"Bares für Rares"
Im ersten Moment konnte Horst Lichter die Reaktion von Friederike Werner nicht nachvollziehen. "Voller Ehrfurcht" stand die Expertin vor dem Objekt in der Montagsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares". Erst im Laufe der Expertise wurde dem Moderator klar: "Jeder Mensch braucht einen Thangka." Nur die Händler standen weiter auf dem Schlauch ...
© ZDF"Bares für Rares"
"Das muss ein tolles Stück sein", dachte sich der Moderator, als die Expertin bedächtig das Objekt von Heike und Joachim aus Bückeburg unter die Lupe nahm. "Sehr schick und sehr schön", fand Lichter den vermeintlichen Wandteppich - aber kannte seine Bedeutung nicht. Der Verkäufer hatte das "Mandala" vor 20 Jahren auf dem Flohmarkt gekauft.
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Laut Expertin war der vermeintliche Teppich eigentlich ein sogenanntes Thangka - mit integriertem Mandala. Dabei handelt es sich um ein Rollbild des tantrischen Buddhismus aus Nepal. Vermutlich hatte das Werk in einem Kloster gehangen und "konnte mit auf Reisen genommen werden", erklärte die Expertin: "Es ist ein geweihtes Bild, die Gottheit ist hier anwesend."
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"Oh", staunte Lichter und Werner führte weiter aus: "Einer der fünf Buddhas ist in der Mitte dargestellt. Es geht um die buddhistische Idee, dass alle Menschen gleich sind, in Harmonie leben und Gegensätze aufgehoben werden" - so die Kernbotschaft. Lichter fand die Aussage bemerkenswert und meinte dazu: "Fast jeder Mensch braucht einen Thangka."
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Auf der Rückseite erkannte Werner die "sogenannten Keimsilben". Diese Zeichen symbolisierten Körper, Wort und Geist der Gottheit. Ein Geistlicher hatte die Silben auf das Leinen geschrieben und danach geweiht. "Der Geist dieser Gottheit ist dadurch in dem Bild anwesend. Das ist ganz wichtig", so Werner. "Irre", fand Lichter.
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Der Thangka war mit Wasserfarben auf feinem Leinen gemalt, in einen Brokat-Rahmen gesetzt und sogar "mit Gold versehen", betonte die Expertin die hochwertige Arbeit: "Die Qualität lässt also keine Wünsche offen". Werner datierte das buddhistische Kunstwerk auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts.
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Doch Thangkas gab es schon vor 2.000 Jahren - und sie werden bis heute noch hergestellt. "Darunter findet sich leider auch viel Touristenware, aber das hier ist ein schönes, fast schon historisches Stück", erklärte Werner. Am Ende der Expertise konnte auch Lichter Werners "Demut vor dem Objekt" nachvollziehen: "Das finde ich toll."
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Der Wunschpreis für den Flohmarktfund lag bei 200 Euro. Doch Expertin Werner schätzte den Wert des kulturellen Bildwerks deutlich höher ein. "Aufgrund der Qualität und des guten Zustands" nannte sie eine mögliche Verkaufssumme in Höhe von 1.200 bis 1.500 Euro. "Wow", konnte das die Verkäuferin kaum glauben und gestand: "Damit habe ich nicht gerechnet."
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Im Händlerraum sorgte das tibetische Ritualbild auf den ersten Blick für große Augen. Sarah Schreiber konnte zwar die Schriftzeichen auf der Rückseite nicht entziffern, fand aber: "Das ist ein schönes und sehr spannendes Stück." Erst als der Verkäufer den Raum betrat, erklärte er, dass es sich um ein seltenes "gesegnetes" Thangka handelte.
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Walter Lehnertz (links) bot dennoch nur "80 Euro für den Teppich" - anscheinend wusste der Händler aus der Eifel nichts von der wichtigen Botschaft hinter dem tibetischen Rollbild. Auch seine Kollegen wagten nur kleine Bieter-Schritte. Wolfgang Pauritsch erhöhte auf 120 Euro und Elisabeth Nüdling zog mit 150 Euro nach ...
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Pauritsch hatte bereits Erfahrung mit Thangkas: "Die Dinger fangen im Auktionshaus bei einem ganz kleinen Gebot an." Anscheinend "war das vor 30 Jahren noch anders, da brachten die Bilder 500 bis 700 D-Mark." Lehnertz runzelte die Stirn: "Die Zeiten sind aber rum." Fabian Kahl fand das Stück dennoch "dekorativ".
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Als der Verkäufer den Expertisenpreis verriet, schnaufte Lehnertz ungläubig: "Alter Schwede." Kollegin Nüdling fand den Schätzpreis ebenfalls viel zu hoch: "Huch!" Schreiber und Kahl (Mitte) boten dennoch weiter - bis 1.000 Euro. Dafür erhielt Schreiber letztlich auch den Zuschlag.
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Als weiteres Objekt der Sendung datierte Annika Raßbach eine Kugelleuchte im typischen Space-Age-Design auf die 1970er-Jahre. Der Wunschpreis - wie auch der Schätzwert von Raßbach - lag bei 100 bis 150 Euro. Nach einigen Geboten zahlte Fabian Kahl 200 Euro.
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Expertin Heide Rezepa-Zabel empfand ein 750er Gold-Collier mit Amethyst und Perlen (1855 bis 1865) samt passendem Etui als "Gesamtkunstwerk". Der Wunschpreis lag bei 5.000 Euro, die Expertin korrigierte auf 3.000 bis 3.200 Euro. Händlerin Nüdling bot nur 2.300 Euro - denn "Stücke aus dem Historismus sind nicht gefragt". So kam kein Kauf zustande.
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Ein Dackel war laut Friederike Werner "ein echtes Münchner Zamperl". Denn das Porzellan stammte im Entwurf (1906) von der Münchner Zeichnerin Wera von Bartels und wurde in den 1950er-Jahren in der Manufaktur Nymphenburg gefertigt. Gewünscht wurden 1.000 Euro, geschätzt 250 bis 300 Euro. Wolfgang Pauritsch war das Hündchen 200 Euro wert.
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Einen englischen Armreif aus 15-karätigem Gold mit Türkisen, Emaille und Golddraht datierte Heide Rezepa-Zabel auf den Zeitraum zwischen 1860 und 1880. Der Wunschpreis lag bei 800 bis 1.000 Euro. Die Expertin schätzte den Wert auf 1.000 bis 1.200 Euro. Elisabeth Nüdling erhielt bei 1.050 Euro den Zuschlag für das antike Stück.
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