"Unser Hof – mit Cheyenne und Nino" bei Sky

Harte Arbeit, Spaß und eine Mission: Cheyenne Ochsenknecht und Nino Sifkovits über ihre Landwirtschaft

20.11.2023 von SWYRL/Aylin Rauh

Keine Frage, diese beiden haben ein Anliegen: "Wir wollen das Interesse für landwirtschaftliches Arbeiten wecken", betonen Cheyenne Ochsenknecht und ihr Mann Nino Sifkovits im Interview zu ihrer Reality-Dokureihe "Unser Hof - mit Cheyenne und Nino".

Für die Liebe zog Cheyenne Ochsenknecht (23) vor einigen Jahren nach Österreich. Genauer gesagt zum Landwirt und ausgebildeten Diplom-Fleischsommelier Nino Sifkovits (28). "Die Leute waren sehr überrascht, dass ich aufs Land ziehe. Viele konnten es gar nicht glauben", verrät Ochsenknecht im Interview. Seit 2022 sind sie verheiratet und Eltern von zwei Kindern. Auch beruflich machen sie gemeinsame Sache. So sind sie Teil der Reality-Doku "Diese Ochsenknechts" und führen den Chianina-Hof im idyllischen Dobl. Und genau darum geht es in ihrem eigenen Format "Unser Hof - mit Cheyenne und Nino" (ab Mittwoch, 22. November, 20.15 Uhr, Sky Nature und WOW). Mit Einblicken in ihre Hofarbeit verfolgen sie eine Mission: "das Interesse für landwirtschaftliches Arbeiten wecken" und zeigen, dass Landwirtschaft ohne "Massentierhaltung und die Ausnutzung von Tieren" funktioniert. Denn: Fleisch muss wieder "als ein hochwertiges Naturprodukt angesehen" werden. Viele Menschen "wissen gar nicht mehr, was qualitativ hochwertiges Fleisch ist", erklärt Nino Sifkovits im Doppel-Interview.

teleschau: Sie züchten auf Ihrem Hof eine besondere Rinderrasse - Chianina-Rinder!

Ochsenknecht: Genau. Sie gehören zu den ältesten Rinderrassen der Welt. Früher waren sie Arbeitstiere und sind nun vom Aussterben bedroht. Das heißt, wir tragen mit unserer Zucht dazu bei, dass das Aussterben ein wenig verringert werden kann. Die Rinder kommen karamellfarbig auf die Welt und werden mit der Zeit schneeweiß - und sie haben lila Zungen (lacht). Die Fleischqualität ist Eins-A.

teleschau: Sie beide sind bereits Teil von "Diese Ochsenknechts". Hätte man die Dokureihe nicht weiter ausbauen können, damit die Menschen mehr von Ihrem Hofleben sehen?

Sifkovits: Es wäre eine Möglichkeit gewesen. Aber wir wollten, dass es mehr um Landwirtschaft und Tiere geht. So kam die Idee mit dem Spin-off. Bei Sky fanden sie das Thema sehr spannend.

teleschau: Worauf kann sich das Publikum einstellen?

Ochsenknecht: Wir wollen das Interesse für landwirtschaftliches Arbeiten wecken und Menschen motivieren, die vielleicht vor der Entscheidung stehen, einen landwirtschaftlichen Betrieb weiterzuführen. Wir wollen zeigen: So etwas bedeutet nicht nur harte Arbeit, es macht auch Spaß.

Sifkovits: Und es gibt authentische Einblicke, die man heutzutage fast nicht mehr zu sehen bekommt. Zum Beispiel, wie es im Stall wirklich aussieht.

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Umzug nach Österreich und Hass im Netz

teleschau: Bekommen Sie aufgrund Ihrer Arbeit auch Gegenwind, etwa von der veganen Bewegung?

Sifkovits: Ja, durch unsere Arbeit machen wir uns ziemlich angreifbar, weil wir so offensiv an die Öffentlichkeit gehen. Aber wir sind dabei auch kritisch, wenn es um übermäßigen Fleischkonsum und die Nachteile der industriellen Landwirtschaft geht. Wir sprechen uns gegen Massentierhaltung und die Ausnutzung von Tieren aus. Eigentlich müssten die Kritiker hinter uns stehen und sich gegen die größeren Betriebe positionieren.

teleschau: Frau Ochsenknecht, Sie zeigen auf Social Media Hassnachrichten, die Sie erhalten ...

Ochsenknecht: Ja, so habe ich mittlerweile eine Art und Weise gefunden, um mit Hass im Netz umzugehen. Am Anfang war es natürlich schwierig und hat mich verletzt. Aber heute ist es mir eigentlich egal.

teleschau: Wie waren die Reaktionen, als Sie sich dazu entschieden haben, Ihre Zelte in Deutschland abzubrechen und nach Österreich zu Ihrem Mann zu ziehen?

Ochsenknecht: Die Leute waren sehr überrascht, dass ich aufs Land ziehe. Viele konnten es gar nicht glauben. Seitdem werde ich oft gefragt, ob ich das Stadtleben und Partys vermisse.

