"Tatort" im Check

Dresdener "Tatort: Was ihr nicht seht": Was tun nach einer K.-o.-Tropfen-Attacke?

05.11.2023 von SWYRL/Eric Leimann

Im Dresdener "Tatort: Was ihr nicht seht" wurden die Kommissarinnen mit Angriffen eines K.-o.-Tropfen-Täters auf Frauen konfrontiert. Was verbirgt sich hinter der Droge? Und kann man sich wehren, wenn man zum Opfer wurde?

Der Dresdener "Tatort: Was ihr nicht seht" - ein neuer Fall von Gorniak (Karin Hanczewski), Winkler (Cornelia Gröschel) und Schnabel (Martin Brambach) - begann sehr blutig, wurde dann aber zur akribischen, ja fast ruhigen Ermittlungs-Arbeit. Erst am Ende band eine fast unnötige Thrillerhandlung den Sachsen-Krimi ab. Thema des Falles waren die perfiden Angriffe eines K.-o.-Tropfen-Täters auf Frauen. Doch wie funktionieren diese Delikte tatsächlich?

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Worum ging es?

Neben einem erstochenen Mann erwachte dessen Freundin Sarah Monet (Deniz Orta) im gemeinsamen Bett und ohne Erinnerung. Auch an der Haupttatverdächtigen, die Kommissarin Leo Winkler "von früher" gut kannte, klebte eine Menge Blut. Die Indizien wiesen auf eine Beziehungstat hin. Hatte Sarah ihren Freund vielleicht im Drogenrausch getötet? Über Spurensicherung, Gerichtsmedizin und Verhöre mit Sarah sollte geklärt werden, wie wahrscheinlich das Offensichtliche war. Und natürlich auch mit der Frage, welche "alternativen Tathergänge" es geben könnte.

Worum ging es wirklich?

Der Dresden-Fall (Buch: Peter Dommaschk, Ralf Leuther und Lena Stahl, die auch Regie führte) zeigte sich zu Beginn als erstaunlich ruhiger, akribischer Ermittlerkrimi, in dem man einiges über Spurensicherung, Drogen-Screenings und polizeiliche Ermittlungs-Logik lernen konnte. Es war der vielleicht stärkste Part des "Tatorts", der sich nach einer Wendung dann doch noch zum Thriller umformte. Das große Thema des Krimis, Angriffe durch K.-o.-Tropfen, wurde erst spät gelüftet. Was allerdings auch mit der Realität übereinstimmt, in der Fälle oft nicht erkannt werden.

Was genau sind K.-o.-Tropfen?

Die Fachstelle "Lara" für sexualisierte Gewalt an Frauen schreibt dazu: "K.-o.-Tropfen (auch Knockout-Tropfen) werden Opfern in der Regel unbemerkt oder heimlich verabreicht. Betroffene können sich kaum oder nur bruchstückhaft an sexuelle Übergriffe erinnern. Täter reden Frauen häufig ein, dass es sich um einvernehmlichen Sex gehandelt habe." Als K.-o.-Tropfen kommen eine Vielzahl von Substanzen in Betracht, darunter hochwirksame Psychopharmaka (Barbiturate, Benzodiazepine) oder g-Hydroxybuttersäure (GHB, auch Liquid Ecstasy genannt).

Wie wirken K.-o.-Tropfen?

Die Wirkung tritt 10 bis 30 Minuten nach Einnahme auf und ist dosisabhängig. So wirkt GHB in niedriger Dosierung entspannend; Es kann ein gesteigertes Kontaktbedürfnis auftreten, auch eine sexuelle Stimulierung oder Potenzförderung wird beschrieben. Mit steigender Dosis wirkt GHB zunehmend berauschend, und es kann ein komaähnlicher Zustand eintreten. Zusätzlich wird über Übelkeit, Brechreiz, Wahrnehmungsstörungen, Benommenheit, ein Zustand wie "in Watte gepackt", "willenlos" und "bewegungsunfähig" berichtet.

Was tue ich, wenn ich zum Opfer wurde?

Wer den Verdacht hegt, Opfer eines Angriffes geworden zu sein, sollte sich in akuten Gefahrensituationen direkt an die Polizei wenden (Telefon-Notruf: 110). Es ist wichtig, schnell Anzeige zu erstatten, da die Substanz nur kurz nachweisbar ist. Auch die Telefonseelsorge ist unter den Nummern 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 rund um die Uhr erreichbar.

Die Organisation "Weisser Ring" kümmert sich um Opfer von Verbrechen. Sie ist unter der Telefonnummer 116 006 bundesweit, kostenfrei und anonym täglich von 7 bis 22 Uhr erreichbar (www.weisser-ring.de). Außerdem gibt es das "Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen" (Telefon 116 016, 24 Stunden, kostenfrei, www.hilfetelefon.de) und das "Hilfetelefon Gewalt an Männern" (Telefon 0800/1239900 / www.maennerhilfetelefon.de).

Wie geht es beim Dresdener "Tatort" weiter?

Wie im Mai bekannt wurde, verabschiedet sich Schauspielerin Karin Hanczewski aus der Sachsen-Metropole. Ihre Ermittlerin Karin Gorniak ist aber noch bis Anfang 2025 zu sehen. Ihr letzter Film soll den Namen "Herz der Dunkelheit" tragen, er wurde bereits im Mai 2023 abgedreht. Davor wird noch die Folge "Unter Feuer" zu sehen sein, die ebenfalls 2023 gedreht wurde. Wie Karin Hanczewski aus ihrer Rolle, die sie seit Beginn des Dresden-Krimis im März 2016 spielt, verabschiedet wird, ist derzeit noch geheim.

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