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Überraschungen in Los Angeles - waren das die politischsten Grammys aller Zeiten?

Grammy-Verleihung 2019
Die Grammys gelten als prestigeträchtigste Auszeichnung der Musikindustrie. Bei der diesjährigen Verleihung konnte sich ein Außenseiter gegen die großen Favoriten durchsetzen - und ein unerwarteter Gastauftritt sorgte für Jubel.

In der vergangenen Nacht wurde zum 61. Mal der begehrteste Musikpreis der Welt verliehen: die Grammys. Völlig überraschend setzte sich der Rapper Childish Gambino in Los Angeles in zwei der vier Hauptkategorien mit seinem gesellschaftskritischen und politischen Song "This Is America" durch. Hinter dem Pseudonym steckt Schauspieler und Serienautor Donald Glover ("Solo - A Star Wars Story", "Community", "Atlanta"), der auch als Musiker tätig ist.

In seinem Hit setzt er sich kritisch mit Rassismus und Schusswaffengewalt in den Vereinigten Staaten auseinander - umso beeindruckender, dass "This Is America" sowohl die Trophäe in den Kategorien "Record of the Year" als auch "Song of the Year" einheimsen konnte. Unter anderem verwies Childish Gambino Hochkaräter wie Bradley Cooper und Lady Gaga ("Shallow"), Drake ("God's Plan"), Shawn Mendes ("In My Blood") oder auch Kendrick Lamar & SZA ("All The Stars") auf die Plätze. Nie zuvor konnte sich in diesen beiden Kategorien ein Rap-Song durchsetzen. Obendrauf gab's sogar noch den Preis für das beste Musikvideo des Jahres und in der Kategorie "Best Rap/Sung Performance". Glover selbst blieb der Veranstaltung hingegen fern.

Zu den weiteren großen Gewinnern des Abends darf sich die Country-Musikerin Kacey Musgraves zählen. Neben der prestigeträchtigen Auszeichnung für das beste Album des Jahres ("Golden Hour"), sackte die 30-jährige Texanerin noch drei zusätzliche Trophäen in der Country-Sparte ein. Als beste Newcomerin des Jahres wurde die britische Künstlerin Dua Lipa ("New Rules") prämiert, die zudem noch einen weiteren Grammy für die beste Dance-Aufnahme ("Electricity") ergattern konnte.

Auch wenn Grammy-Dauergast Lady Gaga in keiner der Hauptkategorien triumphierte, konnte sie am Ende des Abends dennoch drei Preise mit nach Hause nehmen: für den Song "Shallow" aus "A Star is Born" als beste Komponistin und für das beste Duett (gemeinsam mit Bradley Cooper) sowie für ihren eigenen Song "Joanne (Where Do You Think You're Goin'?)" (Solo-Performance Pop).

Für großes Staunen im Saal sorgte zudem der umjubelte Gastauftritt der ehemaligen First Lady Michelle Obama. Die 55-Jährige betrat gemeinsam mit Lady Gaga, Jada Pinkett Smith, Jennifer Lopez und Gastgeberin/Moderatorin Alicia Keys die Bühne und wurde von der Menge herzlich empfangen. Ihre Botschaft: "Ob wir Country, Rap oder Rock mögen: Musik hilft uns dabei, uns selbst, unsere Würde und unser Leid, unsere Hoffnungen und Freude zu teilen", so Obama. Außerdem sagte sie: "Musik hat mir immer geholfen, meine Geschichte zu erzählen. Und ich weiß, das trifft für jeden hier zu."