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Neustart fürs Gehirn: Wege aus der Depression - Do. 13.02. - 3sat: 20.15 Uhr

"Neustart fürs Gehirn: Wege aus der Depression"
Weltweit sind mehr als 300 Millionen Menschen von Depressionen betroffen. Viele der Erkrankten schlagen nicht auf die angewandten Therapien an. Die Medizin sucht nach neuen "Wegen aus der Depression".

Noch immer gilt die Erkrankung als Stigma. Doch sie kann unvorhergesehen beinahe jeden treffen. Aktuelle Erhebungen belegen das. Rund jeder Fünfte erkrankt einmal in seinem Leben an einer Depression. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht sogar davon aus, dass sie der zweithäufigste Grund für Erwerbsunfähigkeit werden wird. Julia Zipfel leidet seit ihrer Kindheit an Depressionen. Und sie ist die Autorin des Films "Wege aus der Depression", der nun bei 3sat zu sehen ist.

Aus erster Hand kann die Filmemacherin die Hintergründe der Krankheit sehr nachvollziehbar und authentisch beleuchten. Doch Zipfel nutzt ihre Dokumentation nicht etwa für einen Therapieversuch in eigener Sache. Sie verlässt klug ihre persönliche Geschichte und wendet sich vielmehr neuen durchaus alternativen Therapiemöglichkeiten zu. Hintergrund ist, dass die Versuche, Depressionen wie andere Krankheiten mit Medikamenten zu behandeln mittlerweile vielen Experten fragwürdig erscheinen.

Der US-amerikanische Psychiater Dr. Irving Kirsch von der Harvard Medical School beispielsweise hat Studien über neue, noch nicht offiziell zugelassene Psycho-Präparate ausgewertet. Er kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis und belegt, dass ein Placebo in allen Studien fast genauso wirksam gewesen sei wie das eigentliche Medikament. Weitere Hoffnungen ruhen auf Therapieversuchen wie der transkraniellen Magnetstimulation des Gehirns oder der Verabreichung des auch als Partydroge bekannten Narkosemittels Ketamin als Nasenspray.

Nach der Wissenschaftsdokumentation am Donnerstagabend bei 3sat diskutiert Gert Scobel ab 21 Uhr ein verwandtes Thema. Seine Sendung steht diesmal unter der Titel "Depression - alte Mythen, neue Wahrheiten". In dieser ist unter anderem zu erfahren, dass auch Entzündungen und Störungen der Darmflora Depressionen verursachen können.