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Schöne Bescherung: Spielbare Demo zu möglichem "Gothic"-Remake aufgetaucht

Klassiker-Wiederauferstehung
Das kam überraschend: Ohne jede Vorwarnung hat THQ Nordic eine spielbare Demo für ein potenzielles "Gothic"-Remake veröffentlicht. Die zeigt, wie der Rollenspiel-Klassiker heute aussehen könnte - und klopft dabei clever das Interesse der Gamer-Community ab.

Als Piranha Bytes im Jahr 2001 das erste "Gothic" veröffentlicht, ist das Rollenspiel made in Germany eine kleine Sensation: Indem die kleine deutsche Spiele-Schmiede das sonst eher bürokratische Spiele-Genre mit einer gehörigen Portion Action anreichert, erfindet man ein neues Sub-Genre.

18 Jahre später sind von der einst international beachteten Marke nur noch eine mitgealterte Fan-Gemeinde und jede Menge Nostalgie übrig, von der Serien-Erfinder Piranha Bytes noch immer profitiert: Ohne den Erfolg des Klassikers hätten dessen jüngere Projekte - "ELEX" und die "Risen"-Reihe - vielleicht nicht so viel Beachtung gefunden.

Umso verständlicher, dass THQ Nordic - inzwischen Eigentümer von Piranha Bytes und der "Gothic"-Marke - den beliebten Franchise-Schatz heben will: Darum hat man vergangenes Wochenende aus heiterem Himmel eine spielbare "Gothic"-Demo auf der Online-Plattform Steam veröffentlicht, auf die Besitzer von Piranha-Spielen kostenlos Zugriff haben. Die zeigt eindrucksvoll, wie ein modernes Remake des Rollenspiel-Oldies aussehen könnte - auf Basis der Unreal-Engine-4-Technologie und mit spürbar überholtem Game-Design.

Die Community frohlockt - und fürchtet unnötige Veränderungen

Bei den noch immer zahlreichen Fans der Serie landete der Hersteller damit einen echten Coup! Und auch die Resonanz auf den "Gothic Playable Teaser", der den Anfang des ersten "Gothic" mit einem fast komplett umgekrempelten Startgebiet neuinterpretiert, fällt größtenteils positiv aus. Vor allem die Möglichkeit, die Aufgaben mit unterschiedlichen Herangehensweisen zu lösen, sowie das taktischere Kampfsystem und die Grafik kommen gut an.

Vereinzelt gab es aber auch Kritik an zu großen Veränderungen. Ein User schreibt in den Steam-Kommentaren: "Bitte lasst Gothic im KERN so wie es IST! Verändert NICHT die Charaktere, NICHT die Dialoge, NICHT die Quests, NICHT den Aufbau der Welt und die Items die überall herum liegen. Verändert bitte NICHT das komplette Aussehen der Welt so drastisch wie im Teaser (jeder Gothic Fan WILL in dem Remake die altbekannten Schauplätze wiederkennen...das sorgt für Nostalgie und Freude pur!). Wenn ihr Gothic in seinem Kern verändert wird sich das Spiel nicht gut verkaufen."

Ob THQ am Ende ein komplettes Remake produziert, dürfte nicht nur vom User-Feedback, sondern auch von den Ergebnissen einer Umfrage abhängen, die nach der rund zweistündigen Demo folgt. Hier will der Publisher neben konkreten Wünschen und Verbesserungsvorschlägen auch wissen, ob man eine PC- oder Konsolen-Version des Spiels bevorzugen würde. Scheinbar sind Veröffentlichungen auf PS5 und Microsofts Series X damit nicht ausgeschlossen.

Für die Entwicklung der Demo verantwortlich ist übrigens nicht Piranha Bytes, sondern das neu gegründete und in Spanien ansässige Studio "THQ Nordic Barcelona".