Verhörraum-Talk im Dritten

Kurt Krömer hat genug: RBB-Show "Chez Krömer" wird eingestellt

05.12.2022 von SWYRL

Sie lief "nur" im Dritten: Und doch war "Chez Krömer" zuletzt die berüchtigtste Gesprächssendung im deutschen Fernsehen. Jetzt wird die Verhörraumshow nach sieben Staffeln eingestellt. Sein "Bedarf an Arschlöchern" sei gedeckt, ließ Gastgeber Kurt Krömer wissen.

Der Gastgeber wirkte aufrichtig abgekämpft am vorzeitigen Ende der letzten Show-Ausgabe. "Heute ist der Tag, wo ich nach Hause gehe und das Konzept noch mal überdenke", stöhnte Kurt Krömer. Seinen Gesprächspartner, den Komiker Faisal Kawusi, hatte er im stilisierten Verhörraum nach einem Beleidigungsschwall einfach vor Ende der Sendezeit sitzen gelassen. Die aktuelle "Chez Krömer"-Staffel endete mit einem Eklat - und das für immer. Wie der RBB bekannt gab, wird das preisgekürte Format mit sofortiger Wirkung eingestellt - nach sieben Staffeln und 41 Folgen.

"Mir war klar, dass 'Chez Krömer' kein Format ist, das ewig laufen wird", lässt sich Kurt Krömer, der bürglerich Alexander Bojcan heißt, zu den Gründen zitieren. "Dass es am Ende dann doch 41 Folgen geworden sind, hat mich selbst überrascht. Mein Bedarf an Arschlöchern ist damit gedeckt." Es sei für ihn nun "an der Zeit für neue künstlerische Abenteuer".

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"Chez Krömer": Grimme-Preis nach Depressions-Outing

Das Konzept von "Chez Krömer" sah es vor, dass der Gastgeber im kargen Ambiente eines altmodischen Verhörraums Persönlichkeiten empfängt, denen er wohlgesonnen ist - noch viel lieber aber solchen, bei denen das nicht der Fall ist. Ausgestattet mit einem Schnellhefter voller recherchierter Verfehlungen des Gastes konfrontierte Krömer seit 2019 unter anderem die Politiker Philipp Amthor, Erika Steinbach, Boris Palmer und Frauke Petri, aber auch den Motivationsguru Jürgen Höller und den Esototeriker Thomas Hornauer. Dazu gesellten sich Gäste aus dem Showbusiness wie der Rapper Bushido und der Modedesigner Harald Glööckler.

Zweimal - 2020 und 2022 - wurde die Show mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, zuletzt infolge einer Aufsehen erregenden Ausgabe, in der Krömer dem Komikerkollegen Torsten Sträter und damit zugleich der Öffentlichkeit seine Depressionserkrankung bekannt machte. Auch Sträter ist von der Krankheit betroffen.

Die letzte Staffel der von Friedrich Küppersbusch und dessen Firma probono.tv umgesetzten Show hielt für Krömer noch mal einige Gäste bereit, mit denen die Konfrontation vorprogrammiert war. Kontrovers rezipiert wurde vor allem der Schlagabtausch mit Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt.

Die finale "Chez Krömer"-Folge mit Faisal Kawusi zeigt der RBB am Dienstag, 6. Dezember, 22.15 Uhr. Im der ARD-Mediathek ist sie neben allen andere Episoden bereits jetzt zu sehen.

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