Freund oder Feind. Ein Krimi aus Passau - Do. 23.06. - ARD: 20.15 Uhr

Ein Krimi mit einer Polizistin, die keine sein darf

20.06.2022 von SWYRL/Julian Weinberger

Weil ein Deal mit einem Clanchef schief läuft, landet eine Ex-Polizistin im ersten Teil der 2020 gestarteten ARD-Krimireihe im niederbayerischen Passau. Im Zeugenschutz muss sie eigentlich ein neues Leben beginnen. So ganz kann sie mit ihrer Vergangenheit jedoch nicht abschließen.

Von Schwanitz an der Ostsee bis nach Bozen, von Amsterdam bis in die Bretagne: Mangelnde Vielfalt in Bezug auf die Handlungsorte ihrer Krimis kann man der ARD wahrlich nicht vorwerfen. Das breitgefächerte topografische Potpourri der Donnerstagskrimis im Ersten wird seit Dezember 2020 durch Passau erweitert. Vier Filme aus der beschaulichen, wenngleich mit imposanten äußeren Schauwerten auftrumpfenden niederbayerischen Stadt sind bislang ausgestrahlt worden. Den ersten, "Freund oder Feind. Ein Krimi aus Passau" (Regie: Maurice Hübner, Drehbuch: Michael Vershinin), zeigt das Erste nun erneut.

Ein missglückter Deal mit Clanchefs in Berlin und eine Aussage im darauffolgenden Prozess, der den Clanchef hinter Gitter brachte: Ihr altes Leben wäre für die Ex-Polizistin Frederike Bader (Marie Leuenberger) und ihre Tochter Mia (Nadja Sabersky) einfach zu gefährlich gewesen. Stattdessen bekommen sie eine neue Identität, neue Jobs und ein neues Zuhause fernab vom geliebten Berlin. In Passau fühlen sich aber weder Frederike noch Mia wohl.

Auch die Anweisung an Frederike, sie möge sich im Zeugenschutz zurückhalten, ist bald Schnee von gestern. Als die Ex-Polizistin bei einer Auseinandersetzung in einem Supermarkt eingreift, zieht sie die Aufmerksamkeit des Privatermittlers Ferdinand Zankl (Michael Ostrowski) auf sich. Zunächst möchte sich der Österreicher nur bei seiner mutigen Helferin bedanken. Doch als die ihn relativ barsch abweist, ist der Spürsinn des Schnüfflers geweckt ...

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Kein klassischer Krimi

Zwar gibt es in "Freund oder Feind. Ein Krimi aus Passau" auch einen Toten im Studentenmilieu, der Fall bleibt aber über weite Strecken nur Nebenkriegsschauplatz. Denn ein klassischer Krimi - auch wenn es der Titel vermuten lässt - ist der Auftakt der Passau-Reihe nicht. "Es ist ein Krimi der besonderen Art, weil es keine typischen zwei Kommissare gibt. Stattdessen gibt es neben der Frau im Zeugenschutz diesen dubiosen Privatdetektiv", beschreibt Hauptdarstellerin Marie Leuenberger die Ausgangslage.

Erfrischend ist zudem der Auftritt von Michael Ostrowski ("Leberkäsjunkie"), der als Privatdetektiv mit Helfersyndrom und Wiener Schmäh einen gelungenen Gegenpol zur kühlen Frederike Bader gibt. Die Dreharbeiten zu einem fünften Passau-Krimi begannen im März. Ein Ausstrahlungstermin für den Film unter dem Arbeitstitel "Zeit zu beten. Ein Krimi aus Passau" steht noch nicht fest.

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