05.06.2026 von SWYRL/Paulina Meissner
Fußball-Kommentator Tom Bartels war in der NDR-Show "Das! Rote Sofa" zu Gast und hat dort verraten, wie er den Sieg der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2014 erlebt hat. Damals setzte ihm der Druc sogar körperlich zu.
In weniger als einer Woche startet die Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Einer, der auch dieses Mal wieder am Spielfeldrand dabei sein wird, ist Kommentator Tom Bartels. 2014 durfte er bei der WM erleben, wie es sich als Kommentator anfühlt, wenn die deutsche Mannschaft Weltmeister wird. Warum er damals sogar körperlich unter dem Druck litt und was er sich für diese WM vorgenommen hat, hat Bartels bei "Das! Rote Sofa" im Gespräch mit Moderatorin Ilka Petersen verraten.
35 Millionen Menschen hörten vor zwölf Jahren zu, wie Tom Bartels das Finale der Fußball-WM zwischen Deutschland und Argentinien kommentierte. Ein Erlebnis, das der heute 60-Jährige immer noch als "surreal" beschreibt. Noch heute bekomme er bei den Ausschnitten eine "Gänsehaut". Doch so groß wie die Euphorie damals auch war, so enorm sei auch der Druck auf den Journalisten gewesen.
"Du weißt ja als Reporter, du kannst auch viel verlieren", gibt Bartels zu bedenken. Wichtig sei für ihn stets gewesen, "gut vorbereitet zu sein. Eigentlich auch gut gelaunt (...) und sich auf das Spiel wirklich zu freuen." Mit der Einstellung, vor allem "Spaß zu haben", wolle er nun auch zu der anstehenden WM nach Amerika fahren: "Es gibt genug Gründe, was man kritisch in den USA sehen kann jetzt, in Mexiko, Kanada, bei der WM." Wichtig sei aber auch, "sich zu freuen, sich drauf einzulassen und sich in die Spieler und Trainer reinzudenken". Bartels: "Das ist für die das Allergrößte, dass sie jetzt wirklich Weltmeister werden können, davon träumst du als kleines Kind."
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Tom Bartels: "Ich war nicht krank, ich war nur leer"
Umso größer sei auch der Druck als Kommentator, seinen Job "gut zu machen": "Du möchtest die richtigen Worte finden, aber ob dir das gelingt, das weißt du vorher nicht", betont Bartels. "Du kannst auch 'scheitern'."
Was der enorme Druck mit dem Körper machen kann, musste der 60-Jährige nach dem Finale 2014 erleben. Bartels erinnert sich zurück: "Ich bin wirklich nach Hause geflogen mit einem guten Gefühl." Er gesteht, "durchaus selbstkritisch und nicht immer zufrieden" zu sein, jedoch: "Danach war ich zufrieden" Auch das Feedback sei positiv ausgefallen.
Doch als der Fußball-Kenner anschließend mit seiner Familie in den Norwegen-Urlaub aufbrach, habe er dort feststellen müssen: "Ich war wie eine Hülle. Ich war komplett leer und hab jede Nacht drei, vier T-Shirts durchgeschwitzt." Warum sein Körper damals so heftig reagierte, habe er selbst nicht gewusst. Bartels vermutet: "Wahrscheinlich ist der ganze Stress auf einmal abgefallen und ich konnte das nicht kontrollieren. Ich war nicht krank, ich war nur leer, absolut leer."
Zum Glück habe er sich schnell erholt: "Nach einer Woche ist der Körper wieder hochgefahren, und dann habe ich meinen Frieden gefunden", erinnert sich Bartels. "Aber das war schon einschlagend."
Moderatorin Petersen beschreibt es als "Warnsignal des Körpers", doch Bartels weiß: "Du kannst es fast nicht ändern." Die Aufmerksamkeit und die Anspannung vor den finalen Spielen sei einfach zu groß. "Die Vorbereitung endet nie und wenn du das Gefühl hast, du musst immer noch mehr machen, dann kommt das wahrscheinlich so", erklärt Bartels. "Vielleicht muss man sich irgendwann sagen: 'Komm, geh mal ein bisschen vom Gas.'"



