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"Ermutigt durch die Fortschritte": Hollywood-Hauptrollen gehen gleich häufig an Frauen und Männer

Gleichberechtigung im Film
Bei den Oscar-Verleihungen gab es in den vergangenen Jahren Kritik wegen fehlender Diversität und Gleichberechtigung, Hollywood scheint aber dennoch dazuzulernen: Immer mehr Frauen sind in Hauptrollen zu sehen, wie eine Studie zeigt.

Während die DAX-Konzerne noch den größten Teil der Vorstandsposten an Männer vergeben, ist die Kinoindustrie bereits einige Schritte weiter: Laut einer neuen Studie des Geena-Davis-Instituts für Geschlecht und Medien gab es 2019 ebenso viele weibliche Hauptdarsteller in Familienfilmen (mit FSK-Freigabe ab 12 Jahren) wie männliche. Von nur 24 Prozent im Jahr 2007 stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 48 Prozent.

Laut "CNN" schrieb Geena Davis (64), Hollywood-Star und Gründerin der Organisation, zur Erläuterung eine Mail: "Medienbilder haben einen großen Einfluss darauf, wie wir uns selbst sehen und unseren Wert beurteilen. Wenn man jemanden wie sich selbst reflektiert sieht, nimmt man die Botschaft auf: 'Es gibt jemanden wie mich, ich muss dazugehören.' Deshalb ist es für Kinder so wichtig, dass sie - von Anfang an - fiktive Welten sehen, die die reale Welt widerspiegeln, die halb weiblich und sehr vielfältig ist."

Weiter formulierte sie: "Diese historische Parität bedeutet, dass Mädchen viel eher sehen werden, dass sie genauso wichtig sind wie Jungen und dass sie die Hälfte der interessanten, wichtigen Dinge tun." Jungen würden diese Botschaft auch unbewusst aufnehmen und daher Mädchen mit größerer Wahrscheinlichkeit als gleichwertig betrachten.

"Es gibt noch viel zu tun"

Auch in fünf weiteren Bereichen - Rasse, LGBTQ+, Behinderung, Alter (60+) und Körpergrößenvielfalt - die für die Studie untersucht wurden, gab es einige Verbesserungen. So stieg etwa der Anteil der farbigen Hauptdarsteller von 22 Prozent im Jahr 2007 auf 30 Prozent im vergangenen Jahr. Acht Prozent der Familienfilme enthielten zudem eine Hauptfigur mit einer Behinderung, vor zehn Jahren war dies nur in einem Prozent der Filme der Fall.

Madeline Di Nonno, CEO des Geena-Davis-Instituts, ist der Ansicht, dass es in vielerlei Hinsicht allerdings noch Handlungsbedarf gebe: "Sexualisierung und Alter sind weiterhin wichtige Variablen, die Fortschritte erfordern. Unsere Studie zeigt, dass weibliche Charaktere sechsmal häufiger sexuell freizügig gekleidet sind - eine Statistik, die in jahrzehntelanger Forschung sehr konstant war."

"Es gibt noch viel zu tun, aber wir sind so ermutigt durch die Fortschritte, die gemacht werden", freut sich Davis. "Mehr unterschiedliche Charaktere zu schaffen bedeutet, für einen größeren Teil der Bevölkerung relevanter zu sein - und das macht die Projekte buchstäblich bunter."