Streaming-Plan

Der King lässt die Bühne beben: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

21.01.2023 von SWYRL

Der "King of Rock'n'Roll" erobert bei WOW die Bildschirme, und bei Apple TV+ versucht sich ein ehemaliger "How I Met Your Mother"-Star als Therapeut mit ungewöhnlichen Methoden. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.

Wenn im Radio heute Musik von Chuck Berry, Little Richard, Bill Haley, Jerry Lee Lewis oder Elvis Presley läuft, dann erklärt man jungen Menschen dazu gerne mal, dass das diejenigen Songs sind, die seinerzeit eine echte Kulturrevolution auslösten. Kann man den Hype von damals überhaupt irgendwie für die Nachwelt verständlich machen? Wenn, dann geht es wohl so, wie Baz Luhrmann es mit "Elvis" anstellt. Das Biopic gibt es ab 20. Januar bei WOW zu sehen. Was Netflix, Disney+ und Co. in den nächsten Tagen sonst noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

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"Elvis", WOW

Elvis Presley mag nicht der Erfinder des Rock'n'Roll oder der größte musikalische Innovator seiner Zeit sein. Trotzdem wurde er zum ersten internationalen Pop-Superstar und zu einem der bedeutendsten Musiker aller Zeiten. In seinem schlicht betitelten Spielfilm "Elvis" porträtiert Buz Luhrmann ("Der große Gatsby") den "King" und spannt einen Bogen von dessen Kindheit bis zu seinem Tod.

Einer, der das Besondere an Elvis sehr früh erkannte, war sein späterer Manager Colonel Tom Parker, im Film prominent verkörpert von Tom Hanks. Als weitere historische Wegbereiter und Wegbegleiter kommen unter anderem auch Little Richard (Alton Mason), B.B. King (Kelvin Harrison Jr.) und Big Mama Thornton (Shonka Dukureh) zu ihrer Würdigung. Eindeutiger Star der äußerst unterhaltsamen und musikalisch mitreißenden Huldigung von Elvis Presley ist aber der Hauptdarsteller: Austin Butler sang viele Sequenzen in "Elvis" selbst ein - und überzeugte sogar die frühere Ehefrau des Künstlers. Priscilla Presley nannte Butlers Darbietung "herausragend". Streamingfans können sich davon ab 20. Januar überzeugen, wenn Elvis bei WOW abrufbar ist.

"Shrinking", Apple TV+

Bis 2014 schien es in Jason Segels Karriere nur eine Richtung zu geben: nach oben. Dank seiner Rolle als Marshall Eriksen in der Erfolgssitcom "How I Met Your Mother" flogen dem Schauspieler die Sympathien zu. Obendrein ließ sich Segel die Rolle seines Lebens ordentlich versilbern und gehörte zeitweise zu den zehn bestbezahltesten Seriendarstellern der Welt. Doch mit Ende der Serie erlebte die Karriere des 42-Jährigen einen Knick, große Rollen blieben Mangelware. Über den Serienmarkt kämpfte sich Segel in den letzten Jahren wieder zurück - wie auch jetzt mit der Apple-Dramedy "Shrinking" (ab 27. Januar, Apple TV+).

Segels Figur Jimmy Laird ist in der neunteiligen Serie des Techriesen ganz unten. Nach dem Tod seiner geliebten Frau Tia (Lilian Bowden) hat er sich eingeigelt. Alte Freunde wie Brian (Michael Urie) hat der Psychotherapeut von sich gestoßen, das Verhältnis zu seiner Tochter ist gelinde gesagt angeknackst. Und dann wäre da noch das ständige, nervige Genörgel seiner Patienten samt Vaterkomplexen, Bindungsängsten und Aggressionsproblemen. Kurzum: Jimmy kann sein Leben nicht ausstehen. All das ändert sich, als er beschließt, seinen Klienten ab sofort nur noch die Wahrheit zu sagen ...

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"Extraordinary", Disney+

Angesichts der heroischen Übersättigung durch den Marvelkosmos scheint es nicht ganz leicht, dem Superhelden-Genre neue Facetten zu entlocken. Ganz so über die Stränge wie die Amazon-Groteske "The Boys" schlägt die Hulu-Serie "Extraordinary" (ab 25. Januar, Disney+) nicht, einen interessanten Ansatz zum Thema Superhelden bietet die Comedyserie aber trotzdem.

