"The Hunt - Welcher Promi ist leichte Beute?"

"Ich sehe nichts mehr!" - Bei neuer Hetzjagd-Show muss sofort der Notarzt ran

13.05.2026 von SWYRL/Jürgen Winzer

"Das Spielprinzip? Fressen oder gefressen werden." Das sagt Maurice Dziwak, selbsternannter Reality-Löwe, über die neue Show auf Joyn. Eigentlich geht's bei "The Hunt" vordergündig nur ums Fangen. Auf der Schlachtbank landen die Promis erst später, bei den Diskussionen im Jagdhaus.

Hasch mich, ich bin ein Realitystar! Klingt wie ein Kindheitstraum: Zwei Gruppen von Spielern fangen einander in freier Natur und weitläufigem Terrain. Fröhliches Pirschen, Lauern und Flüchten. Unterwegs mit Freunden an der frischen Luft. Und abends chillen alle gemeinsam im Jagdhaus. Ja, es könnte so schön relaxt sein. Problem: Bei "The Hunt - Welcher Promi ist leichte Beute?" spielen nicht Freunde miteinander, sondern Realitystars - und die konkurrieren nun mal per se um Siegprämien und Sendezeit.

Erstere beträgt im Idealfall 50.000 Euro, Letztere maximal acht Stunden. Denn ProSieben und Joyn zeigen acht rund 60-minütige Folgen der Hetzjagd. Im linearen Fernsehen sind jeweils dienstags um 22.35 Uhr Doppelfolgen geplant.

Gleich in den ersten beiden Folgen schepperte es ordentlich. Das Fang-Spiel, das von Seven.One Studios selbst erfunden und produziert und im vergangenen Juni in der bulgarischen Balkan-Pampa zwischen Sofia und dem Schwarzen Meer gedreht wurde, erinnert sehr an "Tribute von Panem". Zwar ohne Waffen, dafür mit ähnlichen Animositäten.

Denn natürlich sind sich die Realitystars einander nicht so grün wie die Natur. Die acht Spieler wurden je hälftig in Jäger und Gejagte eingeteilt und gingen in dieser Formation auf die Hetzjagd im Unterholz: Cecilia Asoro, Valentina Principessa, Gloria Schwesinger-Glumac und Aaron Königs durften jagen, Max Bornmann, Maurice Dziwak, Serkan Yavuz und Caro Robens mussten weglaufen.

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"Ich hab keinen Bock mehr": Aaron Königs fliegt als Erster raus

Mit 60 Sekunden Vorsprung schlugen sich die Gejagten ins Dickicht. Nützte Caro nichts. Sie wurde rasch von Cecilia gefangen. Sofort wurden die Rollen getauscht, Cecilia von der Jägerin zur Gejagten. Beide Rollen haben ihren eigenen Reiz. Der Hauptunterschied: Nur die Gejagten können in Challenges im 2,5 Quadratkilometer großen, in zwölf Sektoren eingeteilten Areal Geld für die Siegprämien-Kasse einspielen. Und: Am Ende einer jeden Jagd entscheiden die Gejagten darüber, welcher Jäger die Show verlassen muss.

In Folge eins erwischte es gleich Aaron. Aber der schien ohnehin mit der Spielsituation überfordert: "Das völlige Irrenhaus-Szenario, ein Himmelfahrtskommando. So dumm, so riesig." Er schwitzte, stürzte, fluchte. "Ich hab keinen Bock mehr. Ich will meine Kandidatenvilla." Andere nahmen die Herausforderung herzlicher an. "Ich bin der Wald! Der Alpha-Wolf ist unterwegs", freute sich Max. Serkan: "Das ist viel geiler, als ich es mir vorgestellt hatte." Cecilia wusste erst mal nichts zu sagen: Der zerlegte es auf der kopflosen Flucht vor Gloria und Caro den Kreislauf. "Ich seh nichts mehr", stöhnte sie noch. Dann: Schwindel, Übergeben, Umfallen, Notarzt. Immerhin entzog sie sich durch den Kollaps der Rückumwandlung in einen Jäger.

Die erste Folge endete mit Aarons Rauswurf. Die Gejagten entschieden sich einstimmig für sein Aus. Aaron hatte es geahnt: "Die Testo-Boys, die hetero geladene Clique, wird mich rausnominieren."

Fluchtirade: Gloria Glumac und Valentina Principessa gehen aufeinander los

In der zweiten Folge wurde es dramatischer. Nicht wegen des Fangspiels. Gut, Maurice ging, auch wegen einer (eigentlich ziemlich unmotivierten) Intrige von Max, Gloria in Falle, die daraufhin Gejagte werden durfte. Nach Ablauf der Jagd, bei der durch erfolgreich absolvierte Challenges durch Max und Gloria die Siegprämie auf 9.000 Euro stieg, war dann Schluss mit lustig.

Schon an der Sammelstelle, im "Kreis des Schicksals", blökten sich Gloria und Valentina gegenseitig an. Gloria hielt Valentina vor, dass sie sich nicht an den verabredeten Plan gehalten habe. "Der Streit war ordentlich", stellte Maurice nach etlichen Flüchen und Tiraden entgeistert fest, "und unter der Gürtellinie".

War aber nur ein lauer Vorgeschmack. Bei der folgenden Abwahl des Jägers gab Gloria natürlich Valentina ihre Stimme. Zudem brauche Valentina "so viel Schminke, weil du nicht hübsch bist". Der Rest ging in einer hasserfüllten Fluchtirade unter, die von der Produktion fleißig überpiept wurde. Vor allem Gloria - war sie nicht mal bei "Das große Promi-Büßen" geläutert worden? - sollte von Olivia Jones noch mal mit Seife den Mund ausgewaschen bekommen.

Serkan Yaviz leidet: "Ich will mit dieser Sendung nichts zu tun haben"

Da wünschte man sich tatsächlich kurz Katniss Everdeen und ihre Zielgenauigkeit mit Pfeil und Bogen herbei. Sogar die "Testo-Boys" waren sprachlos. "Wo sind wir hier gelandet?", war Maurice fassungslos. Und das heißt was. Serkan versteckte sich sogar hinter dem Sofa: "Ich will mit dieser Sendung nichts zu tun haben. Ich bin nicht dabei. Retuschiert mich raus."

Wird nicht geschehen. Dafür findet Serkan selbst den Adrenalin-Kick des Spiels viel zu spannend. Nicht mehr mitspielen wird Valentina. Die ehemalige "Biggest Loser"-Siegerin wurden knapp rausgewählt. Entscheidend war aber nicht Glorias Stimme, sondern die von Max. Er schützte natürlich seine Mitintrigantin Caro und entschuldigte sich quasi mit der Schonung von Maurice dafür, dass er ihn an Gloria und Caro "ausgeliefert" hatte.

Die neue ProSieben-Eigenproduktion verspricht Action, Spannung und vor allem Intrigen, Verrat und niveaulos fluchende Promis. Nach Reality-Maßstäben also beste Unterhaltung.

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