Sifkovits: Ich glaube, dass die Leute meiner Frau das nicht abgekauft haben, dass sie nun wirklich diesen Schritt machen will. Als würde sie nur so tun als ob...

Ochsenknecht: Ich kriege diesbezüglich immer noch Nachrichten. Letztens habe ich Nino geholfen, den Schweinestall aufzubauen. Danach haben viele geschrieben, dass das Fake sei und ich sowieso nichts mache. So was ärgert mich sehr. Ich möchte, dass die Leute wissen, dass ich auch anpacke und gerne helfe.

teleschau: Da werden wahrscheinlich einige Klischees aufgegriffen...

Ochsenknecht: Absolut. Ich weiß, dass ich blond bin und ein bisschen anders aussehe als andere, die in der Landwirtschaft arbeiten. Aber Kommentare wie "Dein Papa bezahlt alles" oder "Du fütterst Nino durch, der verdient nur durch dich" - das stimmt einfach nicht. Und selbst wenn, dann verdienen wir halt gut für den Hof und haben ein paar Kunden mehr (lacht).

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Cheyenne Ochsenknecht findet: "Wir müssen lernen, Fleisch mehr wertzuschätzen"

teleschau: Muss die Gesellschaft bei den Themen Landwirtschaft und Fleisch neu ansetzen?

Sifkovits: Absolut! Darüber könnten wir uns jetzt stundenlang unterhalten. Den falschen Umgang merkt man allein schon in Supermärkten, dort ist Fleisch noch immer oft viel zu billig. Die Menschen haben sich daran gewöhnt und wissen gar nicht mehr, was qualitativ hochwertiges Fleisch ist. Und: Schon die Kinder haben keinen Bezug mehr zum Tier. Wir haben also noch eine Menge Arbeit vor uns, um das zu ändern... Fleisch muss als ein hochwertiges Naturprodukt angesehen und natürlich auch bezahlt werden.

Ochsenknecht: Genau. Wir müssen lernen, Fleisch mehr wertzuschätzen. Dass es das Produkt jeden Tag in einem Supermarkt gibt, ist ja eigentlich nicht toll, sondern eher traurig. Hinzukommt, dass 50 Prozent des Fleisches weggeschmissen werden. Viele Menschen wissen gar nicht, ob das Tier unter guten Umständen gelebt hat oder mit Medikamenten vollgepumpt wurde. Das Schlimmste: Es interessiert sie auch gar nicht.

teleschau: Wird sich das wirklich irgendwann ändern?

Ochsenknecht: Die Menschen müssen von selbst darauf kommen, dass es ein Problem ist. Wir Landwirte und Produzenten können Denkanstöße geben und darüber aufklären. Aber ich finde, dass es noch lange dauern wird, bis die Menschen das verstehen. Fleisch wird teilweise jeden Tag gegessen - und gerne gegessen. Besser wäre es, wenn der Fleischkonsum auf zum Beispiel einmal in der Woche reduziert wird.

teleschau: Wie oft essen Sie Fleisch in der Woche?

Sifkovits: Bei uns ist das ein anderes Thema, weil wir das Fleisch vermarkten müssen. Deswegen müssen wir jedes Stück Fleisch gut kennen. Wir kochen sicherlich öfters Fleisch als die meisten, es ist unser Beruf. Allerdings essen wir nur unser Produkt. Wir essen kein anderes Fleisch und auswärts schon gar nicht. Ich würde sagen, dreimal die Woche essen wir Tierfleisch. Maximal.

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Nino Sifkovits: "Ich will, dass meine Kinder gutes Fleisch essen"

teleschau: Geht es Ihnen nicht nahe, die Tiere aufwachsen zu sehen und anschließend deren Fleisch zu verkaufen?

Sifkovits: Wir bauen mit der Zeit natürlich eine Bindung zu den Tieren auf. Jedoch ist der Fleischverkauf ein Teil des Prozesses. Vielmehr stehen Dankbarkeit und Erfolg im Vordergrund - und die Wertschätzung gegenüber dem Tier. Ein wenig Demut ist auch dabei, aber mit diesem Prozess bin ich aufgewachsen. Ich will, dass meine Kinder gutes Fleisch essen. Da ist es schon wichtig, dass man von der Geburt bis zum Schlachten dabei ist. Am Ende des Tages betreiben wir Nutztierzucht. Und man nutzt es so, dass ein Teil für die Fleischvermarktung vorgesehen ist. Es ist nichts Schönes, aber das gehört dazu.

teleschau: Wie garantieren Sie, dass das Fleisch von "glücklichen Tieren" stammt?

Sifkovits: Ich glaube, wenn man das Fleisch isst, braucht man nicht viel dazu zu sagen. Die Leute, die das Fleisch bei uns im Hof abholen, haben dauerhaft Zugang zu den Tieren und zum Hof. Das ist alles transparent. Man schmeckt es einfach. An der Qualität kann man sehr viel merken, wir betreiben das sehr ehrlich. Sie ist ein Zeichen dafür, dass wir versuchen, unseren Tieren das bestmögliche Leben zu bieten.

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