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Woody Allen: Hat ihn Amazon aus den USA vertrieben?

US-Filmemacher
Woody Allen dreht seinen nächsten Film womöglich in Spanien. Grund dafür könnte ein Streit mit Amazon sein.

Eigentlich sollte Woody Allens nächster, längst fertiggestellter Film in den USA spielen. Doch die Amazon Studios wollen "A Rainy Day In New York" nicht veröffentlichen - offenbar, weil im Zuge der "MeToo"-Debatte alte Missbrauchsvorwürfe gegen den Regisseur wieder diskutiert wurden. Wie das Magazin "Variety" nun berichtet, hat sich Allen für sein kommendes Projekt mit der spanischen Produktionsfirma Mediapro zusammengetan - möglicherweise, um den nächsten Film im Baskenland zu drehen.

Zwar zitiert "Variety" eine Mediapro-Sprecherin mit den Worten, es sei noch "zu früh, um über Drehorte oder andere Details" zu sprechen. Die spanische Zeitung "El Pais" will aber erfahren haben, dass Allens Team im Baskenland bereits auf der Suche nach Motiven sei. Auch das Surferparadies San Sebastian stehe auf der Liste. Woody Allen hatte zuvor schon zweimal mit Mediapro zusammengearbeitet: für die Kassenschlager "Vicky Cristina Barcelona" (2008) und "Midnight in Paris" (2011).

Streit mit Amazon

Amazon hatte mit Allen die Serie "Crisis in Six Scenes" (2016) und ein Jahr später den Film "Café Society" umgesetzt. Nach dem Erfolg der zwei Projekte unterschrieb der Regisseur einen Vertrag für vier weitere Filme - jeder mit einer garantierten Mindestfinanzierung von neun Millionen US-Dollar. Der erste davon, "A Rainy Day in New York", in dem Jude Law, Selena Gomez, Elle Fanning, Diego Luna und Liev Schreiber mitspielen, sollte bereits 2018 anlaufen.

Amazon kündigte jedoch im Sommer 2018 den Vertrag mit Woody Allen, obwohl verschiedene Investoren, Allen und seine Produktionsfirma schon rund 20 Millionen US-Dollar in "A Rainy Day In New York" investiert hatten. Die versprochene Zahlung von Amazon sei jedoch ausgeblieben. Aus diesem Grund reichte der Hollywood-Star vor wenigen Wochen Klage wegen Vertragsverletzung ein und fordert 68 Millionen US-Dollar von Amazon.

"Als Kündigungsgrund wurden die Beschuldigungen gegen Mr. Allen von vor 25 Jahren angegeben, die waren Amazon und der Öffentlichkeit jedoch bereits vor Vertragsabschluss bekannt. Das ist keine Grundlage einer Vertragskündigung", ließ Allens Anwalt John Quinn in seinem 28-seitigen Klageschreiben vor einem New Yorker Gericht verlauten.

Die spanische Produktionsfirma Mediapro erklärte nun, sie beurteile einen Künstler "nach seinem Werk".