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2019: So viel Frauenpower wie nie auf dem Regiestuhl?

Hollywood-Regisseurinnen
Regie bleibt eine Männerdomäne? Eine Studie zu den Top-100-Filmen des vergangenen Jahres zeigt zumindest einen Hoffnungsschimmer. In anderen verantwortungsvollen Jobs hinter den Kulissen verharrt der Frauen-Anteil jedoch weiterhin auf niedrigem Niveau.

Seit den Anfängen des Hollywood-Kinos sind Regisseurinnen unter den Filmemachern unterrepräsentiert. Das zurückliegende Jahr liefert jedoch einen Lichtblick. Nach einer aktuellen Studie der University of Southern California befand sich die Frauenquote 2019 unter den 100 erfolgreichsten Filmen auf einem historischen Hoch. Insgesamt arbeiteten 113 Filmemacher an den Produktionen mit, dabei standen zwölf Regisseurinnen 101 männlichen Kollegen gegenüber, was einem Spitzenwert von 10,6 Prozent entspricht.

So gering diese Zahl auf den ersten Blick scheint, ihre Relevanz wird im Vergleich deutlich: Im Jahr 2018 fanden sich lediglich fünf Regisseurinnen auf dieser Liste. Von 2007 bis 2019 lag das Mittel beim Anteil der Filmemacherinnen bei gerade einmal 4,8 Prozent. Blickt man auf alle von Major-Studios produzierten Filme, fällt der Anteil 2019 noch höher aus: Hier inszenierten Regisseurinnen insgesamt 15 Prozent der gezeigten Filme.

Top-500-Filme liefern andere Erkenntnisse

Darunter befanden sich so prominente Produktionen wie "Die Eiskönigin 2" (Regie: Jennifer Lee gemeinsam mit Chris Buck), "Hustlers" (Lorene Scafaria) oder auch "Captain Marvel" (Anna Boden gemeinsam mit Ryan Fleck). "Dies ist das erste Mal in 13 Jahren, dass sich die Einstellungspraktiken für weibliche Filmregisseure geändert haben", sagte die Vorsitzende der Initiative, Stacy Smith, der "New York Times".

Eine konkurrierende Studie, welche die Top-500-Filme 2019 unter die Lupe nahm, zeichnet jedoch ein anderes Bild. Der aktuelle "Celluloid Ceiling Report" der San Diego State University stellte fest, dass Frauen in den Schlüsselrollen hinter der Kamera genauso stark unterrepräsentiert sind wie 2018. Auf eine Frau kämen demnach vier Männer. Betrachtet man ausschließlich die Regisseurinnen, war ihr Anteil mit 14 im Vergleich zu 15 Prozent im Jahr davor sogar rückläufig.