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Kult im Spätprogramm: Heute läuft der verstörendste Film von David Lynch

David Lynch auf Tele 5
Regisseur David Lynch ist nicht gerade für zugängliche Filmkunst bekannt. Doch die Werke des US-Auteurs ("Blue Velvet") werden kultisch verehrt. Tele 5 zeigt nun sein radikalstes Werk im Spätprogramm - und schreibt damit ein Stück weit Fernsehgeschichte.

Außergewöhnliche Filmkunst auf Tele 5: Der Privatsender zeigt in der Nacht zum Dienstag den surrealistischen Kultfilm "Eraserhead" - damit wird das verstörende Werk in Schwarz-Weiß erst zum zweiten Mal überhaupt im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Die hiesige TV-Premiere von David Lynchs Debütfilm datiert auf das Jahr 1995. Tele 5 hat den Film nun im Zuge seiner Reihe "Skandal! Filme, die Geschichte schrieben" ins Programm aufgenommen.

Für die Kuratierung des Film-Portfolios zeichnet niemand Geringeres als Oskar Roehler ("HERRliche Zeiten"), das Enfant terrible des deutschen Kinos verantwortlich. Der 60-Jährige hat den Film persönlich ausgewählt und stellt der Ausstrahlung (00.20 Uhr) bereits um 00.10 Uhr eine kurze Einführung voran, in der er gemeinsam mit dem Autoren Joachim Bessing jeweils über den aktuell ausgestrahlten provokanten Meilenstein spricht. Die zweite Staffel der Tele 5-Rubrik läuft bereits seit dem 27. Januar.

In David Lynchs ("Twin Peaks", "Mulholland Drive", "Lost Highway") kultisch verehrtem Independent-Meisterwerk "Eraserhead" kulminieren die unterschiedlichsten filmischen Einflüsse: So finden sich neben phantastischen und surrealistischen Motiven auch Horror-, Punk- und Science-Fiction-Film-Einflüsse in dem verstörendem Werk, bei dem sich der Ausnahmeregisseur unter anderem von Franz Kafkas Erzählung "Die Verwandlung" (1912/1915) inspirieren ließ. Jack Nance spielt in "Eraserhead" einen unscheinbaren Drucker, der an der Vaterschaft für ein missgebildetes Kind verzweifelt und letzten Endes psychisch wie physisch zerbricht.

Im Anschluss daran, um 01.50 Uhr, strahlt Tele 5 dann noch "Der alte Affe Angst" (2002) aus. Bei dem Film handelt es sich um ein Beziehungsdrama mit André Hennicke und Marie Bäumer - Oskar Roehler schrieb und inszenierte das Werk.