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Was wahre Schönheit wirklich bedeutet

"Rotschühchen und die Sieben Zwerge"
Eine bunte Märchenmischung gepaart mit der Frage über innere und äußere Schönheit: "Rotschühchen und die Sieben Zwerge" ist ein herrliches Kuddelmuddel mit einem tiefen Kern.

Man nehme eine Handvoll bekannte Märchen, mische eine große Prise Schönheitsidealismus unter und schüttele das Ganze kräftig. Das Ergebnis: der bunt zusammengewürfelte, kurzweilige Animationsfilm "Rotschühchen und die Sieben Zwerge", der nicht nur querbeet durch verschiedene Märchen führt, sondern sich auch ausgiebig mit der Frage nach wahrer Schönheit auseinandersetzt.

Zu Beginn wirkt der Film tatsächlich wie eine wahllose Anhäufung von bekannten Geschichten innerhalb der losen Rahmenhandlung des Grimmschen Märchens "Schneewittchen". Die attraktiven Helden der Märcheninsel, die "Furchtlosen Sieben", werden durch ein Missverständnis jedes Mal, wenn sie jemand anschaut, in hässliche grüne Zwerge verwandelt. Sie bleiben so lange verzaubert, bis sie von der schönsten Frau der Welt geküsst werden, was vage an "Shrek" erinnert. In der Zwischenzeit gerät das pummelige Schneewittchen auf der Suche nach ihrem verschwundenen Vater zufällig in den Besitz der roten Zauberschuhe, die sie zur schönsten Frau der Welt machen. Aber erinnern die Schuhe nicht irgendwie an "Der Zauberer von Oz"?

Regina, die inzwischen faltig gewordene Stiefmutter von Schneewittchen, will diese Schuhe natürlich haben. Sie befiehlt dem unbeliebten Prinzen Mittelmaß (aber bitte: "Mittèlmaß"), der von Arielle, Dornröschen und Rapunzel versetzt wird, die Diebin zu finden. Diese wird währenddessen bei der Suche nach ihrem Vater kräftig unterstützt von den Zwergen, vor allem von Artus, der es nicht schafft, sein Schwert Excalibur aus dem Stein zu ziehen ("Die Artussage") ...

Es ist nicht so, wie es scheint

Während die Geschichte ihren Lauf nimmt, entwickelt sich zwischen dem Anführer der Zwerge, Prinz Merlin, und Schneewittchen, die sich aus Schutz mit "Rotschühchen" vorstellt, eine Verbindung. Beide fühlen sich mit ihrem Äußeren nicht wohl, wissen aber nichts von der wahren Identität des Gegenübers. Und während Merlin nur davon schwärmt, wie schön er doch eigentlich ist, gibt Rotschühchen nichts für ihr neues, schönes Aussehen - und futtert lieber Donuts, statt Diamantringe zu tragen.

Ausgestattet ist der südkoreanische Film mit charmanten und knuffig rund gezeichneten Figuren, dazu ausgeschmückt mit zahlreichen liebenswerten Details. In einem Berg von Märchen verpackt, entpuppt sich das flotte Animationsabenteuer "Rotschühchen und die Sieben Zwerge" als süße Liebesgeschichte zwischen zwei ungleichen Wesen, die sich wohl nie gefunden hätten, wenn das Schicksal nicht ihre Gestalt verändert hätte. "Seit vielen Jahren ist unsere Kultur dermaßen von Äußerlichkeiten besessen", so der Regisseur Sung-ho Hong. "Ich hoffe, damit zeigen zu können, dass es immer mehr gibt, als auf den ersten Blick ersichtlich ist."