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Trauer um US-Songwriter David Berman

Silver Jews
Aus seinen Liedern ronn der Weltschmerz in Form von purem Indie-Rock-Gold. Nun ist der große Melancholiker David Berman, Kopf der Bands Silver Jews und Purple Mountains, für immer verstummt.

Jahrelang herrschte Stille, jetzt war es wieder da: das sonore Grummeln, das sardonische Selbstmitleid, der perlende Country-Schwof. "Purple Mountains" nannte David Berman seine neue Band und sein erstes neues Album nach elf Jahren sorgentrüber Abstinenz. Schon die Songtitel lassen wenig Deutungsspielraum: "All My Happiness is Gone", "She's Making Friends, I'm Turning Stranger", "Maybe I'm the Only One For Me" ... Nein, dieses musikalische Comeback war keines aus dem Geist der Freude. Auch wenn es von Fans und Kritikern naturgemäß stürmisch begrüßt wurde.

"Purple Mountains" bleibt das Vermächtnis des großen Sängers, Songwriters und Außenseiters David Berman. Wie seine Plattenfirma Drag City bekannt machte, starb Berman am Mittwoch im Alter von 52 Jahren. Über die Todesursache wurden keine Angaben gemacht.

"Sein Tod ist unendlich dunkel"

David Berman, geboren 1967 in Williamsburg, Virginia, wurde in den 90er-Jahren in Kreisen der US-Indie-Rock-Szene bekannt. 1989 gründete er mit Bob Nastanovich und dem späteren Pavement-Frontmann Stephen Malkmus die Band Silver Jews, deren einziges festes Mitglied er bis zur Auflösung im Jahr 2009 blieb. Nach sechs von der Kritik gefeierten Studioalben hatte Berman vor, sich aus dem Musikgeschäft zurückzuziehen. Offen sprach er über Drogenprobleme und einen gescheiterten Suizidversuch.

2015 verlor Berman seinen Freund und Wegbegleiter, den Songwriter Dave Cloud, nach schwerer Krankheit. Ihm zu Ehren ließ er seinen zweiten Vornamen von Craig zu Cloud ändern. Die Beziehung zu Ehefrau Cassie ging in die Brüche. Zum Zeitpunkt seines Todes soll sich Berman in Chicago aufgehalten haben. Dort lebte er zuletzt in einer Wohnung über dem Büro seines Plattenlabels Drag City.

In den sozialen Netzwerken löste die Trauermeldung große Bestürzung unter Fans, Wegbegleitern und Indie-Labels aus. Pavement-Gründer Stephen Malkmus ließ sich vom Pop-Portal "Pitchfork.com" zitieren: "Sein Tod ist unendlich dunkel. Depressionen sind lähmend. Die Songs, die er schrieb, waren seine Haupt-Leidenschaft, vor allem am Ende."