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Saudi-Arabien bekommt sein erstes Filmfestival

"Red Sea International Film Festival"
Schon im kommenden Jahr soll in der Hafenstadt Dschidda das erste Filmfestival Saudi-Arabiens stattfinden. Kunstfreiheit dürfte dort aber wohl kaum herrschen.

Erst seit Dezember 2017 sind in Saudi-Arabien wieder Kinos erlaubt - jetzt will das fundamentalislamische Land auf einmal durchstarten: Wie der "Hollywood Reporter" berichtet, verkündete das erst kürzlich gegründete saudische Kulturministerium Pläne für ein Filmfestival, eine Filmhochschule und ein nationales Filmarchiv. Das "Red Sea International Film Festival" soll 2020 erstmals in der Hafenstadt Dschidda stattfinden.

Das extrem konservative Königreich Saudi-Arabien hatte in den 80er-Jahren Kinos verboten, da diese angeblich unislamisch seien. Im April 2018 soll in Riad erstmals seit rund 35 Jahren wieder ein Filmtheater eröffnen. Welche Filme dort gezeigt werden sollen, ist noch nicht bekannt.

Saudi-Arabien unterdrückt Frauen, verhängt Strafen wie Steinigung, Auspeitschung und Amputation und lässt Homosexuelle hinrichten. Ob ausländische Filmemacher unter diesen Bedingungen ihre Werke auf dem neu gegründeten Filmfestival zeigen werden, ist noch offen. Zuletzt geriet der als Reformer angetretene Kronprinz Mohammed bin Salman in die Schlagzeilen, weil er an der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi beteiligt sein soll.