17.03.2026 von SWYRL/Maximilian Haase
Wie wird kriminelles Geld eigentlich wieder "sauber"? Das berichtet im ZDF nun einer, der mittendrin steckte: Ein Hamburger Geldwäscher erzählt in der Doku "Bad Banker" von seinem Leben in der Unterwelt.
Vom Drogenhandel über Banküberfälle bis zum groß angelegten Betrug: Oft geht es Kriminellen ums liebe Geld. Doch es wird ihnen schwer gemacht, schließlich dürfen die erbeuteten Summen nicht einfach so wieder in den legalen Kreislauf eingespeist werden. Damit das "schmutzige" Geld wieder "sauber" wird und auf normalen Bankkonten landen kann, brauchen sie eine "Geldwäsche". Wie genau diese grundlegende Praxis des illegalen Finanzverkehrs abläuft, zeigt nun die ZDF-Doku "Bad Banker: Geständnisse eines Geldwäschers". Anders als die fast gleichnamige Erfolgsserie "Bad Banks" dreht sich der Film von Alexander Harbi nicht um die schmutzigen Deals der großen Geldinstitute, sondern um jene der Akteure im Untergrund. Einer davon ist Ali C., der jahrelang für Hamburger Drogenhändler Geld wusch und nun von seiner kriminellen Biografie berichtet.
"Ein Leben in Saus und Braus" habe der interviewte Geldwäscher geführt, wie es in der Ankündigung zum Film aus der Dokureihe "Die Spur" heißt. Dass er die Geld- und Bankgeschäfte für die Drogenbosse übernahm, scheint sich auch für ihn ausgezahlt zu haben. Die Doku zeigt den Ablauf der Geldwäsche, die meist über Briefkastenfirmen, Immobilien oder Kryptowährungen geschieht. Das kriminelle Geld wird dort investiert und letztlich wieder ausgezahlt - steuerfrei, versteht sich. Und nicht immer ohne Risiko für den Geldwäscher: Verschwindet ein Teil der Summe, ist mit den Auftraggebern bisweilen nicht zu spaßen.
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Viele verschiedene Systeme gegen Geldwäsche
Zudem befinden sich Geldwäscher wie Ali C. immer im Visier der Polizei, die ihnen das Handwerk legen will. Kein Wunder, werden doch nach ZDF-Recherchen global rund zwei bis fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts gewaschen, es geht um Billionen Euro jährlich. Hierzulande, wie fast überall, stehen hohe Strafen auf Geldwäsche. Derweil, so erklärt die Doku auch die juristischen und politischen Hintergründe, soll das Geldwäschegesetz in Deutschland präventiv wirken. Demnach sind etwa Banken, Versicherungen, Anwälte, Makler und andere Dienstleister verpflichtet, suspekte Geldflüsse zu melden.
Paradoxerweise wird die Geldwäsche allerdings dadurch erleichtert, dass so viele unterschiedliche Strategien gegen sie existieren. Derzeit, so klärt der Film auf, sind europaweit verschiedene 27 Systeme im Einsatz. Künftig soll sich das aber ändern: Mit der "Anti-Money Laundering Authority" (AMLA) will die EU den Kampf gegen Geldwäsche über die Grenzen hinweg standardisieren. Für Kriminelle, so wie einst Protagonist Ali C., könnten dann schwierigere Zeiten anbrechen.


