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Darum geht ein Film von 1895 derzeit viral

"Ankunft eines Zuges in La Ciotat"
Ein Zug fährt in einen Bahnhof ein - und den YouTube-Nutzern gefällt's: Ein 125 Jahre alter Kurzfilm geht dort derzeit viral.

Einer der ersten Filme, die je gedreht wurden, geht derzeit viral: "Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat", ein knapp einminütiger Film aus dem Jahr 1895. Der Nutzer Denis Shiryaev restaurierte den 125 Jahre alten Kurzfilm in 4K und mit 60 Frames pro Sekunde und unterlegte ihn mit Geräuschen - weit mehr als eine Million Klicks gab es dafür innerhalb nur weniger Tage. Das Ergebnis ist erstaunlich: Der Film wirkt beinahe so, als wäre er heute mit digitaler Kameratechnik gedreht worden.

"Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat" zeigt das, was der Titel verspricht: Die Brüder Auguste und Louis Lumière platzierten 1895 ihre Kamera auf dem Bahnhof der südfranzösischen Stadt und beobachteten, wie ein Zug ankommt und die Passagiere anschließend aus- und einsteigen. Bei der Premiere des Films im darauffolgenden Januar in Paris lief das Kinopublikum angeblich schreiend davon - aus Angst, vom Zug erfasst zu werden. Filmwissenschaftler halten diese Geschichten allerdings für eine Legende.

Filme, die alltägliche Situationen zeigen, waren zu Beginn des Kinos äußerst beliebt. So filmten die Brüder Lumière etwa ein Baby beim Frühstück oder einen Gärtner bei der Arbeit. Erst später wurde komplexere Stoffe inszeniert, etwa 1903 der Western "Der große Eisenbahnraub".