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37°: Ich pack' das - Di. 05.03 - ZDF: 22.15 Uhr

"37°: Ich pack' das"
Der boomende Online-Handel befeuert auch andere Branchen. So erleben die Paketzusteller ebenfalls Hochkonjunktur. Doch ihr Job ist bestimmt kein leichter.

Rund um die Weihnachtszeit werden sie besonders gerne vermeldet: die neuen Rekord-Zahlen der Post und den inzwischen vielen weiteren Paketzustelldiensten. Zurückzuführen sind die Massen an transportierten Paketen und Päckchen auf den seit Jahren boomenden E-Commerce. Er bleibt der Wachstumstreiber Nummer eins für die Branche der Zusteller. Mehr als drei Milliarden Paketsendungen sind es mittlerweile, die nur allein in Deutschland jedes Jahr an den vielen vielen Haus- und Wohnungstüren abgeliefert werden. Und wer viel arbeitet, wird dafür auch angemessen entlohnt. Sollte man meinen. Doch dem ist nicht so. Die vielen Paketzusteller, die große Anzahl an Kurierfahrern, die Beschäftigten bei Expressdiensten erhalten für ihre Leistungen kein entsprechendes Gehalt. Vor allem in den Ballungsgebieten reicht dieses kaum für ein "Überleben". In der Reportage "Ich pack' das" von Tina Radke-Gerlach, die nun im Rahmen von "37°" im Zweiten zu sehen ist, berichten Fahrer und Zusteller darüber, wie der Druck in ihrem Job zugenommen habe, gleichzeitig ein Gehalt an die gestiegenen Anforderungen aber nicht angepasst wurde.

In der Knochenmühle

Dazu kommt: Paketfahrer wie Thomas stecken längst in einer Knochenmühle. 54 Jahre ist der Frankfurter inzwischen alt, den Großteil seines Lebens trug er die braune Arbeitskleidung eines aus den USA stammenden Logistikunternehmens. Mindestens zehn Kilometer zu Fuß reißt er täglich runter. Ist einer der Fahrstühle in der Main-Metropole mal wieder defekt, geht es für Thomas sehr viele Treppen rauf. Noch einige Kilometer mehr als Thomas bewältigt 36-jährige Sandra. Die gelernte Medientechnikerin fährt als eine von sieben weiblichen Fahrradkurieren durch den dichten Verkehr von Berlin. Bis zu 80 Kilometer strampelt sie täglich bei Wind und Wetter. Transportiert wird alles, was auf die Ladefläche ihres Lastenrades passt. Manchmal bis zu 150 Kilogramm! Da bleiben Reparaturen an ihrem Arbeitsgerät oftmals nicht aus. Sehr viel Luft nach oben aber hat sie auf ihrem Konto. Höchstens 900 Euro netto bleiben ihr im Monat.