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Terra X: Ein Tag in Paris 1775 - So. 03.03 - ZDF: 19.30 Uhr

"Terra X: Ein Tag in Paris 1775"
Wie mag es sich im Paris des Jahres 1775 wohl gelebt haben? "Terra X" zieht zu Hofe und entdeckt, dass es unter königlichem Glanze ziemlich gestunken hat.

14 Jahre sollte es noch dauern, bis der Volkszorn mit dem Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 losbrach. Doch bereits 1775 kündigte sich an, dass der feudal-absolutistische Ständestaat Frankreichs nur noch kurz seine ausschweifenden Partys zu Hofe König Ludwigs XVI. feiern wird. In den Straßen von Paris, sagen wir, genau am 15. April 1775, kämpfte der Großteil der Stadtbevölkerung um das nackte Überleben. Missernten sorgten unter anderem dafür, dass beispielsweise die Brotpreise ins nahezu Unermessliche stiegen. Gleichzeitig benötigte der verwöhnte Adel das für das Brotbacken so unersetzliche Mehl. Weiß gepudert sollten seine ohnehin aufwendig hergestellten Perücken besonders edel erscheinen. In einer weiteren Folge der Reihe "Ein Tag in..." schildert "Terra X" nun den Alltag des fiktiven Perückenmachers Léonard Minet. Er erlebt noch das starre Klassendenken und wie der Pöbel sich nach den Essensresten der Reichen verschlingt. Zu Minets Erfahrungen zählen aber auch der Aufschwung von Paris zur Modestadt. Das ist verwunderlich, da die Metropole zur Zeit des Ancien Régime einer Kloake glich.

Im Film von Jochen Ruderer und Sigrun Laste beschreibt unter anderem Prof. Gunther Hirschfelder Zustände, die sprichwörtlich bis zum Himmel stanken. "Die Hygiene damals war eine Katastrophe", so der Kulturanthropologe. Er führt an, was vielen Menschen damals die Kopfhaut zum jucken brachte. Hirschfelder: "Das Waschen mit Wasser galt als ungesund."