Aktuelle DVD- und Blu-ray-Tipps

Ein Häuptlingssohn erregt die Gemüter: Das sind die DVD-Highlights der Woche

09.12.2022 von SWYRL

"Der junge Häuptling Winnetou", "Three Thousand Years of Longing" und "Der perfekte Chef": Das sind die DVDs und Blu-rays der Woche.

Was war das für eine Aufregung, als "Der junge Häuptling Winnetou" Mitte August deutschlandweit ins Kino kam! Bereits als der erste Trailer der Karl-May-Adaption erschienen war, kritisierte manch einer, der Film bediene rassistische Stereotype der indigenen Bevölkerung Amerikas. Außerdem würden Kolonialisierung und Völkermord romantisiert. Dabei richtete sich die Kritik bei Weitem nicht nur gegen den Film, sondern auch gegen zwei im Zuge der Kinopremiere veröffentlichten "Winnetou"-Bücher. Als der verantwortliche Ravensburger Verlag diese wieder vom Markt nahm, schaltete sich unter anderem der Komiker Dieter Hallervorden in die Diskussion ein: "Ich glaube, wir leben in einer Art von Empfindsamkeitskult, bei dem uns andere Leute vorschreiben wollen, mit welchem Slalom wir angebliche Fettnäpfchen in Zukunft zu umrunden haben", kritisierte der inzwischen 87-Jährige. Viel Aufregung um ... Was eigentlich? - Nun erscheint "Der junge Häuptling Winnetou" ebenso wie der Fantasyfilm "Three Thousand Years of Longing" und die Komödie "Der perfekte Chef" auf DVD und Blu-ray.

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"Der junge Häuptling Winnetou" (VÖ: 16. Dezember)

Wir schreiben das Jahr 1852: Der zwölfjährige Winnetou (Mika Ullritz) hat alles, was ein großer Krieger dermaleinst brauchen wird. Dennoch erkennt sein Vater, der Apachen-Häuptling Intschu tschuna (Mehmet Kurtulus), noch Nachholbedarf. Denn: Krieger sein ist gut und schön, doch als Häuptling geht es um Fragen von Moral, Herz und Freundschaft. Dann bleiben die Büffel aus, "die Manitu um die Zeit des fallenden Blattmonds durch unsere Jagdgründe schickt". Ohne Fell und Fleisch sind die Apachen bedroht. Winnetou sieht die Chance, sich seinem Vater gegenüber zu beweisen. Zusammen mit dem weißen Waisenjungen Tom begibt er sich in die Stadt samt Sheriff Watson (Helmfried von Lüttichau) und schließlich zu dem großen Schurken Todd Crow (Anatole Taubman), der eine Büffelherde versteckt hält. Mike Marzuk, erfahren im Genre Kinder- und Jugendfilme, schrieb und drehte diese kindgerechte Neuauflage des bekannten Klassikers und versah sie reichlich mit Querverweisen auf die Langfilme. Auch wenn Kinder womöglich gar nicht mehr so viel mit dem Karl-May-Klassiker anfangen können: Die Werte, die damals in den Filmen vermittelt wurden, sind bei "Der junge Häuptling Winnetou" die gleichen.

Preis DVD: circa 13 Euro

DE, 2022, Regie: Mike Marzuk, Laufzeit: 99 Minuten

"Three Thousand Years of Longing" (VÖ: 9. Dezember)

George Millers bis dato letzter Film war das äußerst erfolgreiche Reboot "Mad Max: Fury Road" (2015), nun präsentiert er etwas ganz anderes: "Three Thousand Years of Longing" ist ein Märchen wie aus 1.001 Nacht, eine bildgewaltige Fantasy-Romanze mit Star-Besetzung. Die Erzählung basiert auf der Kurzgeschichte "Der verliebte Dschinn" (1995) von Antonia Susan Byatt; die Grundidee ist viele hundert Jahre alt und wurde schon oft verfilmt - aber nicht so wie hier. Der Kaufmann, dem ein Dschinn drei Wünsche gewährt, ist in diesem Fall eine britische Akademikerin. Dr. Alithea Binnie (Tilda Swinton) reist für einen Kongress nach Istanbul und findet dort ein sonderbares Fläschchen, wenig später bietet der Dschinn (Idris Elba) ihr drei Wünsche für seine Freiheit. Alithea, die sich gut auskennt mit der Weltliteratur, zögert: "Es gibt keine Geschichte über das Wünschen, die nicht auch eine Warnung enthält." Der Dschinn muss sich hier also besonders ins Zeug legen und erzählt Alithea drei Geschichten. Die Märchen beeindrucken Alithea sehr. Als sie ihren ersten Wunsch äußert, passiert etwas, das auch der Dschinn in seinem über tausendjährigen Dasein noch nicht erlebt hat.

Preis DVD: circa 14 Euro

AU, 2022, Regie: George Miller, Laufzeit: 104 Minuten

"Der perfekte Chef" (VÖ: 9. Dezember)

Ein perfekter Chef: kompetent, vorbildhaft und einfühlsam, jemand, der zugleich immer das Beste für seine Firma und für seine Mitarbeiter herausholt - kann es so etwas überhaupt geben? Ja, würde Julio Blanco (Javier Bardem) wahrscheinlich sagen, und mit dem Finger auf sich selbst zeigen. Der Boss einer spanischen Firma für Industriewaagen gehört zu den erfolgreichsten Unternehmern des Landes und genießt auch bei seinen Mitarbeitern ein hohes Ansehen. Mit seiner Firma hat er schon allerlei Auszeichnungen gewonnen, nur diese eine noch nicht: den von der Regierung regelmäßig vergebenen Award für exzellente Unternehmensführung. Blanco will diese Ehrung unbedingt, koste es was es wolle. Und damit geht in "Der perfekte Chef" der ganze Schlamassel los. Ein Problem nach dem anderen taucht plötzlich auf, und je mehr Blanco versucht, den Schein von der perfekten Firma zu wahren, desto mehr fällt alles in sich zusammen. Ausgedacht hat sich die Geschichte der Regisseur und Drehbuchautor Fernando León de Aranoa, der bereits zum dritten Mal mit (dem wieder einmal brillanten) Javier Bardem zusammenarbeitete, gemeinsam schuf man eine schwarzhumorige Groteske auf höchstem Niveau.

Preis DVD: circa 14 Euro

ES, 2021, Regie: Fernando León de Aranoa, Laufzeit: 115 Minuten

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