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Mohammad Rasoulof: Berlinale-Gewinner muss offenbar in Haft

Iranischer Regisseur
Nur wenige Tage, nachdem ihm in Abwesenheit der Goldene Bär verliehen wurde, muss Mohammad Rasoulof offenbar ins Gefängnis. Medienberichten zufolge soll der Regisseur in Teheran eine Haftstrafe antreten.

Noch am Samstag wurde Mohammad Rasoulofs Film "Es gibt kein Böses" bei der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet - in Abwesenheit des Filmemachers, der sein Heimatland Iran nicht verlassen durfte. Wie mehrere Medien nun berichten, muss der gefeierte Regisseur jetzt offenbar in Haft. Das habe sein Anwalt der US-Nachrichtenagentur AP mitgeteilt. Demnach wolle Rasoulof gegen die Entscheidung Berufung einlegen, unter anderem mit Verweis auf das Coronavirus, das im Iran schon Dutzende Tote gefordert hat. Das Land hat mehreren Gefangenen Hafturlaub gewährt, um weitere Ansteckungen in den überfüllten Haftanstalten zu verhindern.

Mohammad Rasoulof wurde bereits 2011 erstmals festgenommen. Ihm wurde unter anderem Propaganda vorgeworfen, später wurde er zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Nun soll er offenbar für ein Jahr in Haft und die Strafe in einem Gefängnis in der Hauptstadt Teheran antreten.

Bei der Berlinale nahm am Samstag Rasoulofs Tochter den Goldenen Bären stellvertretend für ihren Vater entgegen. Bei der Verleihung zeigt sich das Publikum im Berlinale Palast solidarisch und erhob sich für Ovationen von den Sitzen - insbesondere auch für alle Mitwirkenden, die für die Arbeit an dem Film im repressiven Regime ihr Leben aufs Spiel gesetzt hatten. Rasoulofs prämierter Film "Es gibt kein Böses" zeigt in vier lose zusammenhängenden Episoden die toxische Wirkung der Todesstrafe im Iran auf die Gesellschaft.