"Extraordinary", also außergewöhnlich, ist eine Superkraft in der achtteiligen Produktion von Showrunnerin Emma Moran beileibe nicht. Jens (Máiréad Tyers) beste Freundin Carrie (Sofia Oxenham) kann Toten eine Stimme geben, ihre On-Off-Bettgeschichte Luke (Ned Porteous) kann fliegen - sogar ihre Katze hat eine Superkraft. Nur die Mittzwanzigerin scheint zu ihrem Leidwesen absolut normal zu sein. Doch wenn die für sie vorgesehene Superkraft nicht zu Jen kommt, muss Jen eben zu ihr kommen.

Pointensicher fallen zwar nicht alle Alltagserfahrungen des sympathischen Pechvogels aus, einen amüsanten Trip durch eine durchgeknallte Welt bietet "Extraordinary" aber allemal. Zu viel Anspruch sollte man an die Subtilität des Humors allerdings nicht haben: Zwischen Margaret-Thatcher-Sexfetisch, einer ejakulierenden Katze und Fäkalhumor muss man ab und an ein Auge zudrücken.

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"You People", Netflix

"Ich werde nie eine Frau kennenlernen, die mich versteht": In Sachen Liebe ist Ezra (Jonah Hill) bislang leer ausgegangen. Doch dann geht es plötzlich ganz schnell: Erst springt er bei einer vermeintlichen Uber-Fahrerin ins Auto, dann lädt er die schockierte Amira (Lauren London) als Wiedergutmachung für die Verwechslung zum Essen ein. "Ich habe mich noch nie zuvor von einer Frau so verstanden gefühlt", schwärmt er wenig später und will Amira heiraten. Einziges Problem: Ihre beiden Familien kennen sich noch nicht.

Im Anschluss kollidieren in der Krawall-Komödie von Kenya Barris ("Der Prinz aus Zamunda") die völlig verschiedenen Lebensrealitäten der Familien. Ezras Mutter fühlt sich bemüßigt, sich beim ersten Treffen mit ihrer potenziellen und afroamerikanischen Schwiegertochter für die Polizeigewalt an Schwarzen zu entschuldigen. Noch mehr Fremdscham kommt beim gemeinsamen Abendessen der Familien auf - samt Diskussionen über den Holocaust und Sklaverei. Nein, politisch korrekt geht es in der Culture-Clash-Komödie mit Komiker Eddie Murphy und "Seinfeld"-Star Julia Louis-Dreyfus in weiteren Rollen gewiss nicht zu. Wer aber mit krawalligem Humor umgehen kann, ist bei der Netflix-Komödie "You People" (ab 27. Januar) gut aufgehoben.

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"Big Mäck: Gangster und Gold", Netflix

Da liegt er auf seinem Bett, ein Koloss von Mann, der sich kaum noch bewegen kann. Aber erzählen kann er, und wie! Natürlich hat Donald Stellwag auch viel zu berichten: von einem Justizirrtum, einem Gangster-Rapper, einem Goldraub, einem Hirntumor, Übergewicht, der Goldgräberstimmung als Chef einer Drückerkolonne in Ostdeutschland kurz nach dem Mauerfall. Netflix zeichnet mit der True-Crime-Doku "Big Mäck: Gangster und Gold" (Buch und Regie: Fabienne Hurst und Andreas Spinrath) ab 20. Januar seine Geschichte nach.

Neun Jahre saß Stellwag für einen Bankraub, den er nicht begangen hatte, unschuldig im Gefängnis: verurteilt, weil er groß und dick war und ein Gutachter sein Ohr auf einem Foto erkannt haben wollte. Ein Menschenfänger wie Stellwag aber lässt sich davon nicht unterkriegen: Er kann sich und seine Geschichte vom Unschuldslamm ziemlich gut verkaufen. Bis er einige Jahre später mit einem Goldraub in Verbindung gebracht wird.

Der tragikomische und sehr unterhaltsame Netflix-Film von den Produzenten von "How to Sell Drugs Online (Fast)" lässt Stellwag lange gewähren. Doch in der furiosen Schlussviertelstunde demystifiziert er ihn - und ein unreflektiertes, mediengeiles, gieriges Land gleich mit.

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