Ben Affleck
Er hat Oscars gewonnen, aber auch schon so manche Goldene Himbeere. Das ist bezeichnend für die Karriere Ben Afflecks, der sich als Schauspieler im Zwielicht bewegt zwischen Filmen, die ihn zum Superstar Hollywoods machten, und solchen, die er und so mancher seiner Fans am liebsten aus seiner Vita streichen würden. Zu welcher Kategorie "Pearl Harbor" zählt, der vor 25 Jahren, am 21. Mai 2001, seine Weltpremiere auf Hawaii feierte, zeigt die Galerie mit den fünf besten und fünf schlechtesten Filmen von Ben Affleck.
© Touchstone PicturesFlop 5: Live By Night (2016)
In "Live by Night" spielt Ben Affleck einen Kriegsveteranen, der ins Mafiageschäft einsteigt. Das Gelungenste an dem Drama ist noch sein Titel, der auffällig an Nicholas Rays Klassiker "They Live By Night" (deutsch: "Sie leben bei Nacht) erinnert. Nur handelt es sich bei der vierten Spielfilm-Regiearbeit Afflecks weder um ein Remake, noch hat der zerfahrene Film sonst etwas mit Rays Erstling gemeinsam - am wenigsten die Qualität.
© Warner Bros.Flop 4: Wild Christmas (2000)
Wer sich hier zwischen den Bettlaken "Hab dich so lieb"-Blicke zuwirft, sind Ben Affleck und Charlize Theron. "Wild Christmas" ist aber kein Liebesfilm, sondern ein Actionfilm - und irgendwie auch ein Weihnachtsfilm. Was nicht passt, konnte auch Regielegende John Frankenheimer nicht passend machen. Apropos: Über das Liebes-Action-Weihnachts-Gemisch sagte Theron einmal: Es sei "kein guter Film" und sie hätte nur wegen Frankenheimer mitgemacht.
© Dimension FilmsFlop 3: Pearl Harbor (2001)
"Pearl Harbor" (2001) handelt von zwei Freunden (gespielt von Josh Hartnett, links, und Ben Affleck), von denen der eine sich im Zweiten Weltkrieg in die Verlobte des anderen verliebt. Selten hat ein Film ein so ernstes Thema wie einen Weltkrieg so billig für herkömmlichen Kinokitsch ausgeschlachtet. In den Karrieren der Hauptdarsteller wie auch des Regisseurs Michael Bay ist das Machwerk dennoch ein wichtiger Markstein.
© TouchstoneFlop 2: Daredevil (2003)
Anwalt Matt Murdock (Ben Affleck) ist blind, aber seine anderen vier Sinne funktionieren mit übermenschlicher Präzision. Tagsüber vertritt er die Unterdrückten, nachts wird er zu Daredevil, einem maskierten Rächer. So schlicht die Handlung, so einfallslos der Film: "Daredevil" (2003) wollte auf die Welle von Superhelden-Filmen aufspringen, die mit den "Spider-Man"-Filmen mit Tobey Maguire losgetreten wurde, nur um sang- und klanglos zu versinken.
© 20th Century Fox / Zade RosenthalFlop 1: Liebe mit Risiko - Gigli (2003)
In "Liebe mit Risiko - Gigli" spielen Jennifer Lopez (links) und Ben Affleck ein Gangsterpärchen. Schon vor Drehstart waren die beiden auch im echten Leben ein Paar, allerdings trennten sie sich, noch bevor die Komödie in die Kinos kam. Das ist nur ein Grund, warum sie sich nur ungern an den Film erinnern dürften. Gründe Nummer zwei und drei: "Gigli" fiel bei den Kritikern durch und floppte an den Kinokassen.
© Columbia TriStar PicturesTop 5: The Town - Stadt ohne Gnade (2010)
Doug (Ben Affleck, links) und Kumpel Jem (Jeremy Renner) verdingen sich als effektives Überfallkommando. Sie rauben für einen lokalen Gangsterboss Banken aus und knacken Geldtransporter. Der Schauplatz ist die US-Stadt Boston, die selten so düster aussah wie in Afflecks zweiter Regiearbeit. "The Town - Stadt ohne Gnade" (2010) ist ein schnörkellos inszeniertes, spannend erzähltes Gangster-Drama über das Menschsein in einer inhumanen Welt.
© Legendary PicturesTop 4: State of Play - Stand der Dinge (2009)
Ein Junkie wird ermordet und die Assistentin eines Kongressabgeordneten (Ben Affleck) wirft sich vor einen Zug. Der Journalist Cal (Russell Crowe, links) entdeckt das ungeheuerliche Komplott, das dahintersteckt. Mit "State of Play - Stand der Dinge" (2009) hat Kevin Macdonald (Oscar für die Doku "Ein Tag im September") einen spannenden Politthriller über die Notwendigkeit der sogenannten vierten Gewalt inszeniert.
© Universal PicturesTop 3: Argo (2012)
Klingt unglaublich und doch beruht der atemberaubend spannende Thriller "Argo" auf wahren Begebenheiten: 1979 werden in Teheran die Mitarbeiter der US-Botschaft als Geiseln genommen, sechs von ihnen gelingt die Flucht. Ein CIA-Agent (Affleck) hat eine Idee, wie die Flüchtenden in Sicherheit gebracht werden könnten: Man gebe sie als Crew-Mitglieder einer fingierten Science-Fiction-Filmproduktion aus und schmuggele sie außer Landes. Gesagt, getan, gelungen.
© Warner Bros.Top 2: Gone Girl - Das perfekte Opfer (2014)
Für "Gone Girl - Das perfekte Opfer" (2014) hat nicht das Leben, sondern der gleichnamige Roman von Gillian Flynn die Vorlage geliefert. Affleck spielt einen Autor, dessen Frau (Rosamund Pike) spurlos verschwindet. Wurde sie entführt? Ist sie tot? Hat der Mann etwas mit ihrem Verschwinden zu tun? Das Tolle an diesem doppelbödigen, virtuos inszenierten Psychothriller ist: Niemals darf sich der Zuschauer in Sicherheit wähnen.
© FoxTop 1: Good Will Hunting (1997)
Zugegeben, die Geschichte des mathematisch begabten, jedoch beziehungsunfähigen Will Hunting (Matt Damon, rechts, mit Ben Affleck) ist nicht frei von teils ärgerlichen Klischees. Überzeugend ist das Drama dennoch - auch dank der darstellerischen Leistung, der effektvollen Inszenierung (Gus Van Sant) und des um vielschichtige Charakterzeichnung bemühten Drehbuchs. Dieses ist übrigens Oscar-gekrönt und stammt von: Affleck und Damon.
© IMAGO / Capital Pictures