner und Max Uthoff die Finger in jede denkbare Wunde von Nation und Politik.

Dabei mussten die beiden Kabarettisten, die in jeder Sendung verschiedenen Gästen eine Bühne bieten, große Fußstapfen füllen: "Die Anstalt" ging 2014 aus der Sendung "Neues aus der Anstalt" hervor, deren Einschaltquoten die Nachfolger nur selten erreichten. Dabei existiert scharfsinnige Politsatire, abgesehen von Ausnahmen wie "extra 3", der "heute-show" sowie Jan Böhmermanns "ZDF Magazin Royale" für die jüngere Zielgruppe, heute kaum mehr. Mittlerweile hat sich das unter anderem mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Format allerdings etabliert - mitsamt den beliebten Politiker-Parodien und dem nützlichen Faktencheck.

Herrschaftskritisch, aufklärerisch, im weitesten Sinne links - die "Anstalt" spricht Missstände an und erörtert ihre Ursachen bisweilen so pointiert, dass es weh tut. Das gefällt nicht allen und stößt bisweilen auch wohlgesinnten Zuschauerinnen und Zuschauern vor den Kopf. So wurde etwa die unkritische Position gegenüber Putin und Russland immer wieder angeprangert - ein Umstand, der allerdings infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine selbstkritisch reflektiert wurde. Nicht nur das Handeln der Politik und die dahinterstehenden Ideologien, sondern auch den eigenen Standpunkt immer wieder zu hinterfragen - das würde man sich im deutschen TV öfter wünschen.

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