22.03.2026 von SWYRL/Susanne Bald
Eine Tote, eine kühl reagierende Witwe und lauter Menschen mit Geheimnissen: Auch im vierten Teil der ARD-Reihe ist wieder etwas faul im Staate Dänemark. Diesmal ermitteln die Polizisten Sörensen, Vinter und Olsen nicht nur in der Wikingerstadt Ribe, sondern auch in den Dünen und am Strand von Rømø.
Trotz verhaltener Kritiken kann sich die ARD nicht über mangelndes Zuschauerinteresse beklagen: Zwischen 5,27 und 6,56 Millionen Menschen verfolgten in den ersten drei Filmen die Streifenpolizisten Ida Sörensen (Marlene Morreis) und Magnus Vinter (Nicki von Tempelhoff) bei ihren Ermittlungen im "Dänemark-Krimi" im Ersten. Jetzt ist wie gewohnt am Donnerstagabend mit "Die Tote in den Dünen" (Regie: Florian Schott) der vierte Teil der Reihe zu sehen.
Auch wenn die Filme in Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks, spielen: Echte Däninnen und Dänen sucht man hier lange, und das wirkt, wie immer in Produktionen mit deutschsprachigen Darstellern, die Einheimische anderer Länder verkörpern, etwas befremdlich.
Im neuen "Dänemark-Krimi", der bisher im Sinne des Nordic Noir reichlich düster daherkam, wird es diesmal richtig sonnig. Es kommt geradezu Urlaubsstimmung auf bei den Kamerafahrten über Dünen, Sandstrand und sonnengeküsster Nordsee. Wäre da nicht die Leiche, die Ida Sörensen - im Dänischen gibt es übrigens gar kein "ö" - beim Kitesurfen am Strand entdeckt und die das Postkartenidyll der Insel Rømø ein wenig trübt.
Die Tote, Jorna Jokumsen (Maoli León Colina), war die Ehefrau der Food-Influencerin Airin Falk (Alice Dwyer), die nicht nur einen Foodblog betreibt, sondern auch ein Edelrestaurant. Ihr Bruder Poul (Rafael Stachowiak) kümmert sich um die Bücher, weitere Mitarbeiter sind der Restaurantleiter Sören (Tom Gronau) und die Küchenhilfe Hanne (Lale Andrä).
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So viel Sand und keine Förmchen
Jorna hatte das autistische Mädchen unter ihre Fittiche genommen. Seine besorgten Eltern Lykke (Tina Amon Amonsen) und Mads (Stefan Rudolf) verbieten eine Befragung durch Ida und Magnus, dabei könnte Hanne wichtige Informationen haben, vielleicht hat sie sogar etwas beobachtet. Gleichzeitig ist sie allerdings auch verdächtig. Die hinzugezogene Esbjerger Kommissarin Frida Olsen (Katharina Heyer) hat erfahren, dass Hanne einem Jungen, der sie bedrohte, die Nase gebrochen hat. Fühlte sie sich auch von Jorna bedroht?
Verdächtig benimmt sich aber auch Airin, die Witwe. Sie wirkt seltsam gefasst, keinen Tag möchte sie das Restaurant schließen oder mit dem Blog pausieren. Das Geschäft und der schöne Schein stehen bei ihr eindeutig an erster Stelle. Und dann ist da noch das Picknick für zwei, das Jorna am Strand plante: Wer ist die zweite Person - der Täter oder die Täterin? Eine Affäre?
Fast jeder verhält sich in diesem Krimi verdächtig: die Witwe, ihr Bruder, sämtliche Mitarbeiter und deren Angehörige. Manchmal wirkt das allzu konstruiert und überzeichnet. Spannend ist es im Großen und Ganzen dennoch, und das ruhig agierende, bodenständige Ermittlerteam ist durchaus sympathisch. Mehr als durchschnittlich ist "Der Dänemark-Krimi: Die Tote in den Dünen" am Ende aber nicht. Da hilft auch der schönste Sandstrand nicht.



