Like us

Larissa Marolt im Interview
"Ich ziehe das Abenteuer magisch an"

Larissa Marolt im Interview
"Ich bin quasi eine Extremsportlerin in meiner Branche": Larissa Marolt ist extrem vielseitig und zwischen Model- und Schauspielkarriere breit aufgestellt. Jetzt ist sie in einer neuen ZDF-Vorabendkrimiserie dabei.

Wer Larissa Marolt als Casting-Model und Ulknudel aus dem RTL-Dschungel abstempelt, liegt schlichtweg falsch. Die 27-jährige Österreicherin, deren familiäres Zuhause das Strandhotel Marolt am Klopeinersee im südlichen Kärnten ist, ist vor allem Schauspielerin und als solche auch jetzt wieder in einer durchaus prominenten TV-Rolle zu erleben. In der neuen ZDF-Vorabendserie "Blutige Anfänger" (ab Mittwoch, 29. Januar, 19.25 Uhr) spielt Marolt die junge Studentin Leonie Ruska, die an einer Polizeihochschule auf eine große Karriere hinarbeitet. Ein Gespräch über Marolts Schauspielausbildung in New York, großen Wissensdurst, Abneigung gegenüber Rum und ständige Ausflüge ins Extreme.

teleschau: Larissa Marolt, sprechen wir über Ihre Zeit als Schauspielstudentin in New York, also die Jahre 2011 bis 2013. Wenn Sie zurückdenken, woran denken Sie zuerst?

Larissa Marolt: Diese Zeit war die beste Zeit meines Lebens! Sie hat mich extrem geprägt und weitergebracht, war einfach unheimlich wichtig für meine persönliche Entwicklung. Es war eine unbeschwerte, leichte Zeit. Zudem war ich wahnsinnig wissbegierig und wollte so viel lernen, wie möglich. Ich war motoviert, wollte weiterkommen. Bevor ich nach New York kam, habe ich ja schon einige Castingshow-Erfahrungen gesammelt und war zu Hause nicht mehr wirklich anonym unterwegs. In New York schon. Dort konnte ich ganz normal leben und mich um mein Studium kümmern.

teleschau: Sie sprechen von großem Wissensdurst. Was haben Sie denn damals gelernt?

Marolt: Was den Job angeht, habe ich vor allem gelernt, dass man zuhören muss. Eine Schauspielszene etwa besteht nicht daraus, seinen Part herunterzusprechen, sondern aus einem Zusammenspiel mit den Schauspielpartnern. Es geht dabei immer um Aktion und Reaktion.

teleschau: Und privat?

Marolt: Privat habe ich gelernt, selbstständig zu sein. Ich meine: Wer es schafft, schon in dem Alter ein paar Jahre in New York sein eigenes Leben zu finanzieren - was ich übrigens schon schaffe, seitdem ich 16 Jahre alt bin -, der hat viel erreicht.

teleschau: Waren Sie auch sehr ehrgeizig und hatten es auf die ganz großen Bühnen abgesehen?

Marolt: Man muss dazu sagen: Ich war damals die Jüngste in meinem Studienjahrgang. Die meisten hatten schon abgeschlossene Schauspielausbildungen und seit Jahren in dem Geschäft gearbeitet. Das heißt: Da waren nur Leute, die schon was konnten - was auch der Grund war, weshalb ich dahin wollte. Wenn man ständig von Leuten umgeben ist, die Ansporn haben und etwas aus ihrem Leben machen wollen, dann steckt das schnell an. Wobei ich auch sagen muss: Ich wollte nie berühmt werden. Ich wollte den Schauspieljob aus vielen Gründen machen, aber definitiv nicht, um auf der Straße erkannt und fotografiert zu werden. Bekanntheit war in meinen Augen immer nur ein Opfer.

teleschau: Nach New York sah man Sie in zig Produktionen, von "Anna und die Liebe" über "Sturm der Liebe" bis, jetzt, "Blutige Anfänger". Gab es Formate, die Sie als Highlights sehen?

Marolt: Die ganzen großen Prime-Time-Produktionen, also "Let's Dance", das Dschungelcamp, "Global Gladiators", habe ich alle innerhalb kürzester Zeit gemacht. Und alle haben mich auf eine Art und Weise weitergebracht und geprägt. Herausragend fand ich tatsächlich "Global Gladiators", weil ich dafür nach Afrika durfte und dort an meine körperlichen und psychischen Grenzen gehen musste. Das ist schon so eine Once-in-a-Lifetime-Erfahrung. Und zuletzt, im Sommer 2019, als ich in Bad Segeberg jeden Tag zweimal vor 8.500 Menschen gespielt habe, und das über zwei Monate, egal bei welchem Wetter - das hat mich extrem abgehärtet (als Tiffany O'Toole in der Inszenierung "Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers" bei den Karl-May-Spielen, d. Red.). Wenn ich so überlege: Ich habe immer die extremen Sachen gemacht. Ich bin quasi eine Extremsportlerin in meiner Branche (lacht).

teleschau: Sie sagten ja auch einmal, Sie hätten ein "Abenteurer-Gen"!

Marolt: Was ich auch nach wie vor habe. Mehr noch: Ich ziehe das Abenteuer magisch an! Abenteuer kommen mir irgendwie geradezu zugeflogen, sowohl beruflich, als auch privat. Was das Fernsehen angeht, habe ich weiterhin viele Anfragen für viele verschiedene Formate. Aber ich muss ganz ehrlich sagen: Von fünf Formaten mache ich vielleicht eins mit, und das muss mir dann schon wirklich zusagen.

teleschau: Worauf kommt es an?

Marolt: Es muss etwas sein, mit dem ich mich identifizieren kann. Alles würde ich heute nicht mehr machen. Und der Fokus liegt immer noch auf der Schauspielerei. Weil die mir die Möglichkeit bietet, die Welt immer wieder neu zu sehen.

teleschau: Gibt es denn ein Abenteuer, das Sie unbedingt noch erleben wollen?

Marolt: Ich würde es schön finden, wenn ich mal bei einer Netflix-Produktion dabei sein könnte. Dafür werden ja immer spezielle Typen gesucht.

teleschau: Und "Blutige Anfänger": Was reizte Sie an der Rolle der Studentin Leonie?

Marolt: Ich mochte einfach die Figur, schon als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe. Leonie ist ja ein sehr zerrissener Charakter, hat Abgründe. Sie ist undurchschaubar, man weiß nie, ob sie gut oder böse ist. Sie trägt ein Geheimnis mit sich herum. Das ist ziemlich schön zu spielen.

teleschau: Was machen Sie eigentlich, wenn mal wieder ein Format oder Abenteuer abgedreht und vorbei ist, um sich eine Pause zu gönnen? Wie schalten Sie am liebsten ab?

Marolt: Früher wäre ich auf Reisen gegangen, ins Ausland geflogen, um dort etwas zu erleben. Heute fahre ich einfach nach Hause, setze mich an den See und grille mir ein Steak (lacht).